Regale in den Hohenloher Baumärkten sind wieder gut gefüllt

Öhringen  In der Hochphase der Corona-Krise gab es einen Run auf Baumärkte - jetzt geht es wieder ruhiger zu. Insbesondere Farben und Rindenmulch waren zuvor neben Desinfektionsmitteln und Alltagsmasken stark gefragt.

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Seife, Desinfektionsmittel und Masken sind in der Coronakrise stark nachgefragt. Auch in den Baumärkten gab es Engpässe. Jetzt ist es ruhiger.

Fotos: Nadine Nowara

Baumärkte waren in der Hochphase von Corona heißbegehrt. Wie ist die bisherige Bilanz? Wie sieht die aktuelle Lage aus, da ja die anderen Geschäfte längst wieder geöffnet haben?

"Zu Beginn der Corona-Krise gab es einen signifikanten Kundenansturm", erklärt Christian Kastner, Geschäftsführer von Toom in Öhringen. Der Baumarkt ist schon ab 7 Uhr geöffnet. Deshalb gab es keine Warteschlangen. Die Kundenströme verteilten sich über den Tag. Ein Securitydienst sorgte damals trotzdem für Ordnung.

Insbesondere bei "Brot-und-Butter Artikeln" wie Holz, Zement oder Farbe seien phasenweise die Regale leergeräumt worden. "Viele haben die Zeit genutzt, um ihr Häuschen auf Vordermann zu bringen", schätzt Kastner. Mittlerweile sei wieder Ruhe eingekehrt.

Aktuell sind Gartenmöbel gefragt

In Corona-Zeiten werden viele zu Selbstversorgern "Die Bedachungen für Gewächshäuser waren reihenweise komplett leer", sagt Kastner. Auch Rindenmulch ist zum Verkaufsschlager geworden. Aktuell ist eher ein Run auf Gartenmöbel, Sandkästen oder Pools zu beobachten.

Immer noch gibt es Schwierigkeiten bei den Lieferketten, klagt der Geschäftsführer. Bei manchen Artikeln dauere es bis zu drei oder vier Wochen bis sie geliefert werden. Stolz ist er, dass im Öhringer Toom, immer Masken und Desinfektionsmittel vorrätig waren. "Wir konnten sogar Masken an das Deutsche Rote Kreuz und ans Hohenloher Krankenhaus spenden", sagt er.

Manche Produkte mussten aus dem Ausland bestellt werden

Palettenweise habe er die Corona-Artikel bestellt. Weil in Deutschland nichts mehr zu holen war, besorgte er die Produkte aus dem Ausland etwa aus Holland oder aus der Türkei. "Sie hatten alle eine Zulassung und waren mit einem Zertifikat geprüft", so Kastner. Die Regale voller Desinfektionsmittel sind extra direkt im Eingangsbereich platziert.

Aber nicht nur mit Lieferengpässen, auch mit der Personalsituation hatte Christian Kastner zwischenzeitig zu kämpfen: Mitarbeiter, die zur Risikogruppe gehören, schickte er erstmal nachhause. Neue Kollegen mussten gesucht werden. Mittlerweile funktioniert der Betrieb aber wie gewohnt.

Bei der BAG in Öhringen ist der Ladenalltag am Vormittag ganz entspannt. Die Regale sind gefüllt: Blumen, Salatsetzlinge, Rindenmulch, Desinfektionsmittel - alles ist vorrätig. Nur wenige Kunden bummeln durch den Gartencenter.

Sämereien und Erden waren sehr begehrt

Regale sind gut gefüllt

Insbesondere Blumen oder Pflanzen waren in diesem Frühjahr bei den Bau- und Gartenmarktkunden sehr begehrt − hier im BAG-Markt in Öhringen.

"Bei uns wurden hauptsächlich Lebensmittel in größeren Mengen eingekauft, wie zum Beispiel Mehl, Nudeln, Eier, Hefe und Sauerteig", bilanziert Harald Bischoff, Abteilungsleiter Einzelhandel BAG-Hohenlohe-Raiffeisen eG. Aufgrund der Nähe zu regionalen Lieferanten seien die Gartencenter schnell mit Waren versorgt worden. Damit hätten sie einen Leerkauf in den Regalen größtenteils vermeiden können.

"Die Hochcoronazeit fiel in unsere wichtige Verkaufsphase, nämlich in das Garten-Frühjahrsgeschäft. Dadurch war der Kundenansturm in unseren Raiffeisen Märkten hier sehr hoch", sagt Bischoff. Massiv seien etwa Sämereien, Erden, Dünger und Hochbeete über die Ladentheke gegangen. Bei Artikeln wie Desinfektionsmitteln, Handcremes und Mund-Nasenschutz-Masken gab es zu Beginn der Krise lange Lieferketten.

"Auf die erste Lieferung von Mund- und Nasenschutzmasken mussten wir vier Wochen warten, bei Handdesinfektionsmitteln mit Hautschutz waren es über sechs Wochen", sagt Bischoff. Unter anderem beim Corona-Renner Toilettenpapier waren auch zusätzliche Lieferanten gefragt.

 

Nadine Nowara

Nadine Nowara

Autorin

Nadine Nowara arbeitet seit Mai 2020 bei der Heilbronner Stimme. Sie kümmert sich bei der Hohenloher Zeitung unter anderem um die Gemeinden Krautheim und Schöntal.

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