Beim Lesersommer schlagen die Teilnehmer erste Bälle auf der 27-Loch-Anlage vom Golfclub Heilbronn-Hohenlohe

Zweiflingen  Beim Schnupperunterricht gibt es schnell Erfolgserlebnisse und viel zu lachen.

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Beim Fernsehen kann man was lernen. Das beweist Dieter Kühnel. Der 76-Jährige aus Neckarsulm hat die schlaflosen Nächte eines längeren Krankenhausaufenthaltes dafür genutzt, nachts Golf zu schauen. Und siehe da: Kaum gibt man dem passionierten Tennisspieler auf der Anlage des Golfclubs Heilbronn-Hohenlohe in Friedrichsruhe ein Eisen in die Hand, steckt er die jüngeren Teilnehmer glatt in die Tasche. Das macht Hoffnung für die neuerliche Runde Homeschooling, die wegen Corona zu erwarten ist.

Je acht Leser pro Gruppe, zwei Durchgänge

16 Leser der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung und der Kraichgau Stimme freuten sich, dass ihre Bewerbungen für die Veranstaltung gezogen worden waren. "Es macht immer großen Spaß, man macht Dinge, die man sonst nicht ausprobieren würde", lobt Ronja Bartenbach (22) aus Leingarten. "Es war ein Erlebnis", urteilt Annette Kaiser(60) aus Kirchhausen. "Ganz große Klasse, von der Begrüßung über die Betreuung bis zum Schnuppern war diese Veranstaltung perfekt organisiert und durchgeführt", sagt Cornelia Prim (54) und freut sich schon jetzt auf den 20. Lesesommer im kommenden Jahr. Warum es teuer werden kann, wie eine Lady zu schlagen und was passiert, wenn der erste Schlag ins Loch trifft, all das erzählte sehr kurzweilig Trainerin Barbara Eisner.

Sechseinhalb Kilometer sind Golfer mindestens unterwegs

Die 41-Jährige ist seit 2013 Professional auf dem Platz und schafft es tatsächlich, dass alle 16 Teilnehmer, wegen Corona in zwei Kleingruppen organisiert, am Ende der zwei Stunden einige satte Bälle von der Driving-Range abschlagen können. Aber bis dahin ist es wortwörtlich ein langer Weg. Auch wenn in der kurzen Zeit nicht die gesamte etwa sechseinhalb Kilometer lange Strecke abgegangen werden kann.

Limes, Friedrichsruhe und Schlosspark heißen die drei 9-Loch-Anlagen. Da auf den ersten beiden ein Turnier gespielt wird, führt Barbara Eisner die Teilnehmer zu zwei Löchern im Schlosspark, richtig schön mit See und Bunker davor. Denn da auf zwei Anlagen ein Turnier gespielt wird, zeigt Barbara Eisner zwei Löcher der Anlage Schlosspark. Jetzt, da alle gesehen haben, wie weit die kleinen weißen Bälle fliegen können, gibt es die ersten Sportgeräte in die Hand. Putten sollen die Teilnehmer üben. Das heißt: Einlochen aus kurzer Distanz.

Bei kurzen Schlägen ist Glück ganz hilfreich

Natürlich erklären alle, nie zuvor ein Eisen in der Hand gehabt zu haben. Der geübte Blick der Trainerin erkennt schnell, wer die Wahrheit spricht und wer tief stapelt. Trotzdem heißt das nicht zwingend, dass der am wenigsten Schläge braucht, der schon Übung hat, wie ein junger Teilnehmer nach sechs Versuchen feststellen muss. Finn Geiger (22) dagegen hat Glück. Er war früher mal in der Golf-AG und braucht tatsächlich nur zwei Schläge.

Andrea Stotz aus Eppingen und Tanja Kachel aus Zweiflingen sind die Naturtalente im zweiten Durchgang. Ein Glück, dass Markus Stotz beim anschließenden Üben der langen Schläge an der Driving-Range mit Entschlossenheit und Geschick viele Bälle hörbar weit ins Gelände schlägt. Der Hausfrieden ist gesichert, erklärt er lachend. Das ist nicht immer so, wie den kurzweiligen Anekdoten der Trainerin zu entnehmen ist.

Nicht nur Annette Kaiser und Cornelia Prim hat der Vormittag so gut gefallen, dass sie sich von Geschäftsführer Gerald Schleucher das mit dem dreimonatigen Angebot bis zur Platzreife erklären lassen.


Yvonne Tscherwitschke

Yvonne Tscherwitschke

stv. Redaktionsleiterin Hohenloher Zeitung

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

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