Acht gute Nachrichten aus dem alten Jahr

Hohenlohe  Bauprojekte, eine unerwartete Rückkehr und ein Kulturereignis: Das Jahr 2020 in Hohenlohe hatte mehr zu bieten als Corona.

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Die gestohlene Johannesfigur (r.) dieser Kreuzigungsszene kehrte nach zwei Jahren auf ihren Platz im Kloster Schöntal zurück.

Foto: Nadine Nowara

Das Jahr 2020 wird allen Menschen als Corona-Jahr in Erinnerung bleiben, wird als solches in die Geschichte eingehen. Doch allen Verordnungen, Einschränkungen und persönlichen Schicksalen zum Trotz will dieser Artikel an acht positive Hohenloher Nachrichten aus dem Jahr 2020 erinnern - ohne den Anspruch auf Vollständigkeit. Auf dass im gerade angebrochenen Jahr 2021 viele weitere gute Nachrichten folgen mögen.

Johannes-Figur kehrt zurück: Zwei Jahre lang wurde er vermisst, dann kehrte er nach Hause zurück: der heilige Johannes in Kloster Schöntal. Im Mai 2018 war die Alabasterfigur von einem Altar der Klosterkirche gestohlen worden. Im August konnte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg das kostbare Stück aus dem 17. Jahrhundert schließlich zurückgeben. Zuvor hatten die französische Gendarmerie, das Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg die Figur bei einem Mann im östlichen Frankreich gefunden, der wohl über Jahre hinweg Kunst aus Museen, Kirchen, Galerien und Auktionshäusern gestohlen hatte.

 

Acht gute Nachrichten aus dem alten Jahr

Kupferzell-Hesselbronn − hier die Biogasanlage von Rolf Stirn − wird das vierte Bioenergiedorf im Hohenlohekreis.

Fotos: privat

Neues Bioenergiedorf: Eine gute Nachricht wurde Ende Juli auch in Kupferzell verkündet: Dort erhielt der 107-Einwohner-Teilort Hesselbronn offiziell den Status Bioenergiedorf. Zwei Drittel der Haushalte werden autark mit Strom und Wärmeenergie aus der Biogasanlage und dem Blockheizkraftwerk versorgt. Damit kann die Gemeinde Kupferzell nun bereits das zweite Bioenergiedorf vorweisen - und der Hohenlohekreis ist gar bundesweit Spitzenreiter in der Statistik: Denn nach Untermaßholderbach, Siebeneich und Füßbach gibt es im Kreis mittlerweile vier Orte, die ökologisch nachhaltig weite Teile der eigenen Energieversorgung selbst bewerkstelligen.

 

Kinderhaus in Bretzfeld: Die 7000 Quadratmeter große Baustelle in Bretzfeld kommt Stück für Stück ihrem Ziel näher: Im Mai 2022 soll das Kinderhaus für rund 160 kleine Bretzfelder fertig sein. Helmut Stiefel, Polier der Aspacher Baufirma Ernst Gläser ist hoch zufrieden: "Die Baugröße ist eine Herausforderung. Aber es läuft hervorragend." Ende Juli wurde mit einer Schar kleiner Handwerker des Kindergartens Rappelkiste der Spatenstich gefeiert. Seither wächst und wächst größte Bauprojekt der Gemeinde.

 

Spatenstich auf Peka-Areal: Einen lange ersehnten Fortschritt gab es auch im Zentrum Künzelsaus. Mit dem Spatenstich im November beginnen die Bauarbeiten auf dem sogenannten Peka-Areal. "Wie Ostern und Weihnachten zusammen" sei das, so Bürgermeister Stefan Neumann. Bereits zwischen 2007 und 2009 hat die Stadt das Areal erworben. Nach einer europaweiten Ausschreibung 2011 waren mehrere Anläufe mit Investoren geplatzt. Nun soll das Wohn- und Geschäftshaus bis zum Sommer 2022 fertiggestellt werden.

 

 

Acht gute Nachrichten aus dem alten Jahr

Die Erweiterung des Carmen-Würth-Forums in Gaisbach − das Museum Würth 2 − wurde im Juli eröffnet.

Foto: Archiv/Seidel

Einweihung Museum Würth 2: In einem Jahr, in dem Kunst- und Kulturschaffende schwer gebeutelt sind, wurde im Juli das Museum Würth 2 in Gaisbach eröffnet. 150 Werke der Moderne und Gegenwartskunst zieren die Ausstellungsräume. Der von David Chipperfield Architects entworfene Erweiterungsbau für das Carmen-Würth-Forum ergänzt den Kammermusiksaal und den Großen Saal auf 5500 Quadratmetern Gesamtfläche. Und: Der Skulpturenpark, der den Weg zwischen Museum Würth und Museum Würth 2 begleitet, hat auch in Corona-Zeiten geöffnet.

 

 

Sanierung des HGÖ beginnt: Die Arbeiten für Sanierung und Neubau des Hohenlohe-Gymnasiums Öhringen (HGÖ) haben begonnen. Das HGÖ soll in den nächsten fünf Jahre von einer verschachtelten und Stück für Stück erweiterten Schule zu einem modernen Bildungscampus entwickeln. 45 Millionen Euro kostet die neue Schule nach jetzigem Stand der Dinge den Schulträger, also die Stadt. Ein Viertel davon, sagt Oberbürgermeister Thilo Michler, wird vom Land kommen.

 

Acht gute Nachrichten aus dem alten Jahr

Zum Jahresausklang war es soweit: Die Ortsdurchfahrt Kirchensall wurde nach 16 Monaten Bauzeit wieder für den Verkehr freigegeben.

Durchfahrt Kirchensall ist frei: Seit August 2019 herrschte Ausnahmezustand im Neuensteiner 800-Einwohner-Ortsteil Kirchensall: Denn seitdem ließen Stadt und Regierungspräsidium die Landesstraße 1051 auf Vordermann bringen. Die Sperrung der Verkehrsachse, die die Hohenloher Ebene mit dem Kochertal verbindet, sorgte für viel Frust bei Pendlern. Nach 16 Monaten Bauzeit ist die Sanierung Anfang Dezember beendet. Insgesamt rund 3,8 Millionen Euro haben das Land Baden-Württemberg und die Stadt Neuenstein investiert.

 

Ärztehaus für Niedernhall: Das ehemalige Gasthaus Linde soll der zentrale Anlaufpunkt in Sachen medizinische Versorgung in Niedernhall werden. Die Raiffeisenbank Hohenloher Land investiert fünf Millionen Euro in die Sanierung des Altbaus und einen daran anschließenden Neubau. Die Bauarbeiten haben im Herbst begonnen. Auf insgesamt 1700 Quadratmetern Fläche sollen drei Mietwohnungen entstehen (Neubau) und verschiedene medizinische Praxen, die sich auf beide Gebäude verteilen.

 

Warum acht gute Nachrichten?

Der versierte Leser fragt sich sicher: Warum acht gute Nachrichten? Die Acht ist in einigen Ländern, darunter in China, eine Glückszahl, unter anderem weil sie wie ein senkrechtes Unendlichkeitssymbol aussieht. Und wer möchte nicht unendlich viele gute Nachrichten erhalten? Warum wir genau diese Nachrichten ausgewählt haben?

Weil sie zeigen, dass das Leben in Hohenlohe auch mit Corona nicht stehengeblieben ist, dass es Fortschritte und Dinge gibt, über die man sich freuen kann. Und eines ist klar: Die Liste wäre - auch im Corona-Jahr 2020 - noch um unzählige Punkte verlängerbar gewesen. Wenn das mal nicht Mut macht für 2021.


Tamara Ludwig

Tamara Ludwig

Autorin

Tamara Ludwig ist seit 2014 Redakteurin der Hohenloher Zeitung. Dabei hat sie vor allem die Ereignisse und Kommunen im Altkreis Künzelsau im Blick.

Armin Rössler

Armin Rößler

Armin Rößler, geboren in Heilbronn, aufgewachsen in Untereisesheim, schreibt nach über dreißig Jahren im badischen Exil seit 1. Juli 2020 für die Hohenloher Zeitung.

Christian Nick

Christian Nick

Autor

Christian Nick ist Redakteur bei der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung. Schwerpunktmäßig betreut er die Kommunen Kupferzell, Neuenstein und Waldenburg – schreibt aber auch über alles andere gerne.

Yvonne Tscherwitschke

Yvonne Tscherwitschke

stv. Redaktionsleiterin Hohenloher Zeitung

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

Bigna Fink

Bigna Fink

Volontärin

Bigna Fink ist seit Februar 2019 Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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