Zwei Fraktionschefs hören im Hohenloher Kreistag auf

Hohenlohe  Karlheinz Börkel (CDU) und Thomas Föhl (Freie Wähler) waren zwei Schlüsselfiguren. Jetzt machen sie anderen Platz.

Von Ralf Reichert
Hohenloher Kreistag: Zwei Fraktionschefs hören auf

Gut gelaunt beim Abschied: die Fraktionsvorsitzenden Karlheinz Börkel (CDU, links) und Thomas Föhl (Freie Wähler, rechts) mit Landrat Matthias Neth.

Foto: Ralf Reichert

Die Fraktionsvorsitzenden haben im Kreistag ein besonderes Gewicht: vor allem die der zwei Parteien mit den meisten Sitzen - CDU und Freie Wähler. Jetzt hören Karlheinz Börkel und Thomas Föhl auf. Der eine nach 18 Jahren an der Fraktionsspitze, der andere nach 13 Jahren. Das ist ein Einschnitt. Weiß auch Landrat Dr. Matthias Neth. Und holt beide deshalb noch etwas näher an seine Seite. Und spricht auf der Bühne mit ihnen noch etwas länger als mit den anderen Kreisräten, die am Dienstag in der Künzelsauer Stadthalle verabschiedet wurden.

Gelber Sack: "Blödeste Entscheidung"

Welche Entscheidung war die beste, welche die schlechteste? Das will Neth auch von ihnen wissen. "Die beste war, dich zum Landrat gewählt zu haben", meint Föhl. "Die blödeste Entscheidung war die mit dem Gelben Sack." Denn: "Ich bin selten so oft so blöd angebabbelt worden." Deshalb: "Obwohl die Sachzwänge so groß waren, im Nachhinein würde ich sagen: Die Leute sollen das zahlen, was es mehr kostet. Hauen wir es auf die Gebühren drauf." Darauf Neth: "Das Ding ist ja auch noch nicht erledigt."

Schlechtester Beschluss: "Die Mailänder Erde"

Auch Börkel schmeichelt Neth: "Ich bin stolz, dass wir diesen Landrat haben" - und er ihn bei einem Besuch im Landtag animieren konnte, bei der Wahl 2013 anzutreten. Und der schlechteste Beschluss? "Der Plan, die Mailänder Erde auf die Deponie Beltersrot zu holen. Da hätten wir mehr nachdenken sollen."

Föhls eindringlicher Appell

Für beide Fraktionschefs ist genau jetzt der beste Zeitpunkt, um zu gehen. Beide hoffen, dass das gute Klima im Kreistag Bestand hat: immer an der Sache orientiert und zum Wohle des Kreises. Föhl ist "ein bisschen erschüttert, was in den letzten Jahren in der politischen Landschaft abläuft, wie man mit dumpfen Parolen und dummen Sprüchen Aufmerksamkeit erzeugen kann und die Leute das auch noch glauben", obwohl solche Kräfte gar nicht in der Lage seien, politische Verantwortung zu übernehmen. Sie seien dabei, demokratische Strukturen zu zerstören. Er appelliert: "An alle, die weitermachen: Werft euer Gewicht in die Waagschale, denn das haben wir alle nicht verdient."

Landrat dankt den Kreisräten

Diesen "guten Geist des Zusammenhalts" beschwört auch Landrat Neth. Dieser habe sich in den vergangenen fünf Jahren bezahlt gemacht, als der Kreistag so viele schwierige und umstrittene Entscheidungen treffen musste: mit der Neustrukturierung des Hohenloher Krankenhaus als Höhepunkt. "Diesen Weg einzuschlagen, war für mich als neuer Landrat nicht einfach. Danke, dass Sie mich getragen haben", sagt er zu den Kreisräten.

Gelber Sack: Es geht weiter

"Ach ja, und den Gelben Sack gab es auch noch", meint Neth dann fast schelmisch. "Ich weiß nicht, ob der genauso erfolgreich wird wie die Braune Tonne. Ich weiß nur, dass der neue Kreistag das Thema in seiner ersten Sitzung haben wird."

 

 


Kommentar hinzufügen