Weingut Birkert: Nicht nur reden, auch etwas tun

Bretzfeld  Der Betrieb aus Adolzfurt erhält als erstes Weingut in Württemberg das Nachhaltigkeitssiegel des Vereins "Fair and Green".

Von Juergen Koch
Email
Weingut Birkert: Nicht nur reden, auch etwas tun

Boris Birkert freut sich, dass sein Weingut als erster Betrieb in Württemberg mit dem Nachhaltigkeitssiegel von "Fair and Green" zertifiziert wurde. Foto: Juergen Koch

"Nachhaltigkeit ist in unserem Betrieb seit vielen Jahren ein Thema", sagt Boris Birkert. Seine Devise: Nicht nur davon reden, sondern auch etwas tun. Dass das Weingut Birkert in Sachen Nachhaltigkeit bereits ganz gut aufgestellt ist, hat sich jetzt gezeigt.

Beim Zertifizierungsverfahren für ein entsprechendes Siegel des Vereins "Fair and Green" hat er "ohne besondere Maßnahmen" bereits 61 Prozent der möglichen Punkte erreicht. 50 Prozent sind das Minimum.

Ziel: Weiter verbessern

Doch Birkert will mehr. Vor allem will er "sehen, wo wir stehen und wie wir uns weiter verbessern können". Deshalb ist er dem Verein "Fair and Green" beigetreten und hat sich damit verpflichtet, sein Nachhaltigkeitskonto Jahr für Jahr um mindestens drei Prozent zu verbessern. Die erste Hürde hat er genommen und als bisher einziges Weingut im Anbaugebiet Württemberg die Urkunde über die erfolgreiche Erstzertifizierung erhalten.

Regenwasserzisterne und Photovoltaikanlage

Seit mehr als zehn Jahren werden im Weingut Birkert Betrieb und Privatgebäude mit Hackschnitzeln aus eigenem Holz beheizt. Genau so lange gibt es eine Regenwasserzisterne, seit einigen Jahren auch eine Photovoltaikanlage. Das alles hat ihm bei der Zertifizierung viele Punkte eingebracht. Dass da noch mehr geht, war Birkert klar. Doch weniger das Wie. Genau hier setzt "Fair and Green" an.

Vorteile für den Kunden

"Die jährliche Zertifizierung zeigt mir konkret auf, mit welchem Aufwand und mit welchen Maßnahmen sich unser Weingut noch nachhaltiger und zukunftsfähiger aufstellen lässt", so Boris Birkert. Gut gefällt ihm, dass die Zertifizierung über den Umwelt-Aspekt ("Green") hinausgeht und mit "Fair auch Soziales einbezieht". Vorteile sieht er auch für die Kunden: "Das Siegel signalisiert ihnen die nachhaltige Betriebsführung des Weinguts und den fairen Umgang mit Mensch und Natur."

Empfehlungen im Prüfbericht

Wo und wie er sich noch verbessern kann, kann Birkert im "Prüfbericht zur Nachhaltigkeitszertifizierung" nachlesen. Der empfiehlt unter anderem, mehr auf mineralischen Dünger und "in mechanisierbaren Lagen auf synthetische Unkrautvernichtungsmittel zu verzichten", bei Büro-, Verpackungsmaterial, Korken und Etiketten auf nachhaltige Produkte zu achten, Ökostrom zu beziehen und auf Leichtglasflaschen umzusteigen, die Ressourcen und Energie sparen. "Einiges haben wir bereits angepackt", sagt Boris Birkert. Unter anderem hat er in diesem Jahr "fünf Hektar Weinberge auf herbizidfrei umgestellt", will "auf Öko-Strom umsteigen" und hat erfolgreich einen ersten Versuch mit 6000 Dreiviertelliter-Leichtglas gestartet.

Analyse und Beratung

Damit ein Weingut das Nachhaltigkeitssiegel von "Fair and Green" erhält, muss es seine komplette Betriebsführung, Weinbergsarbeit, Kellerwirtschaft und Vermarktung kontinuierlich und überprüfbar im Rahmen eines ganzheitlichen Nach-haltigkeitskonzepts verbessern. Bei der Zertifizierung werden die Betriebe nach einer Nachhaltigkeitsanalyse und Ökobilanz beraten und erhalten jährlich einen individuel-len Entwicklungsplan, mit welchen Maßnahmen sie ihren Nachhaltigkeitsstandard verbessern können.

Weitere Infos unter www.fairandgreen.de

 

 


Kommentar hinzufügen