Unternehmer wollen den Flugplatz Niederstetten aufwerten

Niederstetten  Zwei Unternehmer aus Nürnberg und Erlangen wollen den Flugplatz Niederstetten für den Charterverkehr nutzen. Die Initiatoren haben vor allem die Touristenhochburg Rothenburg ob der Tauber im Blick.

Von Jürgen Paul
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Vom Flugplatz Niederstetten heben bislang vor allem Maschinen von EBM-Papst ab. Nach dem Willen zweier Unternehmer sollen es bald mehr Maschinen sein.

Foto: Archiv

In Kürze wollen die Unternehmer mit Bürgermeisterin Heike Naber die Möglichkeiten ausloten, den Verkehrslandeplatz in der Nähe von Mulfingen besser als bisher zu nutzen und zu vermarkten.

Bislang wird der Flugplatz in Niederstetten im südlichen Main-Tauber-Kreis vor allem von einem Transporthubschrauberregiment der Bundeswehr genutzt. Die Stadt hat aber ein Mitbenutzungsrecht für zivile Flüge. Bislang hebt von hier hauptsächlich das Unternehmen EBM-Papst ab, das ein Werk in Niederstetten hat. Betrieben wird der Flugplatz von der Flugbetrieb Niederstetten GmbH, einer Kooperation regionaler Firmen.

Die zivile Auslastung des Airports, der 2011 für rund 4,5 Millionen Euro modernisiert wurde - unter anderem wurde die Start- und Landebahn um 200 Meter verlängert -, könnte aber deutlich besser sein, finden Jörg Homann und Lothar Vogel. Die beiden Unternehmer verfolgen schon seit 15 Jahren das Ziel, den Verkehrslandeplatz für Charterflugverkehr zu nutzen. "Es gab zahlreiche Gespräche mit den Verantwortlichen, aber es ging nichts voran", klagt Jörg Homann.

Pilot mit guten Kontakten in die Branche

Homann ist selbst viele Jahre Pilot gewesen und ist in der Branche nach eigener Aussage sehr gut vernetzt. Für ihn ist vor allem die Nähe zu Rothenburg ob der Tauber ein bestechendes Argument für die Belebung des Flugplatzes - rund 25 Kilometer sind es von Niederstetten bis zu dem beliebten Touristenziel.

Homann und Vogel wollen dafür sorgen, dass Touristen in Niederstetten landen können und von dort in kurzer Zeit nach Rothenburg gebracht werden. "Davon profitiert neben Niederstetten auch der Einzugsbereich", ist der Unternehmensberater Vogel überzeugt. "Ein ausgebauter Flughafen ist für jede Stadt ein nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Vorteil", sagt er.

Auch der Name des Airports schwebt den Unternehmern bereits vor

Die beiden Unternehmer hoffen, dass sie mit der seit 2018 amtierenden Niederstettener Bürgermeisterin Heike Naber zu einer Lösung kommen, wie der Flugplatz mit Charterflugverkehr aufgewertet werden kann. "Wir streben einen Vertrag mit der Stadt über die Vermarktung des Verkehrslandeplatzes an", formuliert Homann klar sein Ziel.

Da die Stadt ein Mitbenutzungsrecht für den Flugplatz besitze, wäre der Flugbetrieb sehr kostengünstig möglich, ist er überzeugt. Einen Namen haben sich Homann und Vogel auch schon ausgedacht: Albert Sammt Airport könnte der Flugplatz heißen - benannt nach dem Niederstettener Ehrenbürger, der als Kommandant auf Zeppelin-Luftschiffen Berühmtheit erlangte.

 


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