Stundentakt und moderne Züge sorgen für besseren Verkehr in Hohenlohe

Hohenlohe  Mit dem Fahrplanwechsel rüstet die Hohenlohebahn auf. Auch bei den Buslinien wird das Angebot verbessert.

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Die alten Züge auf der Hohenlohebahn haben ausgedient. Mit dem neuen Fahrplan sollen auch neue moderne Fahrzeuge verkehren.

Foto: Archiv/privat

Die gute Nachricht zuerst: Mit dem Fahrplanwechsel, der am Sonntag, 15. Dezember, in Kraft tritt, verbessert sich das Angebot auf der Hohenlohebahn. Die wichtigste Änderung auf der Strecke, die von Schwäbisch Hall-Hessental über Öhringen bis nach Heilbronn führt, ist der lang ersehnte Stundentakt, der neu eingeführt wird. Jahrelang hatte der Landkreis Hohenlohe zusammen mit den Nachbarkreisen darum gekämpft.

"Mit dem Fahrplanwechsel startet jetzt die neue NVH-Welt mit Veränderungen und Verbesserungen", freut sich der Landrat des Hohenlohekreises Matthias Neth. Bis 20 Uhr werden die Züge werktags in diesem neuen Stundentakt verkehren.

Mehr Komfort und Sicherheit

Hinzu kommt ein neuer Spätzug, der täglich die Strecke zwischen Schwäbisch Hall-Hessental und Heilbronn bedient. Nachdem die Deutsche Bahn (DB Regio) die europaweite Ausschreibung verloren hat, nimmt jetzt die Westfrankenbahn den Betrieb für das neue Netz Hohenlohe-Franken-Untermain auf, zu der auch die Hohenlohebahn gehört.

"Wir bieten den Fahrgästen ab Dezember mehr Verkehr, mehr Komfort und mehr Sicherheit", versichert Denis Kollai, Sprecher der Geschäftsleitung der Westfrankenbahn. Dazu sollen künftig 37 modernisierte barrierefreie Fahrzeuge vom Typ Siemens Desiro Classic eingesetzt werden.

"Die klimatisierten Züge bieten Mehrzweckbereiche, kostenloses WLAN und Fahrgastinformationen in Echtzeit", betont Kollai. Eine Kamera-Überwachung soll zudem für mehr Sicherheit sorgen. Auch bei den Buslinien im Landkreis bringt der Fahrplanwechsel Verbesserungen.

Neu ist beispielsweise ein Frühbus, der um 5.30 Uhr von Öhringen nach Gaisbach fährt, mit einer Anschlussverbindung nach Künzelsau. In umgekehrter Richtung fährt am Abend um 20.55 Uhr ein zusätzlicher Bus von Künzelsau nach Öhringen.

Neue Anschlüsse

Auf der Linie 5 werden werktags die Orte Niedernhall, Giebelheide, Waldzimmern, Kemmeten und Gaisbach im Stundentakt angefahren. Waldzimmern ist zudem künftig mit dem gesamten Gewerbegebiet angebunden. In Gaisbach werden zusätzlich direkte Anschlüsse nach Künzelsau und zum Bahnhof Niedernhall eingerichtet.

Auch zwischen Künzelsau und Bad Mergentheim wird das Angebot am Abend ausgeweitet, am Morgen profitiert die Strecke Künzelsau - Hessental-Bahnhof durch zwei weitere Verbindungen. Am Nachmittag gilt auf der Strecke jetzt ein Halbstundentakt. "Ich hoffe, dass diese Verbesserungen viele Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen wir", betont Matthias Neth.

Mehr Förderung

Der Landrat hofft auf einen weiteren Ausbau in den nächsten Jahren. "Wir arbeiten mit den Eisenbahnunternehmen intensiv daran, das Angebot im regionalen Schienenverkehr auszuweiten", betonte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann bei der Vorstellung der neuen Fahrpläne.

Fahrpläne

Die neuen Fahrplanbücher sind kostenlos im NVH-Kunden-Center in Künzelsau, im Mobiz in Öhringen, im Landratsamt Hohenlohekreis, in den Rathäusern der Gemeinden sowie in den Bussen erhältlich.

Land und kommunale Landesverbände hatten sich bereits 2017 darauf verständigt, die Gesamtfördersumme ab 2021 von 200 auf 250 Millionen Euro zu erhöhen. "Wir als Hohenlohekreis erwarten zu den bisher gezahlten Ausgleichsleistungen ein Plus", stellt Neth klar.

Bleiben die Pläne des Landes für die Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecken wie der Kochertalbahn zwischen Waldenburg und Künzelsau. Hier könnten Gelder aus dem Mitte November im Bundestag verabschiedetene Klimapaket mittelfristig für neuen Schwung sorgen.

 

 

 

Thomas Zimmermann

Thomas Zimmermann

Autor

Thomas Zimmermann ist seit Februar 2016 bei der Stimme. Zuvor war der ehemalige Fußballer als Radioreporter und Magazinmacher unterwegs. Für die HZ berichtet er überwiegend über Künzelsau und Umgebung.

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