Prozess um Entführung von Würth-Sohn

Gießen/Künzelsau  Im Prozess um die Entführung des Würth-Sohns hat der Angeklagte sich erstmals detailliert geäußert. Der 48-Jährige machte am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht Gießen aber keine Angaben zu den Tatvorwürfen.

Von dpa und unserer Redaktion

Der 48-jährige Angeklagte (r) kommt in Begleitung eines Justizbeamten zum Prozessbeginn in den Gerichtssaal des Landgerichts. Foto: dpa

 Zu Beginn der Beweisaufnahme am Dienstag machte der Serbe aus Offenbach Angaben zu seiner Person und seinem Lebensweg. Zur Sprache kamen unter anderem auch die finanzielle Situation des Handwerkers und zweifachen Familienvaters, seine Neigung zum Glücksspiel und zu Computer-Kenntnissen.

Die Kommunikation zwischen Entführer und Ermittlern wurde nach Polizei-Angaben zeitweilig per Email geführt. Der Angeklagte beteuerte aber im Gerichtssaal: „Ich habe in meinem Leben keine einzige Mail geschrieben.“ In einem Lebenslauf zur Jobsuche gab er allerdings an, über Kenntnisse mit Microsoft Office zu verfügen.

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Dem Angeklagten wird vorgeworfen, mit noch unbekannten Mittätern den schwerbehinderten, damals 50-jährigen Sohn des Unternehmers und Milliardärs Reinhold Würth entführt zu haben. Die Tat ereignete sich im Juni 2015 in einer integrativen Wohngruppe für behinderte und nicht-behinderte Menschen im osthessischen Schlitz. Drei Millionen Euro Lösegeld wurden gefordert. Zwar scheiterte die Übergabe. Das Opfer kam aber unversehrt frei. Im März nahm die Polizei den mutmaßlichen Täter in seiner Wohnung in Offenbach fest.

Der Prozess wird am 15. Oktober (9.00 Uhr) fortgesetzt. Dann soll neben Polizisten und Mitarbeitern der Betreuungseinrichtung auch Carmen Würth, die Mutter des Entführungsopfers, als Zeugin aussagen.

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