Polizei zeigt Präsenz mit mehr Personal

Hohenlohe  Infektionsschutz der Hohenloher Polizeibeamten durch Spenden von Unternehmen verbessert. Landrat Matthias Neth lobt Zusammenarbeit mit Blaulichtorganisationen.

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Polizeipräsident Hans Becker und Landrat Matthias Neth treffen sich kurz mit gebührendem Abstand auf dem menschenleeren Marktplatz.

Foto: Yvonne Tscherwitschke

Der Öhringer Marktplatz, auf dem sich Landrat Matthias Neth und Polizeipräsident Hans Becker treffen, ist menschenleer. "Ein bisschen gespenstisch", findet das der Landrat. "Aber es zeigt, dass sich die Hohenloher an die Allgemeinverfügungen halten", sagt Becker. Das haben seine Streifenbeamten die vergangenen Tage immer wieder festgestellt. "Nur in einem Baumarkt gab es vor einigen Tagen mal Probleme", zieht er eine positive Bilanz.

Becker ist wichtig, Präsenz zu zeigen in der Krise. "Das fördert das Sicherheitsgefühl der Bürger." Dafür sind nun deutlich mehr Beamte im Streifendienst unterwegs. Und das, obwohl auch bei der Polizei 25 Beamte wegen häuslicher Isolation fehlen. Möglich wurde das, erklärt Becker, indem nun auch die im Bereich Prävention tätigen Beamten im Streifendienst eingeteilt seien.

Beamte in anderen Funktionen im Einsatz

"Das ist möglich, weil die Schulen ja zu sind und so zum Beispiel die Verkehrserziehung wegfällt." Außerdem sei der Ausbildungsbetrieb an der Fachschule eingestellt. Damit habe man nun Ausbilder und Schüler im Präsidiumsbereich zur Verfügung. So habe man sogar die zeitliche Präsenz erhöhen können, sagt Becker. Im Schichtbetrieb seien nun Beamte bis 20.30 Uhr und auch an Samstagen und Sonntagen unterwegs. Und wie steht es dabei mit der Sicherheit der Beamten aus? Das, sagt Becker, sei ein Thema gewesen, über das mit dem Landratsamt gleich zu Beginn in den täglichen Lagebesprechungen diskutiert worden sei. Frage war: Müssen Beamte wissen, wer infiziert ist? "Ja", sagen Neth und Becker. Das sei anfangs wichtig gewesen zu wissen, damit sich die Beamten entsprechend hätten verhalten können, wenn sie zu einem bestimmten Einsatzort gerufen worden wären. Zwischenzeitlich aber, mit zunehmenden Infektionszahlen und einer sehr großen Menge von Kontaktpersonen, sei es wichtig, die Beamten generell zu schützen. Spenden von Hohenloher Unternehmen hätten es ermöglicht, Schutzmasken, Schutzbrillen und Handschuhe zu besorgen.

Bürger haben verstanden

"Wir sind in allem einen Tick früher dran", sagen Neth und Becker mit Blick auf die über 300 Infizierten. Der Blick auf die Tabelle habe bei den Bürgern dazu geführt, dass schnell verstanden worden sei, warum die Kontaktsperren wichtig sind. Mit den zwei Hotspot-Gemeinden habe man Erfahrungen gemacht, die anderen Kreisen erspart worden seien. Dennoch habe man alles getan, um Ausgangssperren zu vermeiden. Das sehen beide als schweren Eingriff in die Einzelrechte. "Aber wir lernen jeden Tag dazu", wissen Neth und Becker, dass sich zu Corona-Zeiten vieles schnell ändern kann.


Yvonne Tscherwitschke

Yvonne Tscherwitschke

stv. Redaktionsleiterin Hohenloher Zeitung

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

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