Plädoyers im Fall Ole verschoben

Künzelsau  Die ursprünglich für heute angedachten Plädoyers wurden wegen Erkrankung der Verteidigung auf 18. Februar verschoben. Die Staatsanwaltschaft könnte im Fall Ole auch auf lebenslange Haft plädieren.

Von dpa und Yvonne Tscherwitschke

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Schluchzend beantwortet die Angeklagte die Fragen zum Tathergang. Sie habe keine Verlustängste gehabt, sagt sie. Das Kind habe schwer geatmet.

Ursprünglich sollten die Plädoyers im Fall Ole heute gehalten werden. Nun musste der Termin wegen Erkrankung der Verteidigung verschoben werden. Obwohl Anwältin Peggy Eisele zusätzlich zu Anke Stiefel-Bechdolf als Wahlverteidigerin bestellt wurde, konnte der Termin heute nicht vertreten werden.

Am 18. Februar soll der Prozess um den Tod eines Jungen gegen dessen 70-jährige Pflegeoma aus Künzelsau fortgesetzt werden kann. Die ehemalige Krankenschwester soll für den Tod des ihr anvertrauten siebenjährigen verantwortlich sein. Angeklagt war sie wegen Totschlags. Dafür liegt die Höchststrafe bei 15 Jahren.

Lebenslange Haft möglich

Die Staatsanwaltschaft könnte vor der Strafkammer des Landgerichts Heilbronn aber auch auf lebenslange Haft plädieren, hieß es in Justizkreisen. Anklagevertreter Harald Lustig hatte zuvor angedeutet, es gebe Hinweise für das Mordmerkmal niedere Beweggründe. Der Anwalt der Nebenkläger sah das Mordmerkmal der Heimtücke als gegeben an.

Urteil soll am Mittwoch fallen

Ein Gutachter hatte ausgesagt, dass die Angeklagte zur Tatzeit wohl keine schwere Depression gehabt habe. Der Junge war über viele Jahre regelmäßig bei der Pflegeoma, bei der er auch gelegentlich übernachtete. Die Eltern entdeckten am 28. April 2018 die Leiche ihres Kindes in der Badewanne in der Wohnung der abwesenden Frau. Ein Rechtsmediziner stellte fest, dass der Junge erwürgt wurde. Die Angeklagte machte erst gegen Ende des Prozesses Angaben zum Tathergang. Sie seien jedoch widersprüchlich gewesen, befand Richter Roland Kleinschroth. Das Urteil soll am Mittwoch fallen.

 


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