Noch keine Details über Notfallversorgung in Künzelsau

Künzelsau  Die Pläne für die Gesundheitsversorgung in Künzelsau nach der Schließung des Krankenhauses sind groß: Ein ambulantes medizinisches Versorgungszentrum soll die Lücke ausfüllen. Die Umsetzung der Pläne wird allerdings zur Geduldsprobe.

Von der Frage, ob der Bettentrakt des Künzelsauer Krankenhauses zu sanieren ist, hängt die weitere Umsetzung vieler Versorgungselemente ab.

Foto:Archiv/ Griesinger

Die Pläne für die Gesundheitsversorgung in Künzelsauer nach der Schließung des Krankenhauses sind groß: Ein ambulantes medizinisches Versorgungszentrum soll die Lücke ausfüllen. So sieht es das ambulante Basismodell der Hohenloher Krankenhaus gGmbH für die kliniklose Gesundheitsversorgung in Künzelsau vor.

Angebote nach Bestellerprinzip

Dazu hat der Hohenloher Kreistag im Dezember 2018 noch weitere Zusatzmodule festgelegt, die er finanzieren muss: Eine ärztliche 24/7-Notfallversorgung mit Sitzdienst in Künzelsau soll neben KV-Notfallpraxis und Rettungsdienst an allen sieben Tagen der Woche rund um die Uhr für Versorgungssicherheit sorgen. Zudem sollen Rettungswagen digital aufgerüstet werden, damit bei Not- und Unfällen alle wichtigen Vitaldaten der Patienten bereits auf dem Weg ins Krankenhaus übermittelt werden können.

Eingerichtet werden soll auch eine Kurzzeitpflege in Künzelsau, in der Patienten nach stationären Aufenthalten weiter versorgt werden. Im Gespräch sind weiter: ein Zentrum für integrative Medizin, in dem vor allem Schmerz- und Krebspatienten ganzheitlich mit Naturheilverfahren, deren Wirkung empirisch nachgewiesen ist, behandelt werden sollen, ebenso wie Palliativversorgung.

Vielschichtige Gespräche brauchen Zeit

Doch seit diesem Beschluss herrscht Stille. Mit verschiedenen Partnern, von niedergelassenen Ärzten bis zu Institutionen sei man in Gesprächen, lässt die BBT-Regionalleitung wissen. Aber die Themen seien sehr vielschichtig und komplex, deshalb seien "Ruhe und diskrete Gespräche" nötig. Mit Zwischenergebnissen könne man deshalb nicht in die Öffentlichkeit

Nur zu einer knappen Mitteilung ist BBT-Regionalleiter Thomas Wigant bereit: "Der Notarztdienst steht." Konkrete Details, wie man sich diese Notfallversorgung konkret vorstellen soll, wo und mit welcher Ausstattung sie eingerichtet wird, gibt es noch nicht. Nur so viel: Gutachten, die den baulichen Zustand des Künzelsauer Bettenbaus, der an den mittleren Funktionsbereich des Krankenhauses anschließt, untersuchen, laufen derzeit. Die Ergebnisse sollen im Oktober vorliegen. Davon sei "abhängig, wo welche geplanten Themen liegen könnten und wie die Zeitschiene aussehen wird", so Wigant. Egal, ob es sich dabei um die Planung des Medizinzentrums oder der Kurzzeitpflege handelt.

Kreistag muss entscheiden

Auch für Landrat Matthias Neth ist das Gutachten ein wichtiger nächster Schritt. Die Entscheidung, ob der Bettentrakt saniert oder abgerissen und neugebaut wird, sei eine Finanzfrage, über die der Kreistag entscheiden müsse. An der Umsetzung der geplanten Elemente der Gesundheitsversorgung in der Kreisstadt nach der Schließung des Künzelsauer Krankenhauses hat er indes keinen Zweifel: "Der Kreistag hat klar gesagt, was wir wollen und wie wir's wollen. Wir erwarten die operative Umsetzung dieser Themen." Geduld sei bei der Umsetzung dennoch gefragt. Denn von heute auf morgen gehe das nicht.

 


Barbara Griesinger

Barbara Griesinger

Autorin

Ist seit 1991 im Hause Heilbronner Stimme tätig und gehört seit 1993 zum Redakionsteam der Hohenloher Zeitung. Sie schreibt übers Hohenloher Krankenhaus, soziale Themen und berichtet  vor allem aus dem Altkreis Künzelsau 

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