Nach Kubiz-Räumung baut Öhringen ein neues Haus für Vereine

Öhringen  Nach der Räumung des alten Kubiz soll nun ein neues Haus für die Vereine realisiert werden. Kosten? Rund zehn Millionen Euro. Die nächsten fünf Jahre allerdings müssen die Provisorien ausreichen.

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Kai Langenecker (v.li) und OB Thilo Michler vor dem Kubiz.

Foto: Tscherwitschke

"Das Kubiz hat uns die letzten Wochen mehr als intensiv beschäftigt", erinnert Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler die Stadträte an die vielen Diskussionen mit den Gruppen und Vereinen, die nach dem vernichtenden Urteil des Brandschutzsachverständigen das Kubiz räumen müssen. "Bei Provisorien wird es keine idealen Lösungen geben", weiß Michler. Und es sei nicht überall ein bisschen eng, sondern überall sehr eng.

Aber immerhin, so Michler, seien nun alle Nutzer vorübergehend versorgt. In verschiedenen Schulen und anderen städtischen Gebäuden sowie mit Containern beim Bienenlehrpfad für die Kernzeitbetreuung und weiteren Containern und einer Leichtbauhalle auf der Herrenwiese seien nun alle Nutzer versorgt. Der Gemeinderat stimmte den dafür notwendigen Eilentscheidungen und Ausgaben über etwa 320.000 Euro.

Projektausschuss sucht dauerhafte Lösung

Vor allem aber wurde ein Projektausschuss gebildet, um eine dauerhafte Lösung zu finden. Mit einem städtebaulichen Wettbewerb soll ein neues Haus für die Vereine realisiert werden. An welchem Standort und zu welchen Bedingungen? All diese Fragen werden in dem Ausschuss geklärt, dem Vertreter der einzelnen Fraktionen und drei Vertreter der Vereine neben den notwendigen Mitarbeitern der Verwaltung angehören. Leiten wird das Projekt, das vermutlich Kosten in Höhe von zehn Millionen Euro verursachen wird, Hauptamtsleiter Ulrich Vogtmann.

Roland Weissert erklärte, dass die CDU alle Eilentscheidungen uneingeschränkt mittrage. Schnell soll nun der Einstieg in die Planung gemacht werden. "Denn fünf Jahre sind rum wie nichts". Der alte Standort scheine aus jetziger Sicht ein guter zu sein. Weissert regte aber auch einen Blick auf die bald 30 Jahre alte Kultura an. Möglicherweise stünden auch hier Modernisierungen und so die Möglichkeiten einer Erweiterung an. Auch die SPD begrüße die Neuplanung und vor allem auch die Einrichtung eines Projektausschusses. "Gut, dass da auch die vertreten sind, die das Haus nutzen", erklärte der neue SPD-Fraktionssprecher Patrick Wegener.

Neuer oder alter Standort?

"Das Kubiz hat sich bewährt", findet Otto Weidmann (FWV). Die Kubiz-Nutzer seien von großer Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. 1000 Menschen kommen dort jede Woche zusammen. Jetzt gehe es darum, zügig und zielgenau zu planen.

Katharina Krehl (Grüne/UNS) regte an, den Parkplatz zwischen Fressnapf und Bahnlinie statt des ökologisch wertvollen Bienenlehrpfads für die Container der Kernzeitbetreuung zu nutzen. Drei Klassenzimmer-Container werden gebraucht. Entsprechende Gespräche habe man geführt, da sei aber nichts zu machen, erklärt OB Thilo Michler. Die Container würden so gestellt, dass der Eingriff in das Ökosystem so gering wie möglich ausfalle. Wegen der Kernzeitbetreuung waren viele Mütter im Saal.

Intelligente Lösungen suchen

"Wir müssen uns alle an der Nase packen, das Thema nicht früher angepackt zu haben", sagt Markus Hassler (LBÖ). Auch seine Fraktion würde nochmals den Standort diskutieren. Wichtig sei es, sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Und vor allem: "Intelligente Lösungen sind gefragt".

 


Yvonne Tscherwitschke

Yvonne Tscherwitschke

stv. Redaktionsleiterin Hohenloher Zeitung

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

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