Mann aus Hohenlohe bei Flugzeugabsturz gestorben

Addis Abeba  Beim Absturz der Boeing 737 der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines am vergangenen Sonntag in Äthiopien kam auch eine Person aus Baden-Württemberg ums Leben. Es handelt sich um einen Mann aus dem Hohenlohekreis.

Von Michael Schwarz, Hans-Jürgen Deglow und dpa

Arbeiter legen Blumen nieder an der Stelle, an der die Boeing 737 Max 8 der Ethiopian Airlines kurz nach dem Start abgestürzt war. Foto: dpa

Dies bestätigte das Stuttgarter Innenministerium der Heilbronner Stimme. Bei dem Absturz waren alle 157 Menschen an Bord der relativ neuen Maschine ums Leben gekommen. Darunter befanden sich auch fünf deutsche Staatsbürger.

Flugschreiber sind in Paris eingetroffen

Unterdessen sind die beiden Flugschreiber in Frankreich angekommen. Sie sollen am Nachmittag zur Auswertung in die Büros der französischen Luftsicherheitsbehörde BEA gebracht werden. Die BEA hatte zuvor via Twitter mitgeteilt, die äthiopischen Behörden hätten bei der Untersuchung der Flugschreiber um Unterstützung gebeten.

Die sogenannten Blackboxes zeichnen den Sprechfunk im Cockpit und alle Flugdaten auf, weswegen sie für die Klärung der Unglücksursache entscheidend sein könnten. Für gewöhnlich werden die Flugschreiber nach Unglücken ins Land des Flugzeugherstellers geschickt, was in diesem Fall die USA gewesen wären.

Fachanwalt rechnet mit Schadenersatzforderungen gegen Boeing

Der Jurist Christof Wellens, Vorsitzender des Vereins „Crash – Gesellschaft für Opferrechte“, sieht nach dem Absturz in Äthiopien Schadensersatzforderungen von Angehörigen zukommen. Wellens sagte der Heilbronner Stimme: „Es ist sicherlich nach jetzigem Stand einigermaßen wahrscheinlich, dass sich aus dem Fall der abgestürzten Boeing 737 Max 8 ein Schadenersatzverfahren entwickeln wird.“ Wellens hat selbst Angehörige der Opfer des 2015 abgestürzten Germanwings-Fluges vertreten.

Für Wellens stellen sich drängende Fragen: „Hat der Hersteller nach dem ersten Absturz des Typs richtig gehandelt? Hätte man die Baureihe bis zur endgültigen Klärung der Ursache am Boden halten müssen? Eine unzureichende Warnung vor Risiken würde auch schon für eine Haftung ausreichen.“

Eine klare Meinung hat er zum europaweit verhängten Flugverbot für die Boeing 737 Max 8: „Ich selbst würde derzeit nicht einsteigen in das zwei Mal verunglückte Boeing-Modell. Das wäre mir eindeutig zu risikoreich.“

Probleme mit der Steuerungssoftware vermutet

Der Absturz am Sonntag in der Nähe von Addis Abeba ereignete sich nur fünf Monate nach einem ähnlichen Unglück in Indonesien. In beiden Fällen war eine relativ neue Boeing 737 Max 8 im Einsatz. Bei dem indonesischen Crash vermuten die Experten, dass eine von Boeing für den Flugzeugtyp entwickelte Steuerungssoftware eine entscheidende Rolle gespielt haben könnte. Im Fall der Katastrophe von Äthiopien meldeten die Piloten laut der Airline Probleme mit der Flugsteuerung.                                                                                                                                                                   


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