Manchmal wird es ganz schön eng auf dem Wertstoffhof in Beltersrot

Kupferzell  Die zentrale Sammelstelle im Hohenlohekreis wird bis Frühjahr 2020 erneuert. Stimme.de erklärt, was während der Umbauphase seit April gut läuft und was nicht.

Von Ralf Reichert

Wertstoffhof in Beltersrot: Manchmal wird es ganz schön eng

Der zentrale Wertstoffhof des Hohenlohekreises wird bis Frühjahr 2020 umgebaut. Die Arbeiten starteten im April und laufen planmäßig. Fotos: Ralf Reichert

Der Wertstoffhof in Beltersrot ist für die Bürger des Hohenlohekreises von zentraler Bedeutung. Hier können private Haushalte und Gewerbetreibende die meisten Müllarten und die größten Müllmengen abliefern - bis hin zu Fenstern und Altreifen, Sperrmüll und Agrarfolien. Diese Stoffe können nur dort entsorgt werden: in der Regel gegen Gebühr.

Seit April wird der Wertstoffhof umgebaut, im Frühjahr 2020 soll alles fertig sein. Und der Betrieb? Soll während dieser Phase möglichst reibungslos weiterlaufen.

Wartezeiten und Großanlieferer

Wie funktioniert das Procedere bisher? Eigentlich ganz gut. Wären da nicht die Wartezeiten, die zu Spitzenzeiten immer noch sehr lang sein können. Und wären da nicht Laster oder Schlepper, die große Müllmengen auch freitags und samstags ankarren, obwohl diese Tage für Kleinanlieferer reserviert sind. Das blockiert den Betrieb zusehends, zumal die Übergangsfläche nicht wie ursprünglich geplant 30 mal 50 Meter misst, sondern viel weniger. Weil jetzt doch mehr Abstand zur Baustelle gehalten werden muss und Wasser- und Stromleitungen gefunden wurden, die vorher keiner auf der Rechnung hatte.

Chaotische Verhältnisse sind vorbei

Die Kapazitäten sind also beschränkt. Dafür läuft jetzt alles viel geordneter ab, die teilweise chaotischen Verhältnisse der Vergangenheit sind weitgehend passé. Die Zu- und Ausfahrt sind klar getrennt, der gebührenfreie Abschnitt vom Bezahlbereich ebenso. Statt bis zu vier sind nun bis zu sieben Mitarbeiter im Einsatz. Und die Menge des gebührenpflichtigen Abfalls wird nicht gewogen, sondern geschätzt und über Volumenpauschalen abgerechnet - wenn nicht gerade ganz große Kaliber oder Schüttgut anrollen. Bereits seit 2018 haben wir das meiste geschätzt", sagt Silvia Fritsch, Betriebsleiterin der Abfallwirtschaft. Das beschleunigt den Prozess.

Matthias Jahn aus Künzelsau kann jedenfalls nicht klagen. Mit Jens Zwiefelhofer aus Forchtenberg lädt er an diesem Freitag Sperrmüll, Schränke und Tische, eine Waschmaschine und einen Kühlschrank ab. Jahn ist auch häufiger geschäftlich hier, um Müll zu entsorgen. Sein Eindruck: "Vor einem Jahr war es noch ein ziemliches Durcheinander. Jetzt ist die Anlieferung stressfreier. Die Mitarbeiter sind viel direkter bei den Leuten und leiten sie von Anfang bis Ende konsequent an." Während am Freitag alles ganz flott geht, hat er am Mittwoch zwanzig Minuten warten müssen. "Aber auch da sind wir gut angewiesen worden", zeigt er Verständnis für die bauliche Ausnahmesituation.

Fehlendes Verständnis

Wertstoffhof in Beltersrot: Manchmal wird es ganz schön eng
Jens Zwiefelhofer (links) und Matthias Jahn laden am Freitag in Beltersrot unter anderem eine alte Waschmaschine ab. Alles läuft reibungslos, nachdem Werner Schwarz (rechts) sie angewiesen hat.

Dieses Verständnis würde sich Silvia Fritsch auch von manch anderen Kunden wünschen. Sei es, weil Kleinanlieferer ihren Abfall nun nicht mehr direkt an die Container fahren können, sondern ein paar Meter schleppen müssen. Sei es, weil Großanlieferer weiter munter am Freitag und Samstag und nicht wie vorgeschrieben dienstags und mittwochs kommen - und damit den Platz versperren.

"Würden wir diese Regeln nicht umsetzen, könnten wir den Baustellenbetrieb gar nicht bewerkstelligen", sagt Fritsch. "Vergangene Woche war ein absolut unbelehrbarer Kunde da. Der wollte seinen Kühlschrank auf keinen Fall die paar Meter tragen, sondern möglichst in den Container fahren."

Besonderheit am Wochenende

Matthias Jahn hat damit kein Problem. Auch die Abfallmenge ist für einen Freitag mit rund 2,5 Kubikmeter völlig im Rahmen. "Ein Pkw-Anhänger fasst höchstens vier Kubikmeter. Das bekommen wir hin", erklärt Fritsch die Besonderheit am Wochenende: Ein Containertausch durch die Abfuhrunternehmen sei dann nicht möglich. Und die Lagerkapazität ist und bleibt beschränkt.

Nun will die Abfallwirtschaft die Zügel anziehen und das Abladen verweigern, wenn letzte Mahnungen nicht fruchten. "Die größten Müllmengen kommen aus der Landwirtschaft, es sind vor allem Agrarfolien." Großanlieferungen über zehn Kubikmeter werden grundsätzlich nicht angenommen. Die Abfallwirtschaft empfiehlt, dafür einen Containerdienst zu beauftragen.

Alternativen

Der Umbau dauert bis Frühjahr 2020. Die Lagerkapazitäten auf dem Wertstoffhof Beltersrot sind während dieser Zeit beschränkt. Weil bis dahin nur eine kleinere Fläche zur Verfügung steht, empfiehlt Silvia Fritsch, Betriebsleiterin der Abfallwirtschaft: "Wertstoffe, die nicht zwingend nach Beltersrot müssen, können zu erweiterten Öffnungszeiten auf den Recyclinghöfen in Künzelsau und Waldenburg angeliefert werden." Für Sperrmüll stehe die AIH in Neuenstein bereit. Asbest werde in der Bauphase gar nicht mehr in Beltersrot angenommen, sondern bei der Firma Gronbach in Hessental. Weitere Infos: www.abfallwirtschaft-hohenlohekreis.de

 

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