Künzelsauer Klinik schließt am 15. November

Hohenlohe  Der Umzug von Patienten und Geräten nach Öhringen dauert zwei Tage. Diie Notfallversorgung bleibt danach rund um die Uhr gesichert.

Künzelsauer Klinik schließt am 15. November

Am 15. November gehen die Lichter in der Künzelsauer Klinik aus. Im Zwischenbau wird dann zu bestimmten Zeiten nur noch ein Notarzt sitzen.

Foto: Archiv/Mugler

Die stationäre Patientenversorgung am Hohenloher Krankenhaus in Künzelsau endet am 15. November. Dann beginnt der Umzug in die Öhringer Klinik, der zwei Tage dauern wird. Zunächst werden die Patienten verlegt, dann folgen Geräte und Materialien. Dies meldet die BBT-Gruppe. Sie schwingt seit gut einem Jahr als Mehrheitsgesellschafter das Zepter im Hohenloher Krankenhaus.

Stimme.de hatte bereits am 12. September über die Grundzüge dieser Zusammenlegung berichtet. Jetzt wurden die Termine und Prozesse weiter präzisiert. Laut BBT-Mitteilung entstehe zurzeit eine neue Bettenstation im Erdgeschoss der Öhringer Klinik. Außerdem seien alle Verwaltungsbereiche im Gebäude der Reha-Klinik zusammengezogen worden. Der ursprünglich geplante Modul-Bau wird nicht benötigt, die Unterbringung erfolgt ausschließlich in den Bestandsräumen. Wenn der erweiterte Betrieb ab 18. November beginnt, werden dort 193 statt 157 Betten zur Verfügung stehen.

Zusammenlegung erfolgt fristgerecht

Hintergrund der Zusammenlegung ist der Kreistagsbeschluss vom 10. Dezember 2018, die stationäre Versorgung bis spätestens 31. Dezember 2019 am Standort Öhringen zu konzentrieren. "Wir sind in den vergangenen Wochen in Öhringen alle ein wenig zusammengerückt und haben Platz geschaffen für die Patienten und Kollegen aus Künzelsau", erklärt Thomas Wigant, Regionalleiter der BBT-Gruppe für Tauberfranken-Hohenlohe.

Das Deutsche Rote Kreuz transportiert die Patienten am Freitag, 15. November, von den Künzelsauer in die Öhringer Stationen. Ein Spezialunternehmen kümmert sich am Samstag, 16. November, um das Material und Labor.

Betrieb wird ab Anfang November gedrosselt

Mitarbeiter

Die meisten Mitarbeiter aus Künzelsau kommen laut Mitteilung der BBT-Gruppe im Krankenhaus Öhringen unter. Einige würden in eine Einrichtung der Hohenloher Seniorenbetreuung wechseln, weitere im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim oder bei einer der Kommunen beschäftigt sein. Keinem Mitarbeiter sei gekündigt worden.

Wie die BBT-Gruppe weiter mitteilt, sollen ab Anfang November keine Patienten mehr ins Künzelsauer Krankenhaus eingeliefert werden, bei denen längere Liegezeiten absehbar seien. "Damit soll die Zahl der Patienten, die liegend nach Öhringen transportiert werden müssen, überschaubar gehalten werden", sagt Melanie Junge, die den Umzug managt. Dies gelte auch für die Belegärzte. Sie würden ihre Patienten für Operationen ab Anfang November ins Öhringer Krankenhaus einweisen. Derzeit werden in Künzelsau noch rund 30 Patienten stationär behandelt. Der Klinik-Neubau in Öhringen soll Anfang 2021 starten und 2023 stehen.

Notfallversorgung weiter rund um die Uhr

Die Notfallversorgung der Menschen in Künzelsau und Umgebung sei weiterhin rund um die Uhr gesichert, beteuert die BBT-Gruppe. Ab dem 15. November werde ein zusätzlicher Notarzt in Künzelsau sein. Er sitze im Zwischenbau des Krankenhauses und springe immer dann ein, wenn die niedergelassenen Ärzte nicht in ihren Praxen oder in der Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) erreichbar seien: also montags, dienstags und donnerstags von 18 Uhr bis 8 Uhr sowie mittwochs, freitags bis sonntags und feiertags von 14 bis 8 Uhr. Die Notruf-Telefonnummern der niedergelassenen Ärzte sei zudem rund um die Uhr kostenlos unter 116 117 erreichbar. In lebensbedrohlichen Fällen gelte die Nummer des Rettungsdienstes: 112.

Unfallchirurgie wird schon ab 14. Oktober zentralisiert

Künzelsauer Klinik schließt am 15. November

Farbe für die neue Bettenstation im Krankenhaus Öhringen: Bis Mitte November soll dort alles fertig sein für die Aufnahme der Patienten aus Künzelsau.

Foto: privat

Dr. Andreas Berglehner, Chefarzt der Unfallchirurgie, habe das Krankenhaus Ende September verlassen. Damit könnten Arbeitsunfälle nicht mehr in der Künzelsauer Klinik behandelt werden, sondern nur noch von Dr. Oliver Böhm im Ärztehaus Medi-Kün. Die gesamte Unfallchirurgie - ambulant wie stationär - werde deshalb bereits ab Montag, 14. Oktober, in Öhringen zentralisiert. Ein Arzt der Unfallchirurgie bleibe mit einem kleinen Team bis 15. November in Künzelsau.


Ralf Reichert

Ralf Reichert

Redaktionsleiter Hohenloher Zeitung

Ralf Reichert ist seit Oktober 2006 Redaktionsleiter der Hohenloher Zeitung. Die Region Hohenlohe ist seit jeher seine journalistische Heimat. Er kam vom Haller Tagblatt und stammt aus dem Taubertal. Bei der HZ kümmert er sich vor allem um die Kreisthemen. 

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