Künzelsauer Astronaut Gerst in Moskau gefeiert

Moskau/Künzelsau  Acht Wochen nach seiner Rückkehr von der Internationalen Raumstation (ISS) ist der Künzelsauer Astronaut Alexander Gerst in Moskau gefeiert worden. Mit dabei war die Hohenloher Band "Annâweech".

Von unserer Redaktion und dpa
Email
Alexander Gerst (l.) mit den Musikern von Annâweech und dem deutschen Botschafter in Moskau. Foto: Privat

 

Moskau und das Sternenstädtchen seien schon fast wie ein zweites Zuhause für ihn geworden, sagte der 42-Jährige Gerst am Mittwoch bei einem Willkommensfest in der deutschen Botschaft. Für den Geophysiker aus Künzelsau spielte die Hohenloher Band „Annaweech“ auf. "Es war in allen Bereichen ein wundervoller Abend. Ich habe noch nie erlebt, dass zu Annâweech-Musik getanzt wurde", meinte Sänger und Gitarrist Frank Winkler gegenüber Stimme.de.

Offiziell eingeladen wurde die Band von der Deutschen Botschaft. Mit dabei waren auch Kosmonaut Sergej Prokopjew und die US-Astronautin Serena Auñón-Chancellor, mit denen Gerst sechs Monate auf der ISS lebte und forschte - als erster deutscher Kommandant auf der ISS.

Gerst spricht von der Zerbrechlichkeit der Erde

Gerst war im Dezember zurückgekehrt. Einmal mehr sprach er von der Zerbrechlichkeit der Erde, die es zu schützen gelte. „Die Erde ist unser kleines Raumschiff“, sagte Gerst. Sie dürfe nicht kaputt gehen, eine zweite gebe es nicht.

Party für Alexander Gerst mit Annâweech in Moskau
Den Song "Mister Cool" hat die Hohenloher Band 2014 eigens für Gerst geschrieben.

Die Astronautin Auñón-Chancellor sagte, sie habe auf der ISS am meisten das Geräusch des Windes und andere erdtypische Klänge vermisst. „Die schaust auf die Erde, aber du kannst sie nicht fühlen.“ Sie ermunterte vor allem junge Frauen, sich nicht von ihren Berufswünschen abbringen zu lassen.

ISS als Beispiel für länderübergreifende Zusammenarbeit

US-Botschafter Jon Huntsman schlug mit Blick auf die politischen Spannungen zwischen Washington und Moskau vor, den nächsten Gipfel auf der ISS auszurichten: Der Außenposten der Menschheit sei ein Beispiel dafür, wie die Länder trotzdem gut zusammenarbeiten könnten.

Bei der Feier in Moskau erinnerten Russen und Deutsche auch an Sigmund Jähn, der am Mittwoch seinen 82. Geburtstag gefeiert hatte. Der DDR-Bürger Jähn war 1978 als erster Deutscher ins All geflogen.

 

Alexander Gerst war ein halbes Jahr im All

Nach gut einem halben Jahr an Bord der Internationalen Raumstation kehrte Alexander Gerst kurz vor Weihnachten wieder auf der Erde zurück. Die Sojus-Kapsel mit Gerst, der US-Astronautin Serena Auñón-Chancellor und dem russischen Kosmonauten Sergej Prokopjew landete in der Nacht auf den 20. Dezember in der kasachischen Steppe. Ein Video der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos bei Twitter zeigte die erfolgreiche Landung der Sojus-Kapsel. 

 

 

Letzte Botschaft zur Erde

Als letzte Botschaft aus dem Weltall hatte Alexander Gerst noch ein Video getwittert. In seiner ganzen Zeit auf der ISS hatte er immer wieder Fotos von der Erde bei Twitter und Facebook geteilt - einige davon haben auch seine Hohenloher Heimat gezeigt.

In seinem letzten Video von der ISS sagt Gerst: "Wenn ich so auf den Planeten runter schaue, dann denke ich, dass ich mich bei euch leider entschuldigen muss." Damit spricht er seine Enkelkinder an, die er irgendwann haben möchte. "Im Moment sieht es so aus als ob wir, meine Generation, euch den Planeten nicht gerade im besten Zustand hinterlassen werden."

 

 


Kommentar hinzufügen