Im Hohenlohekreis fehlen zum Schulstart Lehrer

Hohenlohe  38 neue Lehrkräfte treten im Hohenlohekreis ihren Dienst an. Ausreichend ist das nicht. Schon jetzt, so das Schulamt, sei die Krankheitsreserve, die eigentlich bei längerfristigen Ausfällen einspringt, im Einsatz.

Email

Im Hohenlohekreis treten 38 neue Lehrkräfte ihren Dienst an. Insgesamt beginnen im Schulamtsbezirk, zu dem auch die Kreise Schwäbisch Hall und Main-Tauber gehören, 119 neue Lehrer an öffentlichen Schulen. Nicht mitgezählt die Gymnasien. Elf Lehrer beginnen an Privatschulen.

Doch für eine gute Lehrerversorgung fehlen Kräfte. Bis Ende September sind die offenen Stellen ausgeschrieben unter "Stelleninfo RP".

Krankheitsreserve muss jetzt schon ran

Denn schon jetzt, so das Schulamt, sei die Krankheitsreserve für längerfristige Ausfälle im Einsatz. In Einzelfällen werde noch nach Lösungen gesucht. Doch das Angebot verfügbarer Lehrkräfte mit Zweiter Staatsprüfung sei derzeit erschöpft. "Einige teils mehrfach ausgeschriebene Stellen konnten daher bisher noch nicht besetzt werden", heißt es in der Mitteilung der Behörde.

Diesen Zustand kritisiert für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Kreisvorsitzende Jana Kohlberg. Sie erwartet von der Landesregierung einen "Doppelhaushalt für bessere Bildung" und als Sofortmaßnahme einen Ausbau der Vertretungsreserve noch in diesem Jahr. "Die große Zahl arbeitsloser Gymnasiallehrer wäre ebenso dankbar wie die Schulen", sagt Kolberg. Und: "Wer die Qualität von Unterricht verbessern will, muss zunächst dafür sorgen, dass er stattfindet."

Der Lehrermangel bereite Schulleitungen und Lehrkräften die größten Sorgen. Nicht besetzte Stellen von Anfang an und Mutterschaftsfälle, Personal mit und ohne Lehrerausbildung mit befristeten Verträgen überlagerten die vielen weiteren Aufgaben.

Zahl der Schulanfänger liegt bei 3240

Den Lehrern stehen 3240 Schulanfänger an den Grundschulen, 581 Kinder in Klasse fünf der Haupt- und Werkrealschule, 618 Schüler in der 5. Klasse der Gemeinschaftsschule und 2238 in der 5. Klasse Realschule gegenüber.

Um Kinder früh in ihrer Entwicklung zu unterstützen, hat das Land die sprachliche und elementare Förderung im Paket Bildung und Betreuung neu gestaltet. Das neue Konzept Kolibri (Kompetenzen verlässlich voranbringen) startete bereits zum aktuellen Kindergartenjahr.

Auf Schulamtsebene haben die Stadt Künzelsau, die Arbeitsstelle Frühkindliche Bildung und das Schulamt mit Unterstützung des Bundesprogramms "Qualität vor Ort" das Netzwerk "Durchgängige Sprachförderung in Künzelsau" gegründet. Die Sprachförderung beginnt in Kindertageseinrichtungen und endet mit der Grundschulzeit.

Fokus auf Mathe und Deutsch

Damit die Grundschulkinder solide lesen, schreiben und rechnen können, wurde die Kontingentstundentafel der Grundschulen von 98 auf 102 Stunden erhöht. Auch die Entscheidung, ab dem Schuljahr 2018/19 die Fremdsprachen in der Grundschule erst ab Klasse drei beginnen zu lassen, verfolgt dieses Ziel, denn die vier frei werdenden Stunden erhalten die Grundschulen, um Schüler zusätzlich in Deutsch und Mathematik zu fördern. Der Rechtschreibrahmen ist umzusetzen.

Im Hohenlohekreis sind drei neue Ganztagesgrundschulen an den Start gegangen. Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann sagt Lösungen für die teils schwierige Situation der Werkrealschulen zu.

 


Yvonne Tschwerwitschke

Yvonne Tscherwitschke

Autorin

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

Kommentar hinzufügen