Hotelbranche im Hohenlohekreis birgt viele Potenziale

Hohenlohe  Aktuelle Hotel-Eröffnungen und -Erweiterungen lassen den Blick in die Zukunft richten. Andreas Dürr von der Touristikgemeinschaft Hohenlohe ist überzeugt: Mit den Themen Park und Garten, Wein und Wandern ist noch mehr drin.

Von Ralf Reichert

Hotelthema Wein: Verkostungen und Führungen erleben, garniert mit ansprechender Architektur.

Das neue Panoramahotel in Waldenburg hat gerade eröffnet und die Zahl der Zimmer von 69 auf 120 geschraubt. Das Landhotel Beck in Beltersrot hat jetzt 80 statt 42 Zimmer, der Gasthof Engel in Künzelsau will sein Kontingent bis April 2019 erweitert haben: mit dann 48 Zimmern (jetzt 26). Und direkt an der A6, in Schwabbach, gibt es seit einem Monat etwas ganz Neues: das Motel Hohenloher Tor mit 30 Zimmern. Keine Frage: Es tut sich was in der Hotelbranche im Hohenlohekreis. Wie ist diese Entwicklung zu bewerten? Wie stellt sich die aktuelle Lage dar? Wo schlummern die größten Potenziale?

Übertourismus kein Thema

Dieser Reigen an Neueröffnungen und Erweiterungen in so unterschiedlichen Hotelsegmenten sei ein Segen für die Urlaubsregion, sagt Andreas Dürr, Geschäftsführer der Touristikgemeinschaft Hohenlohe: "Da geht mir das Herz auf." Andererseits gebe es vor allem im Jagsttal "noch zu viele Lücken zwischen den Betrieben", und das Preisniveau sei teilweise recht hoch.

48 Hotels sind aktuell auf dem Markt: mit 2307 Betten. "Das Ende der Fahnenstange ist damit noch lange nicht erreicht", erklärt Dürr. Sprich: Der Hohenlohekreis könne noch einige Hotels mehr vertragen - ohne dass die Atmosphäre leide. "Bei uns wird es nie Übertourismus geben. Wir haben immer noch so viel Luft nach oben, dass es erträglich, aber auch wirtschaftlich ist." Die Zahl der Hotels und Betten sei in den vergangenen zehn bis zwanzig Jahren kontinuierlich gestiegen.

Hotelthema Park und Garten: Lustwandeln, entspannen und Lesen im Grünen.

Viele Geschäftsreisende

Was natürlich auch daran liegt, dass die Wirtschaft so floriert und immer mehr Geschäftsreisende untergebracht werden müssen. Dürr weiß: Heimische Weltmarktführer wie Würth und etliche Hotelfachbetriebe, die mutig nach vorne blicken und klug investieren, sind die entscheidenden Treiber der Branche. Und Geschäftsreisende die bei weitem häufigsten Hotelnutzer. "80 Prozent fallen darunter", schätzt der TG-Geschäftsführer. "Und nur 20 Prozent in den privaten Bereich."

Jene Gruppe der Urlauber, die im Schnitt ein bis zwei Tage in Hohenloher Hotels verweilen, müsste man doch noch stärker in den Blick nehmen, oder? Welche Themen könnten sie besonders ansprechen? Andreas Dürr kennzeichnet den typischen Hotelgast in Hohenlohe als Reisenden, "der sich etwas gönnt" und seinen Kurzaufenthalt vor allem dazu nutzt, "um regionales Essen und Trinken zu genießen", spezielle Arrangements zu buchen oder eines der großen Feste zu besuchen. Zum Beispiel das Hohenloher Weindorf.

Drei Themenblöcke, die neue Gäste anlocken können

Hotelthema Wandern: Beschilderung ab Haus, Stiefel trocknen, Rucksack auf dem Zimmer. Fotos: dpa

Apropos Wein: Damit ließen sich noch viel mehr Gäste nach Hohenlohe locken - "vor allem auch jüngere", so Dürr. "Weintourismus ist der naheliegendste Markt, und er ist auch nicht ganz so hart umkämpft." Die Entwicklung im Kreis zeige jedenfalls "senkrecht nach oben", etliche Weingüter hätten die Chancen in den vergangenen Jahren erkannt. "Sogar ein größeres Weinhotel ohne Weingut daneben hätte bei uns absolut Potenzial", blickt Dürr "neidvoll" ins bayerische Franken: etwa auf die "Volkacher Mainschleife", wo der Weintourismus boomt. Garniert mit ansprechender Architektur.

Die Themen "Park und Garten" könnten ebenfalls zu lohnenden Hotelprojekten führen, sagt Dürr. Das Wald- und Schlosshotel spiele diese Trümpfe bereits aus. "Grüne Bereiche, in denen man lustwandeln, entspannen, lesen kann": Solche Hotels mit einer "ganz eigenen Wohlfühlnote" passten prima zu Hohenlohe, das ja auch offiziell als "Park- und Gartenparadies" vermarktet werde.

Als "Wanderparadies" wird Hohenlohe schon länger verkauft. Nur: Wanderer bevorzugen bisher Ferienwohnungen. Aber: "Klassifizierte Wanderhotels mit vielfältigen Extra-Leistungen hätten sicher regen Zulauf."