Hohenloher Gartenbesitzer zeigen ihre grünen Oasen

Hohenlohe  Ein Privatpark in Öhringen und ein Bauerngarten und eine Streuobstwiese in Kupferzell: Beim "Tag der offenen Gärten" konnten die Besucher wunderschöne Gartenparadiese aus der Nähe besichtigen.

Von Peter Hohl
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"Schlag elf ging es los", staunt Sigrid Sitzenfrei. Der Tag der offenen Gärten hatte gerade begonnen, da kamen schon die ersten Gäste in den Landschafts- und Staudengarten an der Theodor-Körner-Straße. Wie einige andere Gartenbesitzer in und um Öhringen auch hatten Jürgen und Sigrid Sitzenfrei ihr blühendes Schmuckkästchen an diesem Sonntag für Besucher geöffnet.

Wobei Schmuckkästchen eine kräftige Untertreibung ist: Rund 2000 Quadratmeter groß ist das Grundstück im Öhringer Nordosten. Da gab es für die Gäste eine Menge zu bestaunen.

"Das ist ein Prachtstück", lobt Suse Schneider, die mit ihrem Mann Heiner und Tochter Petra Häffner die wenigen Schritte vom eigenen Haus herübergekommen ist. Die Blumen und die Sträucher interessieren sie und vor allem, wie der Garten "angelegt und gepflegt ist".

Blütenträume in Stadt und Land

Gärtner unterm Rosenbogen: Jürgen Sitzenfrei in seinem Hausgarten im Öhringer Nordosten.

Seit gut 40 Jahre wohnen die Sitzenfreis in dem Haus an der Theodor-Körner-Straße. Beim Gang durch den Garten kann man sehen, wie der private Park buchstäblich gewachsen ist. Das ehemalige Hanggrundstück wurde terrassiert, üppig blühen die Rosen und Stauden an den Rändern. Büsche und Bäume stehen nicht zufällig dort, wo sie stehen. Jürgen Sitzenfrei informiert sich, bevor er pflanzt.

Drei bis vier Stunden Gartenarbeit pro Tag

Und er investiert sichtbar viel Zeit in die Pflege. Drei bis vier Stunden täglich legt der 80-Jährige Hand an. "Mein Mann ist der Hauptgärtner, ich bin der Handlanger", sagt Sigrid Sitzenfrei augenzwinkernd.

Anneliese und Walter Schüll sind aus Adolzfurt nach Öhringen gekommen. Sie nutzen den Tag, um sich umzuschauen. "Das ist der zweite Garten heute", berichtet Walter Schüll. Schnell kommt er mit Jürgen Sitzenfrei ins Fachgespräch: Was tun gegen den Buchsbaumzünsler? Chemie oder Algenkalk lautet die Alternative.

Blütenträume in Stadt und Land

Rundgang im Bauerngarten: Brunhilde Schlenker (links) und Hermine Münch schauen sich in Kubach um.

Auch im Kupferzeller Teilort Kubach kommen die Menschen miteinander ins Gespräch. Dort zeigt Christiane Kübler-Albrecht ihren Bauerngarten und die Streuobstwiese hinter dem ehemaligen landwirtschaftlichen Hof. Während die Sitzenfreis in Öhringen im eingefriedeten Geviert ihres Hausgartens leben, öffnet sich der Bauerngarten zur Straße und die Streuobstwiese in die weite Agrarlandschaft.

Gärtner und Besucher tauschen Tipps aus

Christiane Kübler-Albrecht beteiligt sich zum dritten Mal am Tag der offenen Gärten und nutzt die Veranstaltung zu einem kleinen Markt dessen, was auf einem so großen Gelände möglich ist. Hier dreht eine Modellbahn unter blühendem Mohn ihre Runden, dort wird frisches Brot verkauft, an anderer Stelle springen junge Ziegen, und gegenüber sind Holzskulpturen ausgestellt. Der Hofladen hat geöffnet, Besucher vespern an Biertischen.

Brunhilde Schlenker und ihre Mutter Hermine Münch sind aus dem nahen Morsbach gekommen. Sie haben selber einen Garten. "Uns interessiert das", begründet Brunhilde Schlenker, warum sie hier ist. An diesem Sonntag wollen es sie und ihre Mutter mit diesem einen Gartenbesuch bewenden lassen. Währenddessen sind in Öhringen Suse Schneider und ihre Tochter Petra Häfner bereits zum nächsten Garten in Dimbach gestartet.

 


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