Hohenlohekreis sucht medizinisches Personal

Hohenlohe  Frühere Pfleger, Ärzte oder Rettungssanitäter sollen sich registrieren lassen, um bei Bedarf das vorhandene Personal zu unterstützen.

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"Das Personal wird das restriktierende Element sein", fürchtet Landrat Matthias Neth, sollte eine größere Anzahl von Menschen gleichzeitig wegen einer Covid-19-Erkrankung in die Klinik müssen. Deshalb bittet der Hohenlohekreis die Bevölkerung in der Corona-Krise um Hilfe. "Da die Pandemie noch länger andauern wird, ist es wahrscheinlich, dass die Fachkräfte Unterstützung brauchen", heißt es in der Pressemitteilung. Deshalb soll sich medizinisches Personal melden, um bei Bedarf helfen zu können. Weiter werde auch versucht, beim vorhandenen Personal entstehende Quarantäne-Zeiten so gering wie möglich zu halten.

Daten sammeln

Vorerst geht es darum, dass die Daten der Hilfeanbietenden gespeichert werden. Der Aufruf richtet sich an jeden, der über medizinische oder pflegerische Fachkenntnisse verfügt, aber derzeit nicht im Gesundheitssektor arbeitet. Besonders Ärzte, Pflegekräfte, Pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) oder Medizinisch-technische Assistentinnen (MTA) im Ruhestand, in Elternzeit, im Studium oder in Ausbildung sind gesucht. Auch wer eine Rettungssanitäter-Ausbildung habe oder anderweitig etwas beitragen wolle, sei gefragt. "Wir freuen uns über alle Freiwilligenmeldungen von Personen mit medizinischer oder pflegerischer Ausbildung", sagt Neth. Gesucht werde breitgefächert. Der ehemalige Zivildienstleistende mit Rettungshelfer-Ausbildung sei genauso gefragt wie der Herzchirurg im Ruhestand.

Ausbildung

Wie funktioniert die Meldung? Wer helfen kann, soll sich beim Gesundheitsamt des Hohenlohekreises unter der E-Mail-Adresse cv-medhilfe@hohenlohekreis.de oder telefonisch unter 07940 18-385 (erreichbar montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr) melden. Dann werden die Daten und die Art der Ausbildung aufgenommen und in der Datenbank vermerkt. Sollte es in einem Bereich Engpässe geben, weil beispielsweise medizinisches Personal selbst in Quarantäne ist, werde bei Bedarf Kontakt mit den passenden Kräften aufgenommen.

Die Empfehlung, das medizinische Personal aufzustocken, stammt vom Robert-Koch-Institut (RKI). Bei jeder freiwilligen Meldung wird darauf geachtet, dass ältere Fachkräfte nicht einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt werden.


Yvonne Tscherwitschke

Yvonne Tscherwitschke

stv. Redaktionsleiterin Hohenloher Zeitung

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

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