Hohenlohe-Landrat feiert Miteinander und Cosima

Hohenlohe  Warum Matthias Neth schon zu seinem 40. Geburtstag einen Empfang im Landratsamt gibt.

Hohenlohe-Landrat feiert Miteinander und Cosima

Das größte Geschenk zum 40. Geburtstag hält Landrat Matthias Neth beim Empfang stolz in Händen: links Tochter Cosima, rechts Gattin Jutta.

Foto: Ral Reichert

Warum empfängt er bereits an seinem 40. Geburtstag Gäste im Landratsamt? Ist dieses Alter wirklich schon ein Grund, so zu feiern? Diese Fragen bekam Landrat Matthias Neth zuletzt öfter zu hören. Natürlich stets mit einem Augenzwinkern.

Und so beginnt auch er seine Rede am Mittwoch mit einem Schmunzeln angesichts der Erreichung des Schwabenalters am 4. September. Da werde man ja nach landläufiger Meinung "g'scheit".

Doch mit dieser "Gescheitwerdung" habe die Einladung nichts zu tun, der immerhin 120 Vertreter aus Kommunalpolitik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Mitarbeiter des Landratsamts gefolgt sind. Denn: "Meine Gattin hat mich heute früh einen Kindskopf genannt. Deshalb ist hier keine charakterliche Weiterentwicklung festzustellen." Gudrun Trinkbauer, die starke Frau im Vorzimmer, mutmaßte wiederum ob dieses Empfangs: "Oh je, jetzt beginnt bei Ihnen die Midlife-Crisis." Worauf Neth am Mittwoch erklärt: "Ich hatte meine Midlife-Crisis schon mit 30."

Menschen aus dem Kreis zusammenbringen

Ein dritter möglicher Grund, nämlich "die Lebensleistung zu feiern", kommt für Neth ebenfalls nicht in Betracht. "Ich habe noch 25 bis 30 Jahre vor mir." Dann könne man darüber reden. Der Pressesprecher des Landratsamts schlug als Erklärung vor: Der Landrat feiert deshalb, weil er im letzten Haushaltsplan als "ausgesondert" eingestuft wurde. Aber auch das sei nicht der Grund.

Vielmehr will Neth mit diesem "etwas weniger formellen Empfang", der kein Festakt sein soll, "Menschen aus dem Kreis, die für den Kreis wirken, zusammenbringen". Wie es auch sonst eine seiner Hauptaufgaben als Landrat sei.

Zwei persönliche Gründe sind ihm am wichtigsten

Am wichtigsten sind ihm zwei persönliche Gründe. Der erste: In den vergangenen sechs Jahren seien viele sehr gute Verbindungen gewachsen: dienstlich und freundschaftlich. "Ich möchte allen Danke sagen, die uns in Hohenlohe so toll aufgenommen haben. Wir fühlen uns hier sehr wohl und haben Wurzeln geschlagen." Der weitere Anlass für den Empfang erblickte am 10. Februar das Licht der Welt. "Jutta und ich müssten seitdem eigentlich ununterbrochen feiern, wenn die Nächte nicht so kurz wären", herzt er Tochter Cosima, "die heute die musikalische Untermalung übernimmt". Sie werde Hohenlohe als ihre Heimat kennenlernen.

Wegen der "schwierigen gesundheitlichen Lage meiner Frau vor einem Jahr" gebe es einen weiteren besonderen Grund, Danke zusagen: "am besten an eine höhere Instanz".

Ein starkes Band in die Gegenwart

Ansonsten hält es Neth an seinem 40. Geburtstag wie Alt-Landrat Franz Susset: "Kurze Reden, lange Würste." Ein Wunsch von ihm wird freilich erfüllt. Kreisarchivar Thomas Kreutzer blickt süffisant zurück: auf sein Geburtsjahr 1979. Und siehe da: Ein starkes Band in die Gegenwart ist geknüpft. Denn: Ob Krankenhaus oder Müllentsorgung, Nahverkehr oder Berufsschulen: "Das", so Neth, "was wir heute als ganz neu oder revolutionär ansehen, begleitet uns in Wirklichkeit immer wieder in der Kreispolitik."

 


Ralf Reichert

Ralf Reichert

Redaktionsleiter Hohenloher Zeitung

Ralf Reichert ist seit Oktober 2006 Redaktionsleiter der Hohenloher Zeitung. Die Region Hohenlohe ist seit jeher seine journalistische Heimat. Er kam vom Haller Tagblatt und stammt aus dem Taubertal. Bei der HZ kümmert er sich vor allem um die Kreisthemen. 

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