Grüne Politik für Hohenlohe und für Europa

Öhringen  Frühjahrsempfang der Grünen im Hohenlohekreis steht ganz im Zeichen der in zwei Wochen anstehenden Kommunal- und Europawahl. Mit Anna-Deparnay Grunenberg ist die Grünen-EU-Spitzenkandidatin in Öhringen zu Gast.

Von Bettina Hachenberg

Grüne Politik für Hohenlohe und für Europa
Engagieren sich für grüne Politik auf Stadt-, Kreis-, Bundes- und Europaebene: (v.li.) Katharina Krehl, Willi Griese, Anna Deparnay-Grunenberg, EU-Spitzenkandidatin im Land, Catherine Kern, MdB Harald Ebner und Erika Bauer. Foto: Bettina Hachenberg

Was tun gegen Klimawandel und Insektensterben, wie die Artenvielfalt erhalten, wie den Frieden bewahren und Europa weiter voranbringen, wo grüne Ideen in die lokale Politik einfließen lassen - der gut besuchte Frühjahrsempfang der Kreis-Grünen am Samstag im "Württemberger Hof" stand im Zeichen der anstehenden Kommunal- und Europawahlen. Kreisvorsitzender Willi Griese freute sich, dass mit Anna Deparnay-Grunenberg die Grünen-Spitzen-Kandidatin im Land für die Europawahl nach Öhringen gekommen war.

Gestartet wurde mit einer Bilanz der Kreis- und Stadtpolitik

Zunächst ging es um die Kreis- und Stadtpolitik. Erika Bauer, Grünen-Sprecherin im Kreistag, gab einen Rück- und Ausblick auf dessen Arbeit. Die Krankenhaus-Entscheidung sei gefallen. Doch "die Kosten steigen ohne Ende. Das bereitet schon ein wenig Bauchschmerzen." Dasselbe gelte für die Planung für das neue Landratsamt. Für die Grünen stehe fest, "das Landratsamt muss in Künzelsau bleiben." Die Grünen hoffen, dass auch im Kreis die Wertstofftonne eingeführt wird. "Wir müssen uns aber bewusst sein, Müllentsorgung kostet." Bei der Straßensanierung gelte für die Grünen die Faustregel, "bevor neu gebaut wird, erhalten."

Die Interessen gehen auseinander 

Neue Energiekonzepte, Stadtplanung und Wohnungsbau seien große Themen auf kommunaler Ebene, berichtete Katharina Krehl, Vorsitzende der Fraktion UNS/Grüne im Öhringer Gemeinderat. Die Grünen seien für Verdichtung innerorts, gegen Zersiedelung. Doch gebe es oft Interessensgegensätze. Ein großer Streitpunkt sei, wie man mit Gewerbeansiedlung umgehe. Hier gab Krehl den Ball an die Bundespolitik weiter. Weil sich die Gemeinden durch die Gewerbesteuer finanzieren, seien diese fast gezwungen, gegeneinander zu arbeiten. "Umweltpolitisch nicht sehr gefreut" hätten die Grünen die Erweiterungspläne einer renommierten Firma, die man sehr gern am Ort habe. "Das alles hängt an der Steuerverteilung."

Der Artenverlust bedroht die Existenzgrundlage der Menschen

"Es ist hochdramatisch, was passiert. Das geht uns alle an. Der Artenverlust bedroht die Existenzgrundlage der Menschen", warnte Harald Ebner. Der Hohenloher Bundestagsabgeordnete, der einen Einblick in die Bundespolitik gab, setzt sich vehement dafür ein, dass die Bundesregierung endlich - auch auf EU-Ebene - handelt. Den Bauern müsse öffentliches Geld für Umweltleistungen und nicht für Flächen gegeben werden.

Europa als Friedensprojekt

Engagiert skizzierte Anna Deparnay-Grunenberg (42) die politischen Ziele der Grünen für Europa. Die Deutsch-Französin ist eine leidenschaftliche Verfechterin des europäischen Gedankens und die deutsch-französische Zusammenarbeit. "Sich für Europa einzusetzen, ist ein Friedensprojekt." Aber die Art und Weise, wie wir leben und wirtschaften, sei nicht nachhaltig. Sie unterstrich: "Die ökologische Wende gelingt nur, wenn man sie sozial gestaltet." Vor Ende des Empfangs stellten sich 14 der Kreistags- und Öhringer Gemeinderatskandidaten vor.

 


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