Fürstliche Gartentage auf Schloss Langenburg

Langenburg  Mehr als 180 Aussteller präsentieren noch bis Sonntag rund um das Langenburger Schloss ihre Waren. Schon der Eröffungstag verlief heiß und vielversprechend.

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Es blüht wieder rund um das Langenburger Schloss: Die Fürstlichen Gartentage haben bereits zur Eröffnung am Freitag einen regelrechten Ansturm erlebt. Das sonnige Wetter ließ die Besucher mit den bunten Blumen um die Wette strahlen.

Foto: Tamara Ludwig

Ein vibrierendes, meditatives Brummen ertönt, wabert am Rande der Schlossmauer durch die Luft. Es surrt leicht im Ohr. Geräusche, die einen sofort einfangen, irgendwie beruhigen. Unweigerlich schauen sich die Besucher der Fürstlichen Gartentage in Langenburg nach der Klangquelle um, recken die Köpfe. Und da stehen und hängen sie, glänzen metallisch, teils bunt schimmernd im Sonnenlicht: Gongs. Blickfang und Gehörfang in einem, so scheint es.

Auch Christian Bechtle haben die Schallbecken mit ihrem besonderen Klang eingefangen. "Ich bin Musiker, spiele Posaune und Didgeridoo", sagt er. Einmal habe er an einem Gong-Stand ausgeholfen - und kurz darauf seine eigene Gong-Firma gegründet.

Seitdem vertreibt der Chiemgauer die Instrumente und präsentiert sie auf Messen - schon zum vierten Mal auch in Langenburg. Leicht hat Bechtle es dabei nicht, immerhin wiegt das größte Exemplar stolze 90 Kilogramm.

Fürstliche Residenzen im Kleinformat

Nur wenige Meter entfernt machen die Kunstwerke von Martin Görgner dem Schloss, das ihnen Schatten spendet, Konkurrenz. Zumindest im Kleinformat. Denn optisch fügen sich die kreativen Vogelhäuser, Nistkästen und Dekostäbe aus Beton, mit wunderschönen Ornamenten gearbeitet, perfekt in das Ambiente ein.

Ja, auch Vögel können fürstlich hausen, gönnt man ihnen eine fast 500 Euro teure Residenz. Wert sind die besonderen Stücke ihr Geld allemal. Und Görgner betont: "Ich berechne nur die reine Arbeitszeit, das Künstlerische ist da gar nicht mit drin."

Gut behütet vor der Sonne

Im Parkgraben schaut gerade Silvia Teichert aus Brackenheim-Meimsheim mit prüfendem Blick in den Spiegel. Sie probiert einen eleganten rosa Hut am Stand von Sabine Pfeiffer. Ihr Fazit ist positiv, auch Ehemann Thomas nickt zustimmend. Und schließlich ist ein Hut an einem solchen Sonnentag nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein prima Hitzeschutz.

Ein anderer Hingucker, beziehungsweise Hinhocker, verbirgt sich unter der Brücke. "Nimm Platz!", steht auf einem Schild neben der aus kunterbuntem Mosaik gefertigten Bank. Und die Besucher lassen sich nicht lange bitten, setzen sich und bewundern die Bank in Flower-Power-Optik - passend zum Motto der diesjährigen Gartentage.

Bequemes Mosaikkunstwerk

Gefertigt hat sie Beate Wanner aus Waldenburg. Es ist ihre Abschlussarbeit zur zertifizierten Mosaikkünstlerin an der Mosaikbauschule in Dortmund. Ein halbes Jahr hat Wanner für das Werk aus Styropor, Faserbeton und Mosaiksteinen gebraucht.

Dass die Bank zum Motto der Gartentage passt, ist aber Zufall: "Ich bin dieses Jahr 50 geworden und da habe ich überlegt, was war denn damals?" Woodstock und Flower-Power kamen ihr da sofort in den Sinn. Darauf habe sie aufgebaut.

Auch Herbert und Angelika Hessler aus Bellershausen bei Schillingsfürst (Bayern) nehmen Platz und sind begeistert. "Die sieht nicht nur gut aus, die ist auch bequem", sagt Angelika Hessler. Und schon sitzen die nächsten Besucher und knipsen ein Erinnerungsfoto.

Wenn es nach Beate Wanner geht, dann soll die Bank auch künftig Passanten erfreuen und im öffentlichen Raum aufgestellt werden. Am liebsten wäre ihr das in ihrer Heimat Waldenburg. Aber wer weiß, vielleicht wollen die Langenburger sie auch nicht wieder hergeben.


Termin

Noch am Samstag, 9.30 bis 19 Uhr, und am Sonntag, 9.30 bis 18.30 Uhr, gibt es die Möglichkeit, die Messe rund um das Langenburger Schloss zu besuchen. Die Parkplätze sind ausgeschildert und ohne Gebühr. Kostenlose Bus-Shuttle pendeln zwischen den Parkplätzen und dem Schloss. Der Veranstalter bittet zur Vermeidung von Plastikmüll, eigene Körbe und Taschen für Einkäufe mitzubringen. Der Eintrittspreis beträgt neun Euro für eine Tageskarte, 16 Euro für eine Dauerkarte. Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.


Tamara Ludwig

Tamara Ludwig

Autorin

Tamara Ludwig ist seit 2014 Redakteurin der Hohenloher Zeitung. Dabei hat sie vor allem die Ereignisse und Kommunen im Altkreis Künzelsau im Blick. 

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