Feuriger Auftakt rund um den leuch­tenden Lindelberg

Bretzfeld  Wenn der Berg für den Wein brennt: Rund 3.500 Besucher genießen am Auftaktabend Weine, Spei­sen und Beleuchtung bei der gelungenen Premiere des Bretzfelder Weinevents „Rebenglühen“.

Von Juergen Koch
Email



Eigentlich könnte man den Bretzfel­der Hausberg Lindelberg künftig Lichterberg nennen. Zumindest wenn man ans neue Wein-Event „Rebenglühen – Wenn der Berg für den Wein brennt“ denkt. Rund 3500 Besucher – darunter viele aus den Nachbarkreisen Heilbronn und Schwäbisch Hall - erlebten am Freitagabend zwischen Sonnenuntergang und Vollmond einen gelungenen Auftakt der drei­tägigen Veranstal­tung inmit­ten der Weinberge.

Bei bestem Frühlingswetter ge­nossen sie in ge­selliger Stimmung entlang eines feurig in Szene gesetzten Rundwe­ges Weine, Speisen und Natur. Rund 100 Helfer vor und hinter den Kulis­sen hatten alle Hände voll zu tun, um Durst und Appetit der Wein-Wanderer zu stillen. Am Samstag ab 18 Uhr geht das Rebenglühen in die zweite Runde, am Sonntag bereits ab 11 Uhr ins Fina­le. Veranstalter sind die acht Wein­gütern des Vereins Die Weingüter Bretzfeld, die auch die Fürstenfass-Weinkellerei mit ins Boot genommen ha­ben.

Ein Jahr Vorbereitung

„Überwältigt vom Be­such“ zeigt sich Vereinssprecher Rolf Weibler bei der Eröffnung am Freitag um 18 Uhr. Schon jetzt stehen die Besucher dicht gedrängt im Reben flankierten Rund. „Eigent­lich wären wir Konkurrenten, aber wir haben uns für Freundschaft ent­schieden“ - unter diesem Motto stellt er die Erfolgsgeschichte des Ver­eins und seiner acht Mitgliedsbetrie­be vor.

Ein Jahr habe man am „Re­benglühen“ getüftelt., das sich fest in der Weinlandschaft etablieren soll. Das alles mit einem festen Ziel: „Die Besucher sollen feststel­len, dass hier der beste Wein wächst und ihren Wein regional beim örtlichen Winzer ­kaufen“, so Weibler. Außerdem wol­le man „Werbung für die Weinbauge­meinde Bretzfeld machen und dafür sorgen, dass wir nicht nur durch Auto­bahnstaus bekannt werden, son­dern auch durch guten Wein“. Sein Appell: „Kommen Sie alle drei Tage. Einer reicht nicht, um alle Weine und Speisen zu probieren.“

An einem Strang

Weitere Grußred­ner singen das Hohe Lied auf Re­ben, Wein, Wengerter und Land­schaft. So weist die württembergi­sche Weinkönigin Julia Böcklen dar­auf hin, dass die „wunderschöne Kulturlandschaft auch durch Trinken von Württemberger Wein erhalten wird“. Bretzfelds Bürgermeister Mar­tin Piott verrät, es sei „leicht gewe­sen, bei den Wengertern offene Tü­ren einzurennen“. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch findet's be­merkenswert, dass „hier Wengerter und Gemeinde an einem Strang zie­hen“. Und die Hohenloher Weinprin­zessin Marina Pfäfflin gibt den Be­suchern folgendes mit auf den Weg: „Hohenloher Wein schmeckt immer, egal ob im Freien oder im Zimmer.“

Weindorf to go

Das lassen sich die Gäste nicht zweimal sagen und strömen aus, um Weine und Lindel­berg zu erobern. Bretzfelder Wein­dorf to go, könnte hier das Motto lauten. Flankiert von flackernden Schwedenfeuern kommen sie nach wenigen Metern an eine Weggabe­lung. Links „Für schöne Leute“, rechts „Für schlaue Leute“. Doch keine Sorge: Weil jeder Weg auch irgendwann in den anderen mündet, darf sich jeder schlau und schön fühlen. „Wir fangen mal mit Sekt an“, sagt Martin Stiegler aus Grün­delhardt am Fürstenfass-Stand, während am Horizont so langsam die Sonne ihren roten Abschied fei­ert.

„Man erlebt hier in idealer Kulis­se, wie schön unsere Heimat ist“, schwärmt Jürgen Bayer aus Lan­genbeutingen und verspeist genüss­lich einen Ochsenweck, während sich am Spieß ein 300-Kilo-Ochse dreht. Einen Stand weiter steht Die­ter Blankenhorn, Chef des Weins­berger Staatsweingutes, und ge­nießt einen „tollen Cre­mant“. Sein Eindruck: „Klasse Initiative, den Lin­delberg noch be­kannter zu ma­chen.“

Aufwendiges Lichtkonzept 

So langsam bricht über dem Lindelberg die Nacht herein. Jetzt erst kann das aufwendige Lichtkonzept so richtig punkten. Ob farbige Lichtskulpturen, Feuerkörbe, Strahler oder Schwedenfeuer – sie stehlen dem Vollmond die Schau und machen den Lindelberg zum Lichterberg. „Romantisch“ findet's Lukas Wagner aus Bretzfeld, „ein richtiger Blickfang“, meint Württem­bergs Weinbaupräsident Hermann Hohl. „Sagenhaft“ schwärmt Fritz Natter aus Heilbronn, für den der „Eintritt dafür fast zu günstig ist“.

Kein Wunder, dass viele Wiederho­lungstäter mindestens noch den Samstag, wenn nicht gar das kom­plette Wochenende mitnehmen wol­len. Erst gegen 23 Uhr beginnt sich der Lindelberg zu leeren und taucht gegen Mitternacht ins Dunkel ein.

Öffnungszeiten: Samstag: 18 bis 23 Uhr (Abendkasse sieben Euro); Sonntag 11 bis 18 Uhr (Tageskasse drei Euro). Weitere Infos: www.rebengluehen.de


Das Wichtigste – kurz und knackig

Termin: 22. bis 24. März; Freitag, Samstag 18 bis 23 Uhr, Sonn­tag 11 bis 18 Uhr. Eintritt: Das Ticket beinhaltet ein Premium-Weinglas. Ausge­schenkt wird aus­schließlich in die­ses Glas, Flaschen werden nicht verkauft.

  • Anfahrt zur alten Kelter: Per PKW: von Bretz­feld über Bahnhof­straße und Bahnunterfüh­rung; von Windischenbach über die Bretzfel­der Straße; von Verrenberg über Golbergstraße, Ei­chenweg und Lin­delbergstraße.

  • Per Stadtbahn S4: ab Bahnhof Bretz­feld cirka 15 Minu­ten Fußweg.

  • Zu Fuß: gut zu errei­chen von Bretzfeld, Adolzfurt, Scheppach, Rappach, Bitzfeld, Ver­renberg und Windi­schenbach.

  • Parken: ausge­schilderte Park­plätze im Bereich alte Kelter.

  • Rundkurs: knapp vier Kilometer lang mit zehn Genuss-Statio­nen; Start an der al­ten Kelter Bretzfeld am Fuße des Lindelberg.

  • Wei­ne: 70 Weiß-, Rosé- und Rot­weine, Sekte und Seccos von acht Weingü­tern und der Weinkellerei Hohenlo­he; ab 2,50 Euro pro Zehntel; auch Wasser, Trauben- und Apfelsaft.

  • Kulinarik: Je zwei regionale Ge­richte an jeder Station. Lichtkon­zept: 500 Schwe­denfeuer, 36 Feu­erkörbe und zig Lichtskulpturen. 

 

 

 


Kommentar hinzufügen