Feucht-fröhliches Feiern beim vierten Künzelsauer Oktoberfest

Künzelsau  Drinnen fließt das Bier und draußen der Regen in Strömen: Das Wert-Wies´n erfreut sich großer Beliebtheit. Die Besucher feiern zwei Tage mit Tracht und guter Stimmung.

Von Thomas Zimmermann
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Die Störzelbacher sorgen für jede Menge Abwechslung − auch am Alphorn.

Es geht feucht zu zum Auftakt der vierten Wert-Wies´n in Künzelsau. Und zwar im doppelten Sinne: Über dem Festzelt, das sich ab 19 Uhr langsam aber sicher füllt, regnet es Bindfäden - und drinnen fließt das Bier bereits in Strömen. "Mir geht immer das Herz auf, wenn ich in ein gut gefülltes Festzelt komme und das Bier in den Maßkrügen glänzt", sagt Klaus Wunderlich, Seniorchef der Herbsthäuser Brauerei aus Bad Mergentheim, nachdem Stefan Neumann das Fass auf der Bühne mit drei Schlägen angestochen hat. "Auf eine friedliche Wert-Wies"n", ruft der Künzelsauer Bürgermeister den Besuchern zu, bevor er einen Schluck aus dem Maßkrug nimmt.

Kräftiges Festbier mit intensiver Farbe 

Herbsthäuser liefert in diesem Jahr erstmals das Gebräu zum Künzelsauer Oktoberfest. "Wir haben das Festbier mit 5,8 Prozent extra ein bisschen kräftiger gebraut und auch die Farbe ist intensiver", betont Wunderlich.

"Ich bin sehr zufrieden", freut sich Stefan Neumann mit Blick auf den Fassanstich und das gut gefüllte Zelt. "Das Fest wird immer besser angenommen, es spricht sich herum, dass Qualität und Musik stimmen, und wir haben ein sehr angenehmes Publikum", so der Bürgermeister. Das kann Martina Gerstmeier nur bestätigen. "Schon vor einem Jahr herrschte hier eine super Atmosphäre und so ist es auch diesmal", sagt die Bedienung, die seit Jahren auf vielen Festen in ganz Süddeutschland unterwegs ist.

Unterwegs im Zelt ist auch der Chef der Künzelsauer Feuerwehr, Thomas Böhret, mit seinem Team. Aber: "Wenn es brennt, sind wir trotzdem absolut einsatzfähig", versichert der Stadtbrandmeister.

Tracht ist groß in Mode

Wolfgang Schmelzle aus Amrichshausen trägt ein Bayern-Trikot unter der Lederhose und muss sich deshalb manche Frotzelei gefallen lassen. "Die Badener schlagen wir morgen mit der A-Jugend", tönt der neu gewählte Künzelsauer Stadtrat - ein gewaltiger Irrtum. Schließlich besiegt Hoffenheim Bayern München am Samstag dann mit 2:1. Aber Dirndl und Lederhosen sind auch in Künzelsau ein Muss. Kaum ein Besucher verzichtet auf die Tracht.

Ein fesches Trachtenkleid trägt auch Delia Dirscherl. "Die Musik ist super, die Stimmung sehr gut, das ist wie ein kleiner Wasen: Es macht einfach Spaß, hier mitzufeiern", sagt die junge Frau aus Ingelfingen.

Eine feuchtfröhliche Wert-Wies"n
Frauen in Dirndl sind im Festzelt keine Seltenheit mehr.

"Jede Frau sieht im Dirndl schön aus." 

"Ein Dirndl gehört heute für jede Frau einfach zur Grundausstattung", unterstreicht Daniela Lakos. Sie ist mit ihrer Freundin Katharina Hassert aus Heilbronn zur Wert-Wies"n gekommen. "Mein Vater hat uns hergefahren", sagt Katharina Hassert gut gelaunt. Auch sie hat ein schickes Dirndl übergezogen. "Es ist super hier, die Stimmung ist klasse, auch die Band spielt stark, das einzige, was fehlt, ist eine Bar."

"Jede Frau sieht im Dirndl schön aus", ist sich auch Charlotte Engelhardt aus Garnberg sicher. "Ich habe meines vor gerade mal drei Stunden im Outlet in Crailsheim gekauft", bekennt die 32-Jährige, die die Stimmung im Zelt genießt. "Es ist einfach super hier, man trifft auch viele alte Bekannte", schwärmt sie. Dass sie noch Auto fahren muss und deshalb kein Bier trinken kann, tut der guten Laune keinen Abbruch. "Man kann auch ohne Alkohol fröhlich feiern" ist das Credo der Garnbergerin.

Die Band heizt ein

Und auch Stefan Neumann ist nach den zwei Volksfesttagen sehr angetan: "Am Samstagabend war das Zelt restlos ausverkauft und die Band hat gewaltig eingeheizt", freut sich der 36-Jährige, der selbst bis 1 Uhr mitgefeiert hat. Auch sein Wunsch nach einer friedlichen Feier hat sich erfüllt: Es gab keine besonderen Vorkommnisse - nicht einmal die Feuerwehr musste ausrücken.

 

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