Bei den Literaturtagen: Ganz viele Gänsehautmomente

Öhringen  Die Eröffnungsfeier mit der Verkündung der Preisträger des Kurzgeschichten-Wettbewerbs der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung ist noch in bester Erinnerung. Und trotzdem sind sie schon vorbei, die 36. Baden-Württembergischen Literaturtage in Öhringen.

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Bei den Literaturtagen: Ganz viele Gänsehautmomente

Slam Poetry in der Kneipe, das hat dem Publikum gefallen.

Über 30 Veranstaltungen und etwa 4000 Besucher später kann sich das fünfköpfige Organisationsteam um Ingrid Sterzer (Stadt Öhringen) entspannt zurücklehnen. Alles lief wie am Schnürchen.

Kind und Kultur

Für Stefan Weigand, gemeinsam mit Markus Hassler Kurator der LIteraturtage, wird das Ereignis auf jeden Fall unvergessen bleiben: "In der Nacht nach der Eröffnungsveranstaltung kam unser viertes Kind zur Welt - das allein reicht schon für ein großes Glück", sagt Stefan Weigand. "Und dann waren da noch die begeisterten Rückmeldungen der Autoren wie Jo Lendle, Raphaela Edelbauer oder Sasa Stanisic, die ein tolles Publikum erlebt haben und zeigten: Literatur verbindet."

Bei den Literaturtagen: Ganz viele Gänsehautmomente

Heribert Prantl in der Stiftskirche gehörte mit zu den Höhepunkten.

Und was hat bei seinem Kurator-Kollegen Gänsehaut verursacht? "Mit am meisten hat mich die Veranstaltung berührt, bei der ich selbst auf der Bühne stand. Zum ersten Mal haben die Kleine Band und die Theatergruppe Eigenart gemeinsame Sache gemacht und einen musikalischen Theaterabend gestaltet", erzählt Markus Hassler. "Besonders war für mich dabei, dass ich zum ersten Mal in der Kombination Musik/Theater mit meiner Frau Ann-Sofie auf der Bühne gestanden bin", sagt Hassler, den auch die Lesung mit Raphaela Edelbauer besonders berührt hat. Nach der eindringlichen Schilderung der Ermordung von KZ-Häftlingen ist dem Publikum spürbar "der Applaus in den Händen stecken geblieben".

Große Familie

Irina Dorsch, Leiterin der Stadtbücherei, hat beobachtet: "Man ist zu einer großen Familie zusammengewachsen. Und sah sich wenn nicht jeden, dann jeden zweiten tag und wir durften zusammen einige spannende, unterhaltsame, lehrreiche, anregende, gruselige und jedes Mal großartige Lesungen an den ungewöhnlichsten Orten erleben". Ihr persönliches Highlight war "der grandiose Abschlussabend in der Alten Turnhalle - ein atemberaubendes Literatur- und Sprach-Potpourri". Über tolles Feedback hat sich auch Leona Weber gefreut. Sie hat am 1. April bei der Stadt begonnen und mit dem Marketing und der Kommunikation der Literaturtage gleich ein "tolles, spannendes und herausforderndes Projekt" begleitet.

Bei den Literaturtagen: Ganz viele Gänsehautmomente

Jo Lendle (rechts) verrät im Gespräch mit Stefan Weigand allerlei Spannendes und Amüsantes aus seinem Verleger-Leben.

"Besonders berührt haben mich die unglaublich positiven Stimmen der Gäste. Ich werde mich noch lange daran erinnern, wie meine ehemalige Lehrerin mich nach jeder Veranstaltung in den Arm genommen hat und gesagt hat: "Danke, das ist alles so toll, was ihr hier macht - das darf nie aufhören."

Festivalcharakter

Bei den Literaturtagen: Ganz viele Gänsehautmomente

"Danke, das hatte richtig Festivalcharakter. Ab nächster Woche falle ich in ein tiefes Loch!", zitiert Leona Weber aus einem Besucher-Brief. "Nicht aufhören, macht doch bitte weiter. Wir brauchen Kultur wie die Luft zum Atmen, wie die Blume das Wasser, der Kaffee die Milch, das Meer den Sand, die Biene die Blume", steht in einem anderen. Besonders stolz ist das Team um Ingrid Sterzer darauf, dass es mit dieser vom Land geförderten Veranstaltung gelungen ist, Gäste von weit her nach Öhringen zu locken.

"Wir haben unheimlich viel Mühe in die Literaturtage investiert - das hat sich gelohnt. Manche Gäste haben sogar übernachtet, um zu unseren Veranstaltungen gehen zu können. Berichte in der Welt, Focus online, fast allen regionalen und überregionalen Tageszeitungen zeigen, wie groß unsere Reichweite war", freut sich Ingrid Sterzer.

 

Yvonne Tschwerwitschke

Yvonne Tscherwitschke

Autorin

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

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