Aus für Güzelcobans Restaurant Filiae in Öhringen

Öhringen  Nach nur einem Jahr schließt Serkan Güzelcoban sein Restaurant Filiae und will sich nun ganz auf seine Gastro-Projekte Kleinod und Hoftheater konzentrieren.

Von Juergen Koch

Gibt "massive Personal-Probleme" als Schließungsgrund an: Serkan Güzelcoban.

Foto: Juergen Koch

 

"Der Vogel will fliegen", hatte Serkan Güzelcoban seinen Abgang als Küchenchef im Künzelsauer Hotel Anne-Sophie und dessen Gourmetrestaurant Handicap begründet. "Der Vogel ist gewaltig gegen einen Ast geknallt und hat sich einen Flügel gebrochen, aber er fliegt weiter", sagt er heute.

Dazwischen liegen gut anderthalb turbulente, aber auch "lehrreiche" Jahre, in denen der erfolgsverwöhnte Koch seine Gastro-Aktivitäten in Öhringen kräftig eingedampft hat. Mit dem Aus fürs Restaurant Filiae am 27. Februar zog er einen Schlussstrich im Ö-Center und will sich künftig "mit Volldampf" auf Kleinod und Hoftheater konzentrieren.

Massive Personal-Probleme

"Die betriebswirtschaftliche Situation hat unseren Erwartungen nicht entsprochen", begründet Güzelcoban in den sozialen Medien die Schließung. Dazu seien "massive Personal-Probleme" gekommen, sagt er. Bis zu 15 Festangestellte hatte er im Ö-Center beschäftigt.

Unterm Strich habe "der Umsatz nicht gereicht, um Pacht, Personal- und Betriebskosten zu decken". Die Folge: rote Zahlen. Deshalb habe er schließlich "die Handbremse ziehen müssen".

Güzelcoban räumt ein, Fehler gemacht zu haben

Hätte er das nicht früher machen müssen? "Ich habe immer wieder dran geglaubt, dass es doch noch klappen könnte", sagt Güzelcoban, räumt im Nachhinein aber ein, "Fehler gemacht" und "oft zu emotional entschieden" zu haben. "Zum Teil habe ich auch unterschätzt, was an drei Läden außer der Küche alles dranhängt", bekennt er selbstkritisch.

Dennoch will er nicht von "Scheitern" reden. Eher davon, "dass mir etwas, aber nicht alles misslungen ist". Unterm Strich habe ihn "das alles ein bisschen mehr geerdet und auch wachgerüttelt".

Vollgas in Kleinod und Hoftheater

Aus dieser Erfahrung heraus will er sich nun "mit Vollgas" und vier Festangestellten sowie einigen Aushilfen auf sein Restaurant Kleinod und den Betrieb im Hoftheater fokussieren. "Ich werde mich dort auf die Küche konzentrieren, das, was ich am besten kann." Sprich: Er will seine zuletzt auf nur ein Menü reduzierte Karte "ausweiten, diese öfters wechseln und konzentrierter und genauer als bisher" an seinem Markenzeichen - einer Orient-trifft-Okzident-Küche - feilen. Auch am Inklusionskonzept hält er fest.

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Mit der Öffnung der Terrasse, die er als "Treff für Jung und Alt etablieren" will, steht er "in den Startlöchern", im Hoftheater will er den Tagungs- und Eventbereich intensivieren und diverse Brunch-Termine anbieten.

Interessenten für Restaurant im Ö-Center

"Das ist auch für uns extrem schade, das Ö-Center leidet darunter, dass wir nun kein Restaurant mehr zum Verweilen haben", kommentiert Center-Geschäftsführer Thomas Grabert das Filiae-Aus. "An der Pacht lag's nicht", sagt er und führt die "zu geringen Umsätze" auch auf "Marketing-Defizite" zurück.

Es reiche eben nicht aus, seine Angebote "nur über die sozialen Medien zu kommunizieren". Er hofft, das Restaurant "bis Mai" wieder öffnen zu können. "Interessenten gibt es bereits", so Grabert.