Aufatmen in Künzelsau: Auf dem Peka-Areal geht es weiter

Künzelsau  Nach jahrelangem Tauziehen ist der Vertrag über die Zukunft des Peka-Areals in der Stadtmitte unterschrieben. Noch diesen Herbst soll der Spatenstich erfolgen, um Drogeriemarkt, Wohnungen und ein neues Restaurant in die Stadt zu bringen.

Von Thomas Zimmermann

Aufatmen in Künzelsau
Diese Simulation zeigt, wie das Quartier an der Stadtmauer nach der Bebauung im Frühling 2020 aussehen soll. Fotos: privat  

Was lange währt, soll nun endlich gut werden. Zumindest der Kaufvertrag für die Bebauung des Quartiers an der Stadtmauer - besser bekannt unter dem Namen Peka-Areal - ist nach einem jahrelangen Tauziehen unterschrieben.

Am 30. Mai setzten der Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumann und Christian Neudeck, von der Activ-Immobilien GmbH ihre Unterschriften unter den Vertrag.

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Der Projektentwickler aus Schemmerhofen im Landkreis Biberach hat das Gelände in bester Lage von der Kreisstadt erworben. Grundsätzlich einig waren sich beide Parteien über die Bebauung des 3350 Quadratmeter großen, seit Jahren brach liegenden Areals, bereits im vergangenen November.

Nun sind auch die letzten Feinheiten ausverhandelt. "Unsere Innenstadt wird mit der Bebauung erheblich aufgewertet", freut sich Bürgermeister Stefan Neumann über den Start des Projektes, das ihn bereits seit seinem Amtsantritt begleitet.

Alle bisherigen Versuche waren gescheitert

Bisher waren alle Versuche, einen geeigneten Investor zu finden, gescheitert. Am 31. März 2015 waren die Verträge mit der Ten-Brinke-Gruppe ausgelaufen. Daraufhin hatte die Stadt die Gebäude auf dem Gelände abgerissen. Anschließend gelang es aber auch dem Kupferzeller Bauunternehmen Stauch nicht, das Gelände zu vermarkten.

Ein früherer Erfolg wäre auch dem Künzelsauer Bürgermeister lieber gewesen. Für Neumann zählt aber jetzt vor allem das Ergebnis. "Dass wir uns die Zeit für die Überarbeitung der ursprünglichen Planung der Activ-Group genommen haben, hat dem Projekt gut getan", so der Bürgermeister.

Auch der eigens ins Leben gerufene Gestaltungsbeirat, dem auch Künzelsauer Stadträte angehörten, hatte seine Vorstellungen über die Gestaltung des Areals eingebracht.

Was geplant ist: Drogerie, Wohnungen und Parkplätze

Aufatmen in der Kreisstadt

Stefan Neumann (Mitte) und Christian Neudeck (r.) unterzeichneten den Kaufvertrag im Beisein von Notar Josef Hölzlein (l.).

 

Ankermieter des neuen Gebäudekomplexes wird die Drogeriemarktkette Müller sein. Rund 1700 Quadratmeter Verkaufsfläche stehen der neuen Filiale zur Verfügung. Im oberen Geschoss wird eine Krankenkasse die Räume beziehen.

Außerdem entstehen Wohnungen und eine Tiefgarage sowie weitere 30 oberirdische Auto-Stellplätze. In die angrenzende Villa Schwab soll ein Restaurant einziehen. Stadtverwaltung und Activ-Group suchen derzeit einen Pächter, der auch auf dem freien Platz vor der Villa einen Biergarten einrichten will.

"Unser Projekt wird in der Künzelsauer Innenstadt ein Frequenzbringer", ist sich Christian Neudeck sicher. "Ein Gastronomiebetrieb in unmittelbarer Nachbarschaft, noch dazu in einem herrlichen Altbau, ist aus meiner Sicht ein absolutes Erfolgsmodell", ergänzt der Projektentwickler.

Langfristige Mietverträge sind vorgesehen

Das Projekt wird insgesamt rund 15 Millionen Euro kosten. Die Activ-Group bleibt Besitzer der Immobilie, die Verträge mit den Mietern im Neubau werden langfristig abgeschlossen.

Der erste Spatenstich für den Neubau soll in diesem Herbst stattfinden. Laufen die Bauarbeiten nach Plan, könnte das Gebäude im Frühjahr 2020 bezugsfertig sein.

 

Vorgeschichte

Schon vor sieben Jahren hatte die Activ-Group einen Plan zur Neugestaltung des Peka-Areals vorgelegt. Damals hatte sich der Gemeinderat aber für den Konkurrenten Ten Brinke ausgesprochen, der auf dem Gelände ein ehrgeiziges Projekt entwickeln wollte.

Nachdem die Stadt die Pläne, auf dem Gelände eine Bibliothek zu verwirklichen, wegen der Finanzkrise aufgab, verlor Ten Brinke das Interesse an dem Projekt. Auch Verhandlungen mit weiteren Investoren scheiterten.