Am Öhringer (P)C(B)-Bau hängt alles

Öhringen  In der 45-Millionen-Euro-Rechnung fürs künftige Hohenlohe-Gymnasium Öhringen (HGÖ) steckt eine große Unbekannte. Der C-Bau der Schule ist mit dem giftigen Weichmacher PCB belastet. Gerät das Neubau- und Sanierungsprojekt ins Wanken?

Von Peter Hohl
Email
Am (P)C(B)-Bau hängt alles

Die Ungewissheit um die PCB-Belastung des C-Baus überschattet die Baupläne für das Hohenlohe-Gymnasium.

Foto: Archiv/Hohl

Rechnungen mit einer Unbekannten gehören eigentlich zu den leichtesten Übungen im Schulalltag. Dem Öhringer Hohenlohe-Gymnasium (HGÖ), dem Stadtbauamt und der Kämmerei sowie dem Architekturbüro AGN in Ludwigsburg jedoch bereitet diese Unbekannte seit Monaten Kopfzerbrechen.

Denn bei der Unbekannten handelt es sich um die Belastung des C-Baus mit dem giftigen Weichmacher PCB. Müsste das gut 40 Jahre alte Gebäude abgerissen werden, würde das gesamte 45-Millionen-Euro-Projekt von Sanierung und teilweisem Neubau des HGÖ in Schieflage geraten.

Schreck nach den Sommerferien

Es ist kurz nach den Sommerferien, als Oberbürgermeister Thilo Michler mit einem Geständnis an die Öffentlichkeit geht: "Wir haben ein Problem." Während der Bauerkundung im Vorfeld der geplanten Sanierung haben Fachleute Spuren der giftigen organischen Chlorverbindung PCB im C-Bau nachgewiesen. Die Werte in zwei Klassenzimmern sind so hoch, dass man sie nicht ignorieren kann.

Allerdings ist - nach der gängigen Richtlinie - auch keine Gefahr in Verzug. Der Unterricht läuft weiter, die Klassenräume werden lediglich häufiger gelüftet und feucht ausgewischt. Weitere Messungen in den Herbstferien sollen Klarheit bringen, wie es weitergeht. Ergebnisse gibt es mittlerweile. Welche Schlüsse aus ihnen gezogen werden müssen, ist noch unklar.

Klar ist, dass am Hohenlohe-Gymnasium dringend etwas geschehen muss: baulich und beim pädagogischen Konzept. Im Oktober legen Architektin, Schulleiter und Stadtverwaltung ein Konzept vor, in dem das eine mit dem anderen verbunden werden soll. Schule der Zukunft, Lernhaus statt Flurschule: Das sind die zentralen Stichworte.

Konzept für den Neubau

45 Millionen Euro soll es kosten, anstelle des nicht mehr sanierungsfähigen ältesten Schulteils, des A-Baus, einen zentralen Neubau zu errichten, der den grundlegend sanierten C-Bau und den leicht überarbeiteten B-Bau miteinander verbindet. Eine Tiefgarage, ein neuer zentraler Eingang und ein neues Konzept für die Außenanlagen ergänzen die Pläne, denen der Gemeinderat einstimmig zustimmt. Anfang 2020 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Bis dahin muss die Stadt ein Ausweichquartier für 18 Klassenzimmer finden, die während der Bauphase nicht zur Verfügung stehen. Die Schüler sollen in Containern unterrichtet werden. Eine geeignete Fläche zu finden, ist bereits ein ambitioniertes Vorhaben. Doch noch spannender könnte es werden, wenn die PCB-Belastung im C-Bau tiefgreifender ist als bisher angenommen und deshalb statt einer Sanierung nur der Abriss bleibt. Gut 30 Klassen- und Fachräume beherbergt der große Betonbau.

Der schlimmste Fall

Mit dem C-Bau könnte im schlimmsten Fall das gesamte Neubau- und Sanierungskonzept fallen. Vielleicht kommt dann sogar wieder der von einigen Räten favorisierte Plan auf die Tagesordnung, ein völlig neues Hohenlohe-Gymnasium auf der grünen Wiese zu bauen.

 

 


Kommentar hinzufügen