800 weitere Bürger zu Corona-Studie in Kupferzell eingeladen

Kupferzell  Das Robert-Koch-Institut verlängert seine Corona-Untersuchungen bis Dienstag, um die Zielmarke von 2000 Teilnehmern zu erreichen. Eigentlich sollte schon am Samstag Schluss sein. Am Freitag fehlten noch 131 Probanden. Jetzt wird mit Nachdruck versucht, die Lücke zu schließen.

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Den Probanden wird Blut abgenommen (Antikörpertest) und der Rachen abgestrichen (akuter Coronatest). Außerdem müssen sie Fragen beantworten.

Foto: dpa

Das Robert-Koch-Institut (RKI) lässt nicht locker, um die Zielmarke von 2000 Einwohnern zur Analyse des Corona-Hotspots Kupferzell doch noch zu erreichen. Die Untersuchungen waren am Mittwoch, 20. Mai, gestartet und sollten am Samstag, 6. Juni, abgeschlossen sein. Jetzt werden sie bis Dienstag, 9. Juni, verlängert. Dies bestätigt Jörg Schaarschmidt, Sprecher des Forschungsprojekts "Corona-Monitoring lokal", auf HZ-Anfrage.

Bei den jungen Erwachsenen besteht noch Nachholbedarf

"In der Altersgruppe der jungen Erwachsenen fehlen aktuell noch einige Rückmeldungen", erklärt Schaarschmidt. "Deshalb haben wir noch einmal Erinnerungen verschickt und zusätzlich 800 Personen neu eingeladen." Ursprünglich waren 2700 Kupferzeller angeschrieben worden, an der RKI-Studie teilzunehmen. 1869 Einwohner haben bis 5. Juni zugesagt und einen Termin erhalten. Am Freitag fehlten noch 131 Probanden. Jetzt wird mit Nachdruck versucht, die Lücke zu schließen. Es könnte sogar sein, dass das RKI eine weitere Schippe drauflegt, sollten auch bis 9. Juni die 2000 nicht im Kasten sein.

"Am Montag und Dienstag bieten wir in Kupferzell jeweils 106 zusätzliche Termine an, in Eschental sind es jeweils 38. Wir gehen davon aus, dass wir mit diesen neuen Terminen und dem Engagement der Kupferzeller die 2000 bis Dienstag schaffen werden", sagt Schaarschmidt. Bis Freitagnachmittag lagen aus dem Pool der Erinnerungsschreiben und Neueinladungen noch keine Rückmeldungen vor. "Die Briefe sind aber auch erst vor kurzem in die Post gegangen", hofft der Sprecher auf weitere Anmeldungen übers Wochenende oder zu Wochenbeginn. An den Kapazitäten soll es jedenfalls nicht scheitern. "Am Dienstag können in Kupferzell sogar bis 20.10 Uhr Termine gebucht werden."

800 zusätzliche Adressen

Gleichwohl lobt das RKI die bis dato hohe Teilnahmebereitschaft. Alle Testpersonen wurden über ein Zufallsverfahren beim Einwohnermeldeamt ausgewählt, die Teilnahme ist freiwillig. "Für die 800 zusätzlichen Adressen mussten wir nicht noch einmal bei der Gemeinde anfragen, sondern konnten uns von einem bestehenden Datensatz bedienen", so Schaarschmidt.

Das RKI will unbedingt 2000 Einwohner untersuchen, denn: "Je weiter wir uns dieser Zahl annähern, desto präzisere Aussagen werden wir für die verschiedenen Altersgruppen erhalten." Einige Bürger hätten bereits beim RKI angerufen und ihre Teilnahme angeboten, obwohl sie nicht eingeladen worden seien. Dies sei aber weiterhin nicht möglich - "obwohl der eine oder andere darüber richtig traurig war".

Das will die Corona-Studie erreichen

Das Robert-Koch-Institut will herausfinden, wie viele der rund 6200 Einwohner sich tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert und bereits Antikörper gebildet haben. Es geht also darum, die Dunkelziffer aufzuhellen. Außerdem möchte das RKI weitere Erkenntnisse über die Verbreitung des Virus gewinnen. Hauptauslöser war ein Kirchenkonzert am 1. März in Eschental. Das Forschungsprojekt besteht aus vier lokalen Corona-Studien. Die zweite startet am 22. Juni im Hotspot Bad Feilnbach. In zwei Wochen könnte der dritte Testort und in vier bis fünf Wochen der vierte feststehen.


Ralf Reichert

Ralf Reichert

Redaktionsleiter Hohenloher Zeitung

Ralf Reichert ist seit Oktober 2006 Redaktionsleiter der Hohenloher Zeitung. Die Region Hohenlohe ist seit jeher seine journalistische Heimat. Er kam vom Haller Tagblatt und stammt aus dem Taubertal. Bei der HZ kümmert er sich vor allem um die Kreisthemen.

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