25 Jahre Große Kreisstadt Öhringen: Vier Blicke auf ein Vierteljahrhundert

Öhringen  Vor 25 Jahren wurde Öhringen zur Großen Kreisstadt erhoben. Das Jubiläum wird am 31. Juli gefeiert. Stimme.de zeigt, wie sich die Stadt im vergangenen Vierteljahrhundert entwickelt hat.

Von Yvonne Tscherwitschke

 

Wie das Wetter im Sommer 1994 war? Wer weiß das schon noch? Jochen K. Kübler erinnert sich: "Es war warm". Denn: "Der Erwin ging zu Fuß." Der Erwin, das ist der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel. Er kam am 28. Juni mit dem Hubschrauber nach Öhringen geflogen, um in der Stiftskirche Jochen K. Kübler die Urkunde zu überreichen, die Öhringen zur Großen Kreisstadt und Bürgermeister Jochen K. Kübler zum Oberbürgermeister macht. Und zwar mit Wirkung zum 1. Juli.

Nach Verlust des Titels

Es wurde groß gefeiert, diese Erhebung, die Öhringen 22 Jahre nach dem Verlust des Titels Kreisstadt immerhin den Zusatz Große Kreisstadt zurückbrachte. Und damit auch einige Rechte und Pflichten. Dass das ÖHR als Kennzeichen wieder auftauchen könnte, das war damals schon großer Wunsch, wie der Korso mit alten Fahrzeugen mit ÖHR-Kennzeichen demonstrierte.

War die Erhebung ein guter Impuls für die Entwicklung der Stadt an der Ohrn? Sicher, meint auch heute noch Nicht-mehr-OB aber Ganz-normaler-Bürger Jochen K. Kübler: "Mit der Größe einer kleinen Großen Kreisstadt hat man bei den Institutionen manche Dinge besser erreicht." Und die reguläre Kreisstadt Künzelsau abgehängt? "Nein, ich und mein Kollege Volker Lenz hatten immer ein gutes Verhältnis", betont Kübler. "Sonst wären wir heute im Ruhestand nicht mehr so oft beieinander".

Entwicklung der Stadt beeindruckend

Und was waren die herausragenden Punkte in der Entwicklung der Stadt, die 2017 die Marke der 24.000 Einwohner knackte? "Ganz herausragend war, dass es uns gelungen ist, die Stadtbahn bis Cappel fahren zu lassen. Schön wäre gewesen, sie würde nun bis Schwäbisch Hall weiterfahren", sagt Kübler. Die S-Bahn sei wichtig für Öhringen gewesen mit der Anbindung an das Oberzentrum Heilbronn. Aber auch die bauliche Entwicklung an der Westallee mit dem Gewerbegebiet und die Weiterentwicklung der Stadt mit dem Baugebiet Limespark wertet Kübler als gelungen. Dazu zählt er auch den Umbau der Stadthalle zur Kultura vor 25 Jahren. Deshalb fanden die Feierlichkeiten damals in der Stiftskirche und im Schloss statt.

Laga begeistert die Menschen

Und nicht zuletzt war da die Laga, diese große Veranstaltung, die 2016 Öhringen weit über die Landesgrenzen hinaus einem großen Publikum sympathisch gemacht hat. "Das war eine einmalige Geschichte", schwärmt Kübler.

Die Entwicklung Öhringens hautnah miterlebt hat Rathaus-Mitarbeiterin Ingrid Sterzer. Sie war und ist immer involviert in die Vorbereitung der Feste und Ausstellungen. Das Jubiläum ist nicht nur für sie ein Anlass, in Erinnerungen zu schwelgen: "Das erste Hohenloher Weindorf, die erste Night of Music, die erste Lange Nacht der Kultur, das erste Hohenloher Genießerdorf, das erste Sommerfestival - was haben wir uns mit einem klasse Team alles ausgedacht und auf die Beine gestellt", freut sie sich. Vor allem die Landesgartenschau ist für sie "einmalig und unvergesslich". Ihr heimlicher, kleiner Favorit: "Als Australien und Socceroos zu Gast in Öhringen war, Kängurus aller Orten und alles in Grün-Gelb". Sie glaubt: "Die Großveranstaltungen und Feste der letzten Jahre haben maßgeblichen Anteil an der Sympathie und Begeisterung für Öhringen". Sterzer: "In Öhringen ist immer was los".

Blick über Tellerrand hinaus

Das unterstreicht SPD-Stadtrat Patrick Wegener. Er ist so alt, wie Öhringen Große Kreisstadt ist. Studienbedingt war er viel in Deutschland und Europa unterwegs. Dennoch hat er sich entschieden, nach Öhringen zurückzukehren. Die Große Kreisstadt bedeutet für ihn ein breites Freizeitangebot mit Bädern und Klettern, sowie ein vielseitiges Kulturangebot mit Sommerfestival und Bücherei, zum Beispiel. "Vor allem aber lebe ich gerne hier, weil Öhringen nicht so klein ist, wie immer gesagt wird. Da lohnt es sich immer mal, über den Tellerrand zu schauen". Auch Marlies Mellenthin-Vögele lebt gern in Öhringen. Wie schön es hier ist, habe ihr ihr französischer Besuch erst wieder vor Augen geführt: "Der Hofgarten, die S-Bahn, die Fußgängerzone - wie schön haben wir es hier".

 

Festakt 

Gefeiert wird das Jubiläum am Mittwoch, 31. Juli, ab 18 Uhr mit einem Festakt auf der Allmand im Rahmen des Sommerfestivals. Der Eintritt ist frei.

 

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