Kliniken rücken enger zusammen

Hohenlohe - Das Hohenloher Krankenhaus (HK) wächst immer mehr in den Klinikverbund mit dem Raum Heilbronn. Wie sich die beiden Standorte in Öhringen und Künzelsau darin medizinisch positionieren, entscheidet sich im Laufe dieses Jahres.

Von Ralf Reichert

Kliniken rücken enger zusammen
Die Kliniken in Hohenlohe und im Raum Heilbronn arbeiten immer enger zusammen. 2009 trafen sich erstmals die Chefärzte aller Häuser in der Holding. "Seither läuft die Kooperation viel besser", sagt HK-Geschäftsführer Dieter Bopp.Foto: Colourbox

Hohenlohe - Das Hohenloher Krankenhaus (HK) wächst immer mehr in den Klinikverbund mit dem Raum Heilbronn. Wie sich die beiden Standorte in Öhringen und Künzelsau darin medizinisch positionieren, entscheidet sich im Laufe dieses Jahres. Die Fachbereiche aller sieben Krankenhäuser der regionalen Gesundheitsholding wurden in den vergangenen Monaten gründlich durchleuchtet. Aus diesem "medizinischen Konzept" wurde jetzt ein gemeinsames "Unternehmenskonzept" entwickelt. "Mit verschiedenen Leitsätzen und Leitpositionen", sagt HK-Geschäftsführer Dieter Bopp. Es wird am 28. Juni im Aufsichtsrat vorgestellt.

Über die konkreten Inhalte dieses Konzepts schweigt Bopp. So viel lässt er aber raus: "Die Richtung, die der Kreistag mit dem medizinischen Masterplan für Künzelsau und Öhringen eingeschlagen hat, ist absolut richtig." Dies werde auch im Unternehmenskonzept der Holding seinen Niederschlag finden.

Schwerpunkte

"Ich bin sehr optimistisch, was die Holding betrifft", sagt Professor Dr. Uwe Reinhardt, der die Innere Medizin in Öhringen leitet. Er löst am 1. Juli Dr. Andreas Eckle als Ärztlicher Direktor des Hohenloher Krankenhauses ab. "Ich habe das Gefühl, unsere Klinik wird sehr gut angenommen." Weil der Service und die medizinische Kompetenz stimme. Dies müsse im Zusammenspiel mit Heilbronn gewährleistet bleiben. "Wir müssen weiter über die reine Grundversorgung hinaus spezielle medizinische Schwerpunkte bieten." Wie in der Onkologie (Krebsbehandlung), wo über vielfältige Kooperationen mittlerweile ein "internationaler Standard" erreicht sei. Oder in der Kardiologie (Herz), der Diabetologie (Stoffwechsel) oder der Geriatrie (Alter).

Diesen medizinischen Zentren ist es laut Bopp zu verdanken, dass die ehrgeizige Erlösvorgabe eingehalten wurde. Nicht mit 1000 Patienten mehr, wie das Ziel von 2009 bis 2011 hieß, sondern mit 250, deren Erkrankungen aber so schwer waren, dass sie in diesen Zentren intensiv versorgt werden konnten und mehr Geld brachten.

Vorbild

Das Hohenloher Krankenhaus ist in einigen Bereichen Vorbild für die Kliniken im Raum Heilbronn. So wird die EDV aller Standorte bis 2012 zusammengeführt − das HK hatte dies schon vor zehn Jahren angepackt. Das Ziel, die Patienten möglichst im Holdingverbund zu halten, rückt damit ein großes Stück näher. Denn ihre Daten müssen dann nur noch einmal aufgenommen werden. Das heißt: Befunde werden zentral gespeichert, und Hohenloher können problemlos im Raum Heilbronn weiterbehandelt werden, wenn es nötig ist − oder umgekehrt.

Zweites Beispiel: die Adipositas-Chirurgie, wo stark übergewichtige Menschen behandelt werden. Dr. Werner Reinosch, Leiter der Abteilung Allgemein- und Gefäßchirurgie, hat seit Anfang 2009 mehr als 100 Patienten operiert. Daraus entsteht jetzt das "Adipositas-Zentrum Heilbronn-Franken". Unter Federführung in Öhringen, in enger Absprache mit Heilbronn.

Um die Arbeitsweise in übergeordneten Bereichen (Beispiel: Klinikhygiene) in allen Häusern anzugleichen, ist Dr. Ulrich Schlembach seit einem halben Jahr in der Holding als medizinischer Direktor tätig. Helmut Munz steht ihm in Hohenlohe als Betriebsleiter zur Seite.

Gesundheitsholding

In der Regionalen Gesundheitsholding (RGH) sind die fünf Häuser der Stadt-Landkreis-Kliniken GmbH Heilbronn (SLK) und die zwei Standorte der Hohenloher Krankenhaus GmbH (HK) vereint. Die 2011 Betten teilen sich so auf: Gesundbrunnen 850, Plattenwald 422, Künzelsau und Öhringen 283, Löwenstein 226, Brackenheim 130, Möckmühl 100. Außerdem gibt es 45 Betten für Geriatrische Rehabilitation in Öhringen und Brackenheim. In Hohenlohe kommen Altenheime und Seniorenzentren mit 324 Plätzen hinzu. Ein weiteres Seniorenzentrum eröffnet dieses Jahr in Westernhausen. Von den 5100 Mitarbeitern sind 1300 beim HK. iba/rei
 

 

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