„Ein prickelndes Stück Schöpfung“

Feuer, Sonne, Energie: Die neue Würth-Solarfabrik ist eröffnet - „Meilenstein für unsere Zukunft“

Von Ralf Reichert

„Ein prickelndes Stück Schöpfung“
Start für die neue Solarfabrik von Würth im Schwäbisch Haller Solpark: Ministerpräsident Günther Oettinger, Professor Dr. Reinhold Würth und Karl-Heinz Groß, Geschäftsführer von Würth Solar (von links), drücken auf den roten Knopf.

Fotos: Ralf Reichert

Wolken blasen sich auf zu gewaltigen Bergen, die Witterung rast im Zeitraffer dahin, Landschaften verändern ihren Charakter im Sekundentakt, die Kraft der Natur treibt ein dynamisches Spiel. Das Feuer und die Erde, die Luft und das Wasser: Das alles sind die „Elemente der Zukunft“, und Würth wäre nicht Würth, wenn dabei nicht „der Mensch im Mittelpunkt steht“.

Im Falle der neuen Solarfabrik im Schwäbisch Haller Solpark ist es das Feuer, das Professor Dr. Reinhold Würth ein faszinierendes Lächeln ins Gesicht zaubert. „Photovoltaik ist ein prickelndes Stück Schöpfung“, sagt er, und eingefangen wird dieses Stück Schöpfung, die Energie der Sonne, von schlichtem Glas, vor allem aber von Kupfer, Indium und Selen. Damit sind die Stoffe genannt, die den völlig neuartigen, nicht auf Silizium basierenden Solarmodulen made by Würth ihren Namen geben (C für Kupfer, I für Indium und S für Selen) und die in der kurzen, aber wirkungsvollen Videopräsentation zu Beginn der feierlichen Eröffnung der CISfab (oder CIS-Solarfabrik) von der übergroßen Leinwand leuchten, während sich die Naturkräfte weiter im medialen Kurzschnitt austoben.

Die neue Solarfabrik von Würth ist also eröffnet, die weltweit erste Großserienproduktion der CIS-Module wurde am gestrigen Freitag per Knopfdruck gestartet. Kurz nach 12 Uhr, als die Sonne am höchsten stand. „Wissen Sie, wenn man 30 Jahre lang erfolgreich Befestigungsmaterial verkauft, wird es langsam langweilig“, sagt Würth. „Dann ist es sehr günstig für die Vitalität des Unternehmens, dass man mal wieder einen Stein ins Wasser schmeißt“. Typisch Würth, dass dieser Stein mal soeben 55 Millionen Euro wiegt und die größte Einzelinvestition in der nicht gerade ereignislosen Firmengeschichte ist.

Dabei hat das Solarzeitalter bei Würth gerade erst begonnen. Die CISfab in Hall kann jederzeit erweitert werden, und schon spricht der Konzernlenker von 5 bis 10 neuen Solarfabriken des gleichen Typs, die bis 2015 „in Äquatornähe“ entstehen könnten. Zunächst liegt der Fokus aber eindeutig auf Schwäbisch Hall, auf der Region Heilbronn-Franken und auf dem Land Baden-Württemberg. Schließlich ließ sich Würth bis zu 30 Millionen Euro öffentliche Fördermittel durch die Lappen gehen, weil er nicht in Ostdeutschland bauen wollte, sondern in seiner Hohenloher Heimat.

Logisch, dass die Gastredner ein Loblied sangen. „Das ist ein Meilenstein für die Zukunft der Stadt, der Region, des Landes und vielleicht auch für Zukunft der Menschheit“, meinte Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim pathetisch. Kaum weniger ergriffen von dieser Investitionsleistung war Ministerpräsident Günther Oettinger: „Sie haben einen Masterplan umgesetzt, der eine Vision war und Realität geworden ist - direkt am Würth Airport, erreichbar für die Welt, in einer fantastischen Lage und mit einer mutigen, aber starken Architektur.“ Für diese Architektur zeichnete unter anderem Siegfried Müller verantwortlich, der bekannte: „Ein Jahr Bauzeit, dass war ganz schön stressig. Aber es hat unheimlich viel Spaß gemacht.“


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