Ein Holzschlegel für den Minister

Schöntal - Kein Neujahrsempfang ohne gute Wünsche: Die Europaabgeordnete Dr. Inge Grässle wünscht sich mehr Europa, Jochen K. Kübler - Landtagsabgeordneter, Kreisvorsitzender und Öhringer Oberbürgermeister zugleich - wäre froh, wenn aus Patrizia Filz auch eine Schwarze würde: „Du bist noch zu weiß.“ Zumindest ihre Haarfarbe sei schwarz, gibt die Schöntaler Bürgermeisterin zurück und nutzt die fehlende parteiliche Bindung für klare Worte: Sie freue sich, dass Innenminister Rech gut angekommen sei. Denn das sei, wegen der miserablen Landesstraßen, alles andere als selbstverständlich.

Von Matthias Stolla

Ein Holzschlegel für den Minister

„Diese Landesregierung wird den ländlichen Raum nicht aus dem Blick verlieren.“

Innenminister Heribert Rech

Schöntal - Kein Neujahrsempfang ohne gute Wünsche, obwohl oder vielleicht gerade weil die Prognosen so düster sind.

Der Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten wünscht sich und seiner Partei einen guten Start ins Superwahljahr mit einem möglichst schlechten Ergebnis für die SPD. Die Europaabgeordnete Dr. Inge Grässle wünscht sich mehr Europa, und Jochen K. Kübler - Landtagsabgeordneter, Kreisvorsitzender und Öhringer Oberbürgermeister zugleich - wäre froh, wenn aus Patrizia Filz auch eine Schwarze würde: „Du bist noch zu weiß.“

Reservat

Zumindest ihre Haarfarbe sei schwarz, gibt die Schöntaler Bürgermeisterin zurück und nutzt die fehlende parteiliche Bindung für klare Worte: Sie freue sich, dass der Innenminister gut angekommen sei, lässt sie Heribert Rech wissen. Denn das sei, wegen der miserablen Landesstraßen, alles andere als selbstverständlich.

Filz, ganz selbstbewusste Hausherrin, wünscht sich „eine grundlegende Verbesserung“. Manchem Parteimitglied spricht sie damit schon zu lange, aber die Bürgermeisterin lässt sich nicht aufhalten und stellt klar: „Wir leben nicht in einem Reservat.“ Der Innenminister, Kraft Amtes auch zuständig für den Straßenbau, betonte: „Diese Landesregierung wird den ländlichen Raum nicht aus dem Blick verlieren. Ich fühle mich in der Pflicht, in den nächsten zwei Jahren dort ganz konkret etwas zu tun.“ 70 Millionen Euro werde das Land im laufenden Jahr in den Straßenausbau stecken, verspricht der Minister.

Von den negativen Wirtschaftsprognosen sollen sich die Bürger „nicht anstecken lassen“, sagt Rech und hofft auf eine wachsende Binnennachfrage, denn vom schwächelnden Export sei nur wenig zu erwarten. Die Ausgangslage sei wegen der vergleichsweise niedrigen Arbeitslosenquote zwar besser als vor der letzten Krise zu Anfang des Jahrzehnts, aber klar sei: „Die erste Hälfte des Jahres wird im Zeichen des Abschwungs stehen.“

Störer

Dann kommt der Innenminister, den seine Parteifreunde schon auch mal „lieber Heri“ nennen zu seinem Kernthema: innere Sicherheit. Da leiste die Polizei, mit gerade mal 25.000 Beamten schwächer ausgestattet als viele andere Bundesländer, Hervorragendes. Und der „liebe Heri“ will sie nicht im Regen stehen lassen. Schon gar nicht, wenn im April gewaltbereite Störenfriede anreisen, um den Nato-Gipfel in Baden-Baden und Kehl durcheinander zu bringen. Dabei will der Innenminister nicht vor unkonventionellen Methoden zurückschrecken: Wer auf seiner Liste stehe, werde schon bei der Anreise aus dem Verkehr gezogen und „für drei, vier oder wenn es sein muss auch acht Tage“ eingesperrt.

Von der Hohenloher CDU gab es dafür viel Beifall und ein Geschenk ganz z nach dem Geschmack des Ministers: einen „Houlzschleichel“ aus dem benachbarten Westernhausen.