100 Jahre Erfolg in der Luft

Künzelsau - Mit einem rauschenden Fest begeht Ziehl-Abegg sein Jubiläum. Die Dimensionen im Festzelt und auf dem Firmengelände erinnern an einen Bundesparteitag: scheinbar endlose Tischreihen, 2500 Plätze sind gedeckt, nur wenige bleiben unbesetzt.

Von Matthias Stolla

100 Jahre Erfolg in der Luft
Atemberaubend: Fast so schnell wie ein Ventilator in voller Fahrt wirbelten die Rollschuartisten Roma und Sven über die Bühne.

Künzelsau - Willkommen zu unserer kleinen Feier", sagt Peter Fenkl. Der Vorstandsvorsitzende des Herstellers von Lüftungs- und Antriebstechnik in Künzelsau untertreibt natürlich. Die Dimensionen im Festzelt auf dem Firmengelände erinnern an einen Bundesparteitag: scheinbar endlose Tischreihen vor der große Bühne. 2500 Plätze sind gedeckt, nur wenige bleiben unbesetzt. Ziehl-Abegg feiert sein 100-Jähriges und stellt zwei Personengruppen ganz bewusst in den Vordergrund: die Mitabeiter und die Gesellschafterfamilie Uwe Ziehl.

An dessen Großvater Emil Ziehl erinnert Peter Fenkl und führt durch die Firmengeschichte: von der Gründung 1910 in Berlin, über zwei Weltkriege und mehrere Wirtschaftskrisen.

Fan Vallye "Wir können mit dem Erreichten durchaus zufrieden sein", sagt er. Das Unternehmen habe dazu beigetragen, "diese Region zu einer prosperierenden Industrieregion zu gestalten" und zudem "Hohenlohe in die Welt getragen". Mit Niederlassungen in Europa, Asien, Afrika, Nord- und Südamerika sowie Australien. Vom "Fan Valley", dem Tal der Ventilatoren rede man dort, wenn von Kocher und Jagst die Rede sei. Den Grund für den Erfolg sieht Fenkl sowohl im Engagement der Belegschaft als auch in der Bodenständigkeit der Gesellschafterfamilie.

Wende
Ins gleiche Horn stößt Stefan Mappus: "Tradition und Innovation sind hier keine Gegensätze", sagt der Ministerpräsident und: "Aus diesem Holz sind Weltmarktführer geschnitzt." Die konjunkturelle Wende sei geschafft, erklärt der Landesvater mit Blick auf "volle Auftragsbücher". Der Aufsichtratsvorsitzende Uwe Ziehl zeigt den Gästen ein Mädchenbild, dem sein Großvater seine Karriere als Erfinder verdankte. Ohne seine offenkundige zeichnerische Begabung hätte der spätere Firmengründer Schmied werden müssen. Stattdessen entwickelte er Bahnbrechendes wie den elektronischen Kreiselkompass, aus dem der legendäre Außenläufermotor hervorging.

Uwe Ziehl erklärt auch, was es mit dem Namen Abegg auf sich hat. Emil Ziehl habe damals große Hoffnungen in den Schweden Eduard Abegg gesetzt, der für das Unternehmen Windkraftanlagen entwickeln sollte. Es blieb bei den Hoffnungen, man trennte sich. Weil aber das Unternehmen bereits eingetragen und das Briefpapier schon gedruckt war, habe man den zweiten Namen beibehalten − bis heute.

Neubeginn
Mit großer Offenheit beschreibt Uwe Ziehl die weitere Entwicklung: die "lebensgefährliche" Flucht seines Großvaters vor den Russen in Berlin, bescheidener Neubeginn in Füssen und Pfronten und die Ansiedlung in der Künzelsauer Schlossmühle. Auch den Zwist zwischen seinem Onkel Heinz und seinem Vater Günther Ziel spart er nicht aus: "Die Brüder haben sich einfach nicht verstanden."

Seit 2005 ist die Familie Uwe Ziehl Hauptgesellschafterin der in eine AG umgewandelten Firma. "Wir erheben den Anspruch, unseren Kunden, die Königsklasse zu bieten", sag Uwe Ziehl.

Auch beim Rahmenprogramm setzt Ziehl-Abegg auf Tradition: Roberto Blanco bringt Schwung uns Festzelt. Das hat er bereits 1960 beim 50-Jährigen getan. Irene Sheer singt "We Are The Champions", Artisten, Musiker und Azubis unterhalten bis zum großen Feuerwerk und darüber hinaus. Kommentar "Ohrwurm"

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Bringt Schwung ins Festzelt: Schlagerstar Roberto Blanco.
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Jonglage: Was man mit Fußbällen doch alles machen kann.
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Augen- und Ohrenschmaus: Ein festliches Feuerwerk, untermalt mit klassischer Musik, setzt den Schlusspunkt des offiziellen Teils der Feier.
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Ministerpräsident Stefan Mappus auf dem Weg zur Bühne. rechts neben ihm sitzt Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg. 2500 Besucher, Mitarbeiter, Kunden und Ehrengäste, fanden im Festzelt Platz.Fotos: Guido Sawatzki
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Mit diesem Bild fing alles an. Uwe Ziehl erinnert an seinen Großvater