Zwölf-Millionen-Projekt in Bretzfeld beginnt

Bretzfeld  In Verlängerung der Sportanlagen entsteht eine Betreuungseinrichtung für bis zu 160 Kinder und 42 Erzieherinnen. Gemeinde investiert trotz Corona über zwölf Millionen Euro in das Kinderhaus.

Email

Unterstützt von den Kindergartenkindern greifen Bürgermeister Martin Piott (v.li.) und die Architekten Steffen Kainzbauer und Bernd Liebel sowie Vertreter von Baufirma und Bauamt zu den Spaten.

Foto: Yvonne Tscherwitschke

Die Kinder staunen. Ein großer Bagger steht auf der gekiesten Fläche. Dem dürfen sie ganz nahe kommen, sogar auf den hohen Erdhügel bei der Baggerschaufel steigen. Schließlich sehen sie ja selbst wie kleine Bauarbeiter aus mit ihren Spaten in den Händen und den Helmen auf dem Kopf.

Doch ehe sie mit den Großen staubige Erde durch die Luft werfen dürfen, singen sie ein Lied und müssen sich ein bisschen "Erwachsenenzeug" anhören, wie Bürgermeister Martin Piott es formuliert. Ein Teil davon betrifft die Kindergartenkinder ganz direkt: Piott sagt: "Viele von euch werden schon in die Schule gehen, bis das Kinderhaus 2022 fertig ist". Dann aber, tröstet er sie, können sie von der nahen Schule aus beobachten, wie alles wird. Piott stellt interessante Einblicke in Aussicht.

Ende des Trübsinns und der Enge

Apropos Schule: In die über 22 Millionen Euro teure Sanierung, in das größte Bauprojekt der Gemeinde, habe man vier Jahre viel Herzblut gesteckt und habe nun wegen Corona keine Einweihung feiern können, bedauert Piott und hofft, dass das beim Kinderhaus nicht so sein wird. Mit einem Grönemeyer-Liedtext übergibt Piott an Architekt Bernd Liebel, der mit seinem Kollegen Steffen Kainzbauer von Aalen zum Spatenstich gekommen ist. "Dem Trübsinn ein Ende", führt Liebel die Textzeile fort und verkündet den Anwesenden, dass die Stimmung auf der Baustelle gut sei.

Gute Zusammenarbeit Planer und Gemeinde

Die Kommunikation mit der Gemeinderverwaltung sei konstruktiv und auf Augenhöhe. Das Projekt ist für das Büro spannend. Schließlich gilt es, ein zehngruppiges Kinderhaus für bis zu 160 Kinder und 42 Erzieherinnen als Null-Energie-Haus zu bauen. Das kostet die Gemeinde über zwölf Millionen Euro.

Ein großes, zweigeschossiges Haus für viele kleine Menschen - dem werde man gerecht, indem man die große Fläche in viele kleine Einheiten unterteile. Wie in einer kleinen Stadt gebe es verschiedene Marktplätze, von denen aus sich die Räume weiter verteilen. Es werden Krippen- und Kindergartenkinder betreut und es wird eine zentrale Küche geben.

Offenes Konzept

Viel Tageslicht kennzeichnet den Entwurf des Büros, das den dreistufigen, europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb für sich entschieden hat. Die Architektur unterstützt das offene pädagogische Konzept, das seitens der Erzieherinnen Sandra Vogel erarbeitet hat. Sie hat mit Ulrike Mörgenthalter und Sandra Anger die Kinder auf die Baustelle begleitet.


Yvonne Tscherwitschke

Yvonne Tscherwitschke

stv. Redaktionsleiterin Hohenloher Zeitung

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

Kommentar hinzufügen