Zapfen haben viele Verwendungsmöglichkeiten

Hohenlohe  Sie sind froschgrün, knallrot oder auch zartrosa: Die Zapfen, die an den Nadelbäumen in den Hohenloher Wäldern und Wohnsiedlungen wachsen, sind bunt und vielseitig - so auch ihre Verwendungsmöglichkeiten: Sie können zur Dekoration oder als Kaminanzünder benutzt werden.

Von Andreas Scholz
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Älterer Kiefernzapfen und jüngerer Kiefernzapfen gegenübergestellt.

Fotos: Andreas Scholz

Wahlweise in froschgrün, knalligem Rot und sogar in zartem Rosa wachsen jetzt Zapfen an den Nadelbäumen in den Hohenloher Wäldern und Wohnsiedlungen heran. Auch Martin Hans, Revierförster des Forstreviers Ingelfingen-Kupferzell, kann sich jedes Jahr aufs Neue im Frühling für das farbenfrohe Spektakel begeistern.

"Faszinierend an den Zapfen unserer Nadelbäume ist für mich ihre individuelle Form. Der harte Kiefernzapfen, die kleinen Lärchenzapfen, die Douglasienzapfen mit ihren fransigen Samen, der hängende Fichtenzapfen und die stehenden Tannenzapfen, die es eigentlich gar nicht gibt", schwärmt der Förster.

Ganze Zapfen nie auf dem Boden

Auch der "Evolutionsprozess" liest sich für Martin Hans wie eine spannende Buchpassage. "Einen Tannenzapfen sehen wir nämlich nur am Baum. Wenn die Samen im Zapfen reif sind, zerfällt der Zapfen noch am Baum und gibt somit die Samen frei und deshalb finden wir einen ganzen Tannenzapfen niemals auf dem Waldboden.

Kiefernzapfen seien sogar kleine Wetterstationen. "Bei schönen trockenen Wetter öffnen sie ihre Schuppen und bei schlechtem feuchten Wetter werden sie wieder geschlossen".

Fortpflanzung von Nadelbäumen

Als Zapfen werden sowohl die männlichen als auch die weiblichen Fortpflanzungsorgane der Nadelbäume bezeichnet. "In den weiblichen Zapfen wachsen und reifen die Samen. Ohne Samen gibt es keine jungen Bäume und daher sind die Zapfen für die Verjüngung des Waldes von elementarer Bedeutung", weiß Hans.

Auch für die heimische Tierwelt sind die Zapfen interessant wie zum Beispiel für Eichhörnchen oder einen besonderen Spezialisten in der Vogelwelt. "Der Fichtenkreuzschnabel hat sich auf Fichtenzapfen spezialisiert. Er hat einen gekreuzten Schnabel, mit dem er besonders gut die leckeren Samen aus dem Zapfen herausholen kann", erklärt Martin Hans.

Dekoration und Kaminanzünder

Ran an die jungen Zapfen

Eine Möglichkeit für Kinder, ihr Taschengeld aufzubessern: Zapfen im Garten sammeln und verkaufen.

Immer wieder kommen auch Pflanzschulen ins Revier von Martin Hans, um zur Samengewinnung aus anerkannten Beständen ein paar Samen zu ernten. "Ich selbst nehme immer wieder aus dem Wald einige Zapfen mit nach Hause. "Zuerst dienen sie zu Dekorationszwecken und danach verwende ich sie noch als Kaminanzünder".

Früher wurden Zapfen auch in Räucherschränken zum Konservieren von Fleisch- und Wurstwaren verwendet, wie Friedrich Hack von der Hofmetzgerei auf dem Lindelberg in Pfedelbach-Windischenbach weiß. "Das Räuchern von Wurst und Fleisch besitzt noch im Schwarzwald eine größere Tradition, aber bei uns in Hohenlohe spielt das keine Rolle mehr. Wir verwenden zum Räuchern von Fleisch und Wurstwaren lieber gesundheitlich unbedenkliche Buchensägespäne", betont der Fleischsommelier.

Auch als Unterschlupf für Insekten können "ausgediente" Zapfen dienen: Der Ohrenzwicker versteckt sich beispielsweise gerne in Zapfen. "Aber in ein reines Wildbienenhotel gehören Zapfen nicht. Wildbienen legen ihre Eier nämlich in allseitig umschlossene Brutröhren und sie mögen es nicht, wenn die Röhre nach hinten offen ist", weiß Jürgen Laucher von der Öhringer Naturschutzbundgruppe (Nabu).

Geschäfte im Internet

Wer im eigenen Garten eine große Kiefer stehen hat, der kann vielleicht seine Kinder zum Aufklauben der Zapfen motivieren: Diese können mit dem Verkauf von Zapfen ihr Taschengeld ein bisschen aufbessern: 100 Zapfen gehen bei Auktionsplattformen wie Ebay für sieben bis acht Euro weg. Für Zapfen von Fichten, Kiefern oder Tannen interessieren sich neben Hobbybastlern und Floristen auch Besitzer von Holzöfen.

Wichtig beim Anbieten von Zapfen bei Auktionsplattformen: nur saubere und trockene Zapfen anbieten, die sich schon geöffnet haben. Außerdem noch aussagekräftige Fotos hinzufügen, damit sich potenzielle Kunden ein Bild von den Zapfen machen können und besser eine Selbstabholung statt einem kostenpflichtigem Versand anbieten. Last, but not least: die Zapfen aus verkaufsstrategischen Gründen nur als Festpreis und nie als Aktion einstellen.

Einschränkungen im Wald

Während das Zapfen sammeln im eigenen Garten kein Problem ist, gibt es beim Sammeln von Zapfen im Wald ein paar Einschränkungen. So regelt der Paragraf 40 im Landeswaldgesetz das Sammeln von Waldfrüchten und -pflanzen. "Jeder darf sich Waldfrüchte im ortsüblichen Umfang aneignen und aus dem Wald mitnehmen.

Bei Waldpflanzen spricht man von einem Handstrauß", erklärt Revierförster Martin Hans. "Das Sammeln sollte natürlich immer so durchgeführt werden, dass dem Wald oder den Bäumen keine Schäden zugefügt werden", ergänzt er. olz


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