Wo sind all die Bäume hin?

Pfedelbach  Für den neuen Naturkindergarten in Heuberg mussten einige Bäume gefällt werden. Viele Pfedelbacher fragen sich, ob das nötig war. Der Bürgermeister, Förster und die Kindergartenleiterin wollen beruhigen: Die Bäume wären sowieso der Durchforstung zum Opfer gefallen.

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Auf diesem Gelände entsteht der neue Heuberger Naturkindergarten. Viele Bäume mussten gefällt werden, da sie alt, krank oder geschädigt waren.

Foto: Stefanie Jani

Die kahle Fläche in Heuberg, auf der zuvor zahlreiche Pappeln und Eschen standen, ist kaum zu übersehen. Den Pfedelbachern fällt sie natürlich sofort auf. Was ist hier passiert? Warum wurden die Bäume gefällt?

Bürgermeister Torsten Kunkel, Kindergartenleiterin Claudia Reinhardt und Förster Sebastian Hoch haben eine Erklärung: Das Waldstückchen wurde abgeholzt, damit der geplante Naturkindergarten dort gebaut werden kann. Die Bäume wären für die Kinder eine potenzielle Sicherheitsgefahr gewesen und hätten aufgrund ihres desolaten Zustands früher oder später sowieso gefällt werden müssen.

Die Eschen sind von einem Pilz befallen

"Wir hatten ein Eschentriebsterben. Die Bäume hatten das Problem mit dem Pilz schon zuvor, sie waren am Absterben", sagt Förster Hoch. Die Baumkrankheit könne sogar die Wurzeln schädigen, was den Pilz so gefährlich mache. Er befalle so junge Triebe, Äste würden absterben und die Bäume liefen Gefahr, umzufallen. Auch die alten Pappeln auf der Fläche seien "leicht geschädigt bis komplett kaputt" gewesen. Nur die gesunden Bäume, die Zukunft haben, seien stehen geblieben.

Die kahlen Flächenbereiche würden wieder aufgeforstet, sobald der Zeitpunkt richtig sei. "Im Moment ist noch viel zu wenig Wasser im Boden", so Hoch. Frühestens im Winter könne man darüber nachdenken, welche Baumart für den Standort passend sei und Sommertrockenheiten gut überstehen könnte.

Für Kinder waren die kranken Bäume eine Gefahr

Bürgermeister Torsten Kunkel betont ebenfalls, dass das Gebiet zur Durchforstung angestanden habe. Bei der Diskussion um den Standort für den Naturkindergarten habe es ein Treffen mit allen relevanten Partnern gegeben, so sei auch die Naturschutzbehörde mit einbezogen worden, sowie der Förster, Gemeinderatsvertreter und die Kindergarten-Leitung.

"Ich gebe zu, dass das im Moment wild aussieht, aber die Gefahr des Astbruchs war leider gegeben. Und die Gemeinde hat die Verkehrssicherungspflicht." Die Kinder, die den neuen Naturkindergarten besuchen sollen, könnten durch den Astbruch schließlich gefährdet werden.

Äste konnten noch nicht einmal zu Reisig verarbeitet werden

Die Leiterin des Heuberger Kindergartens, Claudia Reinhardt, ergänzt, dass es einen Dominoeffekt geben könne, wenn einer der kranken Bäume umfalle. Naturschutz und Förster seien sich bei ihrem Treffen schnell einig gewesen, dass leider nicht viele Bäume übrig bleiben würden. Die Äste der Eschen habe man nicht einmal mehr zu Reisig weiterverarbeiten können. Es tut Reinhardt um jeden Baum leid, aber die Sicherheitsmaßnahmen gingen vor. Wenn Bäume geschädigt seien, sei das ja auch für Spaziergänger nicht ungefährlich.

Lange hatte die Gemeinde nach einem geeigneten Grundstück für einen neuen Naturkindergarten gesucht. Letztendlich wurde es diese Fläche, die in unmittelbarer Nähe zum schon bestehenden Kindergarten in Heuberg liegt. Das Grundstück ist in Gemeindebesitz.


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Annika Heffter

Autorin

Annika Heffter arbeitet seit 2018 bei der Heilbronner Stimme und ist seit 2020 Redakteurin im Stadtkreisressort.

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