Wasserrauschen statt Lärmkulisse im Öhringer H2Ö

Öhringen  Das Öhringer Freibad H2Ö hat seit drei Wochen geöffnet. Bisher klappt es mit den Abstandsregeln. "Die Resonanz ist positiv", sagt Ute Dinger von der Bäderverwaltung der Stadt Öhringen über die bisherige Badesaison.

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Im Öhringer Freibad H2Ö ist in den vergangenen Jahren immer ordentlich was los gewesen. In der Coronazeit dürfen deutlich weniger Gäste ins Bad.

Foto: Archiv/Ralf Reichert

Planschen und Schwimmen sind wieder erlaubt. Seit dem 13. Juni hat das Öhringer Freibad H2Ö wieder geöffnet. "In der ersten eher kühlen Woche kamen nur etwa 507 Besucher. Die vergangene Woche ist mit insgesamt 2797 Gästen gut besucht gewesen", sagt Ute Dinger von der Bäderverwaltung der Stadt Öhringen. In den Hochphasen kamen in den Vorjahren bis zu 2500 Gäste an einem einzigen Tag. "Das ist nun eine neue Situation. Wir probieren, was wir am Besten umsetzen können. Wir gehen es langsam an".

Die Einzeltickets müssen online oder in den Vorverkaufsstellen gekauft werden. Saisonkarten oder Rückerstattungen gibt es nicht.

"Das Buchungssystem hat bisher gut funktioniert", sagt Dinger. Hin und wieder hätten auch Gäste direkt in ihrer Abteilung angerufen, wenn es bei der Onlineregistrierung klemmte. Manche helfen sich auch gegenseitig. "Eine Frau hat für eine ältere Mitschwimmerin die Onlineregistrierung gleich mitübernommen."

Der Badetag hat drei Zeitblöcke mit jeweils drei Stunden. Eine halbe Stunde vor Blockende werden die Gäste aufgefordert, das Bad zu verlassen. 250 Badegäste können ab 8 Uhr kommen, zum Mittagsblock (ab 12 Uhr) und zum Abendblock (ab 16 Uhr) dürfen sich 350 Besucher im Freibad aufhalten. Der Strandbereich mit Volleyballfeld, die Kletterwand sowie der Spielplatz bleiben vorerst geschlossen. Sitzbänke werden nicht aufgestellt. "In der vergangenen Woche waren manche Blöcke komplett ausgebucht", sagt Dinger. In der Coronazeit gibt es einige Regeln zu beachten: Eine Mundschutzpflicht besteht im Bad nur bis nach dem Umkleidebereich. Im Schwimmerbecken dürfen sich gleichzeitig 45 Personen aufhalten. Wenn sich eine Warteschlange bildet, werden Gäste gebeten, das Becken zu verlassen. Im Schwimmerbecken gibt es zwei Doppelbahnen, auf der Sport-Schwimmer ihre Runden ziehen können. Auf vier weiteren Bahnen kann man schwimmen wohin man möchte, muss aber Abstand halten.

In der Regel wird Rücksicht genommen

Ins Spaßbecken dürfen 100 Besucher. Hier sind Strudel und die Wasserdüsen gesperrt. Die Rutsche ist in Betrieb. Das Springerbecken wird im Morgenblock ebenfalls zu einem Schwimmerbecken. Dinger setzt bei den Abstands- und Hygieneregeln auf Eigenverantwortung. "In der Regel nehmen die Menschen Rücksicht", betont sie.

Das Personal muss mehr beachten. So kommt zur üblichen Sicherheitsaufsicht noch das Desinfizieren und die Überwachung der Coronaregeln. Folglich muss mehr Personal gleichzeitig im Bad sein. All das verursacht höhere Kosten.

Viele genießen es, dass es nun ruhiger im Freibad ist

Dinger zieht trotz der erschwerten Umstände über die vergangenen drei Wochen Freibadbetrieb eine gute Bilanz: "Die Resonanz ist positiv. Viele sind froh, dass sie überhaupt die Möglichkeit haben ins Freibad gehen zu können."

Viele Besucher genießen, dass es entspannter zugeht, weil nicht so viele Menschen im Freibad sind. So geht es auch Corinna Andres-Frey. Sie ist diese Saison zum ersten Mal hier. "Meine Tochter hat im März schwimmen gelernt. Sie soll das ja jetzt nicht wieder verlernen", sagt die Bretzfelderin. Also haben die beiden gleich die Gelegenheit genutzt. Julia Zeiter ist mit Sohn und Tochter aus Cappel da und geht ebenfalls zum ersten Mal dieses Jahr ins Freibad. "Eigentlich wollte ich nicht, aber meine Kinder wollten", sagt die 37-Jährige. Nicole Wolschinski und ihr Neffe genießen das Schwimmen im Spaßbad. "Ich habe mich sehr gefreut, dass das Freibad wieder aufmacht", sagt die 49-Jährige. Auch die Onlineregistierung sei sehr einfach und habe gut funktioniert. Der zwölfjährige Marcel traut sich "wegen Corona" nicht auf die Rutsche. Der 70-jährige Wolfram Wild freut sich hingegen sehr, dass die Rutsche frei ist. "Es ist sehr angenehm und leer", sagt der Öhringer.

 


Nadine Nowara

Nadine Nowara

Autorin

Nadine Nowara arbeitet seit Mai 2020 bei der Heilbronner Stimme. Sie kümmert sich bei der Hohenloher Zeitung unter anderem um die Gemeinden Krautheim und Schöntal.

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