Umweltstiftung der Bürgerinitiative Westernach begeht 25-Jahr-Jubiläum

Hohenlohe  Fast fünf Jahre kämpften die Mitglieder Anfang der Neunzigerjahre gegen die geplante Sondermüllverbrennungsanlage. Am Ende mit Erfolg: Aus der BI wurde 1995 dann die Umweltstiftung. Wegen der Pandemie werden die Fest-Vorträge und Preisverleihungen 2021 stattfinden.

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Die Umweltstiftung vergibt ein Vierteljahrhundert nach dem Kampf gegen die Verbrennungsanlage den Umweltpreis. Diesmal im Fokus: Gärten.

Foto: Archiv/Scholz

Der Kampf gegen das konkrete Projekt ist schon ein Vierteljahrhundert beendet - ihr Eintreten für die ökologisch nachhaltige Zukunft der Region indes geht eifrig weiter.

Nachdem der "Verein gegen die zweite Sondermüllverbrennungsanlage in Baden-Württemberg/Hohenlohe" - besser bekannt einfach als Bürgerinitiative (BI) Westernach - ihr Ziel erreicht und im Juli 1995 die Landesregierung nach fast fünfjährigem Protest beschlossen hatte, auf den Bau einer solchen Anlage gänzlich zu verzichten, wurde am 15. Oktober 1995 aus der BI die Umweltstiftung.

Auf fünf Jahre Kampf folgten 25 Jahre Engagement

25 Jahre gibt es die Stiftung nun bereits - die seitdem, mit kleineren Ausnahmen, jedes Jahr ihren Umweltpreis ausschreibt und so diejenigen Hohenloher Privatpersonen, Vereine und Institutionen auszeichnet, die sich für Natur- und Umweltschutz in ihrer Heimatregion engagieren. "Wir sind acht Personen, zum Teil ehemalige Mitstreiter der Bürgerinitiative, aber auch andere Menschen, die ein Auge für Umweltdinge haben", berichtet Hermann Ludwig, der seit Gründungstagen dabei ist und 2020 auch den Vorsitz übernommen hat.

Das Pandemie-Jahr hat freilich auch der Umweltstiftung das Jubiläum mächtig verhagelt: Eigentlich waren Fest-Vorträge mit Volker Kugel - dem Gärtner und Direktor des "Blühenden Barocks" in Ludwigsburg - sowie mit Martin Herbst, der sich mit seinem "Garten der Grünspechte" und vielen öffentlichen Präsentationen zum Naturschutz einen Namen gemacht hat, geplant gewesen. "Wir wollen das, sofern es Corona irgendwie zulässt, im kommenden Jahr nachholen", betont der Stiftungs-Vorsitzende.

Öko-Garten-Projekte ausgezeichnet

Dass beide avisierten Jubiläums-Vorträge sich auf das Thema "Insektenfreundliche Gärten" beziehen, ist kein Zufall: Denn ebendiesem Sujet war auch der diesjährige Umweltpreis gewidmet.

Und es ist irgendwie beruhigend, dass es gleich mehrere Gewinner gibt, auf welche die rund 5000 Euro Dotationen, die die Stiftung alljährlich ausschüttet, verteilt werden. Denn: "Die Mitglieder der Stiftung haben nach Besichtigung der verschiedenen Projekte alle für preiswürdig empfunden", berichtet Hermann Ludwig. Als da also nun wären: Die Bühläckerschule in Unterrot erhält den Preis für ihr Projekt "Insektenfreundliches Schulgelände", der Landfrauenverein Baumerlenbach/Möglingen für ihren "Ökogarten". Die Vereinigung "Urban Garden Schwäbisch Hall" wird fürs Projekt "Blendstattgarten und Blühflächen am Schiedgraben" sowie Martin Herbst für den "Garten der Grünspechte" ausgezeichnet.

Da 2019 kein Umweltpreis vergeben werden konnte, wurde die seinerzeit eingereichte Bewerbung des Landwirtschaftsamts Hohenlohekreis in Kooperation mit der Gemeinde Kupferzell fürs dortige Biotopvernetzungskonzept ebenfalls noch gewürdigt. Hier gibt es freilich eine Urkunde statt des Geldpreises.

Der traditionell stets im November stattfindende Termin zur Preisverleihung musste ebenfalls Pandemie-bedingt ausfallen und soll im Frühjahr 2021 nachgeholt werden.


Christian Nick

Christian Nick

Autor

Christian Nick ist Redakteur bei der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung. Schwerpunktmäßig betreut er die Kommunen Kupferzell, Neuenstein und Waldenburg – schreibt aber auch über alles andere gerne.

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