Umweltminister zeichnet Öhringer Biomarkt als Gipfelstürmer des Jahres aus

Öhringen  Dank eines effizienten Energiekonzepts sparen Brigitte und Roland Geist trotz Umbau und Erweiterung ihres Naturkost-Marktes rund 80 Prozent an Energie pro Jahr ein. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro Preisgeld verbunden.

Von Juergen Koch
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Umweltminister Untersteller (li.) kam eigens nach Öhringen, um Roland und Brigitte Geist vom Biomarkt Geist mit dem Gipfelstürmer-Preis auszuzeichnen.

Foto: Koch

Dass sich Energieeffizienz gleich mehrfach lohnt, weiß der Öhringer Naturkost-Händler Roland Geist mittlerweile nur zu gut. Was er im Zuge von Umbau und Erweiterung seines Biomarkts erreicht hat, schont Ressourcen, spart bares Geld und steigert die Wettbewerbsfähigkeit. Dank eines effizienten Energiekonzepts spart er in seinem Markt trotz 250 Quadratmeter mehr Fläche pro Jahr rund 80 Prozent an Energie ein. Sprich: Er verbraucht 120 000 Kilowattstunden und 46,2 Tonnen CO2 weniger pro Jahr und kann komplett auf fossile Energieträger verzichten.

Vorbildliches Engagement

Für dieses vorbildliche Engagement in Sachen Nachhaltigkeit und "die deutliche Verbesserungen der betrieblichen Energieeffizienz" hat ihn nun Umweltminister Franz Untersteller als "Gipfelstürmer des Jahres" ausgezeichnet. Dotiert ist dieser Hauptpreis der bundesweiten Initiative KEFF (Kompetenzzentrum Energieeffizienz) mit 10 000 Euro und einem Wanderpokal.

Wurden die drei mit 10.000, 5000 und 3000 Euro dotierten Hauptpreise in den Vorjahren beim "Keffizienzgipfel" übergeben, fand dieser wegen der Corona-Pandemie gestern nur als Online-Event statt. Deshalb war der Minister im Vorfeld der virtuellen Preisverleihung eigens nach Öhringen gereist, um den Gipfelstürmer-Award persönlich zu übergeben. Landesweit knapp 40 Betriebe hatten sich um den bereits zum dritten Mal ausgelobten Gipfelstürmer-Award beworben. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine kostenfreie Erstanalyse betrieblicher Effizienzpotenziale, der sogenannte KEFF-Check, sowie die Umsetzung von Maßnahmen.

Weitere Unternehmer sollen inspiriert werden

Um die dringend nötige CO2-Reduktion zu erreichen, müsse man gerade auch im Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistung ansetzen, betonte Umweltminister Franz Untersteller bei seinem Besuch im Biomarkt Geist. Ein erster Schritt dazu könne ein KEFF-Check sein. Landesweit rund 3000 solcher Checks seien seit Start des Projekts durchgeführt worden. Wenn dazu noch eine gute Umsetzung der auf-gezeigten Effizienzpotenziale komme, "dann kann so was rauskommen wie bei Ihnen jetzt", so der Minister. Die im Biomarkt Geist erreichte 80-prozentige Energieeinsparung sei mit "Zahlen belegbar" und funktioniere mit herkömmlicher Technik. Der Gipfelstürmer-Preis solle diese vorbildliche Leistung würdigen und nicht zuletzt "andere Unternehmer inspirieren, das nachzumachen", sagte Untersteller.

Hohe Investition wird sich in ein paar Jahren amortisieren

Insgesamt 557.000 Euro hat Roland Geist in ein ganzes Paket an Maßnahmen investiert, um die in die Jahre gekommene Gebäudetechnik im Bereich Kälte, Wärme und Strom zu erneuern. So wurden nach dem KEFF-Check durch die Regionale Kompetenzstelle Energieeffizienz Heilbronn-Franken und einer professionellen Beratung der alte Ölkessel durch Wärmepumpen ersetzt, die Lüftungsanlage ausgetauscht, eine Photovoltaik-Anlage installiert, Kälteanlagen und Kühlmöbel ausgetauscht und auf LED-Beleuchtung umgerüstet. Mit den Maßnahmen zeigt sich die Nachhaltigkeit im Biomarkt Geist nicht mehr nur im Produktsortiment, sondern auch in der Gebäudetechnik. Nach "rund einem Jahr Betrieb" der Anlage ist Roland Geist überzeugt davon, dass "sich die hohe Investition in mindestens acht Jahren amortisieren wird".


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