Öhringen wurde über 20 Jahre von Oberohrner regiert

Oberohrn feierte mit einem Heimatabend sein 770-jähriges Bestehen - Kreisarchivar Rainer Gross berichtete über die Herren von Oren

Von Regina Koppenhöfer

Öhringen wurde über 20 Jahre von Oberohrner regiert
Ortsvorsteher Wilfried Uhlmann stößt mit der Hohenloher Weinkönigin Kerstin Meißner auf das 770-jährige Bestehen Oberohrns an. Der Pfedelbacher Teilort feierte mit einem Heimatabend im Bürgersaal. (Foto: Regina Koppenhöfer)

Ich darf sie zu unserem ersten Heimatabend nach 770 Jahren begrüßen , eröffnete der Oberohrner Ortsvorsteher Wilfried Uhlmann schmunzelnd den Abend. Nach einigen kurzen, pfiffigen Worten des Pfedelbacher Bürgermeisters Torsten Kunkel moderierte Uhlmann den Heimatabend.

Hauptreferent des Abends war Rainer Gross. In seinem Vortrag berichtete der Kreisarchivar aus der 770-jährigen Geschichte Oberohrns. Gross erzählte, dass eine erste urkundliche Erwähnung sich auf einer Urkunde aus dem Jahr 1235 findet, in der ein Spross der Herren von Oren in Erscheinung tritt.

Das zwischen 1235 und 1424 bezeugte Geschlecht der Herren von Oren trat mehrfach in überlieferten Urkunden auf. Gross informierte, dass sich in der Historie etwa ein Vogt, ein Chorherr und Dekan, Klosterfrauen und eine Äbtissin aus dem adeligen Hause fänden. Schmunzelnd berichtete der Kreisarchivar, dass Öhringen einst sogar einmal von einem Oberohrner regiert wurde: Von 1387 bis 1414 nämlich versah Hans von Ohrn das Amt des Vogts in Öhringen.

Gross erzählte des weiteren, dass Oberohrn eher zu den jüngeren Siedlungen gehöre, dass die Namensform Oberohrn erst seit 1444 bezeugt sei, auch dass es einstmals zwei Burgen, später auch zwei Mühlen gegeben hatte.

Einen kurzen Bericht zur Grabertmühle gab Rosemarie Wissmann ab. Sie erzählte etwa, dass 1371 diese Oberohrner Mühle erstmals urkundlich erwähnt worden sei. Im Jahr 1871 habe ihr Urgroßvater, Adam Klein die Mühle gekauft. Das Ende der langen Müller-Tradition sei im Jahr 1962 gekommen.

Einen kunsthistorischen Exkurs zur Oberohrner Salvator-Mundi-Kirche lieferte die evangelische Vikarin Vivi Schenk ab. Sie sprach vom Dorfkirchlein als einem Schmuckstückle , von der Harmonie und Schönheit des Altaraufsatzes und von der Pietà. Schenk lud die Zuhörer ein, sich selbst ein Bild der Kunstwerke in der Dorfkirche zu machen.

Den Abschluss des offiziellen Teils bildete ein kurzes Grußwort der Hohenloher Weinkönigin Kerstin Meißner. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Gemischten Chor Oberohrn (Leitung: Roland Salm) als auch von Jennifer Krieg (Klarinette) und Jasmin Dorsch (Querflöte). Die Feuerwehrmänner des Ortes bewirteten mit Deftigem und Süßem, das Oberohrner Frauen gebacken hatten.