Tempo 30 soll die Anwohner in Bitzfeld und Schwabbach schützen

Bretzfeld  Der Gemeinderat gab Berechnungen zum Lärmschutz für die Teilorte Bitzfeld und Schwabbach in Auftrag: Die Modellierungen sollen zeigen, ob und wie Tempo-Reduzierung und Lärmschutz sinnvoll zu machen sind.

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Von Schwabbach kommend befinden sich Wohnhäuser auf der rechten Seite der Ortsdurchfahrt, Richtung Öhringen vor allem Gewerbe und der Friedhof. Hier ist allerdings die Querungshilfe Richtung Kindergarten.

Wer an der vielbefahrenen Landesstraße von Heilbronn gen Öhringen lebt, der weiß, dass täglich Tausende von Fahrzeugen die Haustüre passieren. Über 8200 sind es genau genommen: Das ergibt die Lärmkartierung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW).

Die LUBW hat Hauptverkehrsstraßen mit über 8200 Fahrzeugen pro Tag untersucht und kartiert. Auf Bretzfelder Gemarkung sind das die Landesstraße 1036 und die A6. Entlang der Autobahn ist vor allem der Teilort Dimbach von der Lärmbelästigung betroffen. Das gilt für jene Häuser, die auf einer Länge von etwa 200 Meter außerhalb des Wirkungsbereichs des dortigen Lärmschutzwalls stehen.

 

Berechnung statt testweiser Einführung

Entlang der Autobahn rechnet die Gemeinde Bretzfeld damit, dass sich der Lärmschutz im Zuge des geplanten sechsspurigen Ausbaus verbessern wird.So will die Gemeindeverwaltung nun entlang der Landesstraße 1036 untersuchen und berechnen lassen, wie die Anwohner besser vor Verkehrslärm geschützt werden können. Das heißt: Erst werden rechnerisch Modelle erstellt. Das Tempolimit wird nicht versuchsweise eingeführt, um die Wirkung zu überprüfen. So hatten es Gemeinderäte zuerst verstanden.

Zunächst werde ein Büro beauftragt zu sondieren, ob Tempo 30 eine spürbare Verbesserung mit sich bringen würde. Dann erst werde eine Tempo-Reduzierung über die Verkehrsbehörde angeordnet, erklärt Bürgermeister Martin Piott den Ablauf.

Mit der Berechnung beauftragt wurde das Büro Rapp Trans AG aus Freiburg. Ein Mitarbeiter stellte den Gemeinderäten die Ausgangslage vor, definierte die kritischen Schwellenwerte für Lärm am Tag und in der Nacht - und stellte die möglichen Maßnahmen vor.

Vor allem gehe es darum, die Häuser direkt in den Ortsdurchfahrten zu schützen, hatte Bürgermeister Martin Piott zuvor die kritischen Gebäude definiert.

 

Eltern sorgen sich um Sicherheit ihrer Kinder

Er erinnerte an die Situation in Bitzfeld vor der Sanierung der Ortsdurchfahrt. Damals war bereits eine Beschränkung auf 30 Stundenkilometer angeordnet worden. Mit dem Einbau von sogenanntem Flüsterasphalt sei das dann nicht mehr notwendig gewesen. Auch Spurrillen und erhöhte Kanaldeckel sind mitursächlich für viel Lärm.

Tempo 30 soll die Anwohner in Bitzfeld und Schwabbach schützen

In Hölzern herrscht bereits Tempo 30, überwacht mit einem stationären Blitzer. Für Schwabbach wird die Tempo-Beschränkung nun modelliert. Auch außerorts soll langsamer gefahren werden.

Fotos: Tscherwitschke

Speziell in Bitzfeld komme jedoch hinzu, dass "jede Generation von Kindergarteneltern den Übergang vom Baugebiet Hockenbühl zum Kindergarten thematisiert und eine Unterführung, eine Überführung oder etwas ähnliches wünscht", wie Piott den Räten erklärte. In Gesprächen mit besorgten Eltern müsse er auf den beampelten Überweg 150 Meter weiter in Richtung Ortsmitte verweisen.

Berechnet werden soll nun, welche Auswirkungen eine Tempo-Drosselung auf 30 Stundenkilometer in den Ortsdurchfahrten von Bitzfeld und Schwabbach ganztags hätte. Dazu soll Tempo 50 für den Streckenabschnitt vom Ortsschild Schwabbach nach Osten in Richtung Kreisel vorausgesetzt werden und Tempo 70 für den Streckenabschnitt außerorts Richtung Hölzern. In Bitzfeld soll zusätzlich zur innerörtlichen Drosselung auf 30 km/h auch Tempo 50 außerorts Richtung Öhringen überprüft werden.

In der Diskussion wurden Für und Wider der Tempolimits vertreten. Einig war sich die Mehrheit jedoch darin, dass eine Tempo-Beschränkung nicht zwingend notwendig wäre, würden sich die Autofahrer an die geltenden 50 Stundenkilometer halten. "Doch wenn man will, dass die Menschen 50 fahren, dann muss man 30 verhängen", sagte am Ende der Sitzung ein Bürger.

 
 

Yvonne Tscherwitschke

Yvonne Tscherwitschke

stv. Redaktionsleiterin Hohenloher Zeitung

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

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