Zorn führt direkt ins Ehrenamt

Öhringen - Täglich sieht man Petra Kuch mit ihrem Labradorrüden Chess durch die Felder und Wiesen rund um Öhringen streifen. Das ist bei Hundebesitzern eigentlich nicht ungewöhnlich. Wohl aber die Tatsache, dass meist noch ein Fernglas dabei ist. Petra Kuch (41) ist nicht nur Hundebesitzerin, sondern auch Naturschutzwartin. Als solche meldet sie dem Landratsamt, wenn Bäume außerhalb der dafür vorgesehenen Zeiten gefällt werden, macht auf wilde Müllablagerungen im Wald oder seltene Vögel und Pflanzen aufmerksam.

Von Yvonne Tscherwitschke

Zorn führt direkt ins Ehrenamt
Oft und gerne ist Petra Kuch in der freien Natur unterwegs. Neben Hund Chess hat sie meist ein Fernglas dabei, um seltene Tiere zu entdecken.Foto: Tscherwitschke

Öhringen - Täglich sieht man Petra Kuch mit ihrem Labradorrüden Chess durch die Felder und Wiesen rund um Öhringen streifen. Das ist bei Hundebesitzern eigentlich nicht ungewöhnlich. Wohl aber die Tatsache, dass meist noch ein Fernglas dabei ist. Petra Kuch (41) ist nicht nur Hundebesitzerin, sondern auch Naturschutzwartin. Als solche meldet sie dem Landratsamt, wenn Bäume außerhalb der dafür vorgesehenen Zeiten gefällt werden, macht auf wilde Müllablagerungen im Wald oder seltene Vögel und Pflanzen aufmerksam. Seit ihrer Jugendzeit ist Petra Kuch Mitglied beim Naturschutzbund, kurz Nabu genannt. Seit vier Jahren ist sie zweite Vorsitzende der Ortsgruppe Öhringen und ebenso lange Naturschutzwartin. "Es hat mich zornig gemacht zu sehen, wie die Umwelt immer weiter zerstört wird", erklärt sie ihr Engagement.

Augen auf
 
Im gesamten Hohenlohekreis sind die etwas mehr als ein Dutzend aktiven Mitglieder vom Nabu Öhringen unterwegs. Die Schwerpunkte sind dabei sehr unterschiedlich. Während es Mitglieder gibt, die vor allem Eulen im Auge haben, kartieren andere das Vorkommen der Eisvögel oder von seltenen Pflanzen.

Petra Kuch hat ein Auge für seltene Tiere und Pflanzen. Als Verwaltungsmitarbeiterin in Kupferzell entdeckte sie vor kurzem bei einem Botengang einen Schwarzstorch über dem Rathaus. "Das passiert mir oft, dass ich den Kopf hebe und einen seltenen Vogel sehe. Ich habe einfach ein Auge dafür."

Auch seltene Pflanzen auf Wiesen fallen ihr auf. Nicht immer kennt sie sofort den Namen. "Dann wird eben nachgeschlagen", deutet sie auf dicke Bücher in dem hellen Wohnzimmer im Öhringer Süden. Hier lebt sie mit ihrem 16-jährigen Sohn und dem Labradorrüden in einer schönen Wohnung mit viel Garten.

Am liebsten ist Petra Kuch auf Streuobstwiesen unterwegs. Im Sommer, wenn die Grillen zirpen. Aber auch die Viehweide bei Michelbach ist ein beliebtes Ziel. "Allerdings ist es unglaublich, auf welche Ideen Menschen in Naturschutzgebieten kommen", wundert sie sich über Picknickdecken, Müll, Unrat, freilaufende Hunde. "Das beste war ein Mann, der mit einem Schlauchboot auf dem See war. Boote haben im Naturschutzgebiet nichts zu suchen", erklärte sie dem Mann, der dreist behauptete, eine Erlaubnis vom Förster zu haben. Den aber kennt Petra Kuch gut...

Gesetz kennen

Auch kreischende Motorsägen rufen Petra Kuch regelmäßig auf den Plan. "Wenn ich das höre, gehe ich immer nachsehen, was gefällt wird", erklärt sie. Vor allem alte Bäume mit Höhlen hat sie im Blick. Die Baumhöhlen seien Schlupfplätze für Fledermäuse. "Und wenn schon ein Baum mit Höhle gefällt werden muss, dann müssen zum Ausgleich Nistkästen aufgehängt werden", weiß sie.

Überhaupt sei es als Naturschutzwartin wichtig, sich mit Recht und Gesetz auszukennen. Nicht nur, wenn es um die Beurteilung von Bauplänen und Bebauungsplanverfahren gehe. Solche Dinge sind Thema bei den alle zwei Monate stattfindenden Treffen des Landes-Naturschutzverbands. Schreibtischarbeit gehört auch zu den Aufgaben der Naturschutzwarte. "Aber eigentlich bin ich viel lieber draußen."

Die HZ porträtiert in der Aktions-woche weitere Ehrenamtliche.