Weiße Traube und ein scharfes Beil

Wappen von Harsberg weist auf den Weinbau und die Gabelsteiner hin

Weiße Traube und ein scharfes Beil
Der Dachsteiger steigt in Heuholz dem Wappen Harsberg aufs Dach.Fotos: Müller

Pfedelbach Die Weintraube passt ja schon dazu, in dieser von Wein umrankten Gegend. Aber was soll"s mit dem Streitbeil? Traube und Beil sind in einem Wappen zu sehen, das zusammen mit anderen im Treppenhaus des Pfedelbacher Rathauses hängt. Es ist das Ortswappen der früher selbständigen Gemeinde Harsberg. Sie kam im Zuge der Gemeindereform am 1. Dezember 1971 zu Pfedelbach. Zur Gemeinde Harsberg, anno 1329 erstmals urkundlich erwähnt, zählten Ortsteile wie Baierbach, Heuholz, Oberhöfen, Renzen, Unterhöfen und einige Höfe in landschaftlich schöner Lage.

Protokoll Das Harsberger Wappen gibt es aber erst seit 1956. Heimatforscher Josef Kruck hat kürzlich wieder im Archiv vor Ort nachgeschaut und ein Protokoll über die Gemeinderatssitzung vom 3. Mai 1955 gefunden. Darin heißt es: "Die Gemeinde muss ein neues Standesamtsiegel beschaffen, das das Wappen der Gemeinde enthalten soll". Aber woher nehmen? Harsberg hatte bis dahin mit Heraldik nichts am Hut. Erst war die Rede davon, das Landeswappen zu übernehmen. Bürgermeister Erich Fritz schlug bei dieser Gelegenheit vor, für die Gemeinde doch ein eigenes Wappen einzuführen. "Der Gemeinderat begrüßt den Vorschlag", heißt es in der "Niederschrift über die Verhandlungen und Beschlüsse des Gemeinderats". Drei Vorschläge für ein Ortswappen kamen von der Archivdirektion Stuttgart und eine Skizze von Archivrat Schumm aus Neuenstein. Der Gemeinderat entschied sich schließlich für einen Vorschlag aus der Landeshauptstadt.

Dieser wurde sauber ausgearbeitet und dann zur Verleihung vorgelegt. Die Beschreibung des Wappens lautet so: "Gespalten, vorne in Rot eine silberne Weintraube, hinten in Silber ein nach links gekehrtes rotes Streitbeil".

Übergabe Am 15. Februar 1956 wurde das Wappen offiziell übergeben. Es ist auch auf dem gemeinsamen Nachrichtenblatt der Gemeinden Pfedelbach und Harsberg abgebildet. Zu sehen unter anderen auf der Ausgabe Nummer 28 vom 9. Juli 1971, die Heimatforscher Josef Kruck aufgehoben hat.

Die Traube weist auf den bedeutenden Weinbau hin. Schon im 17. Jahrhundert spielte der Wein eine große Rolle. Große alte Keltern geben noch Zeugnis davon.

An der Fassade der Weingärtnergenossenschaft Heuholz geht es gleich zweimal weinselig zur Sache. Neben einer großen Traube mit zwei Blättern ist das amtliche Harsberger Wappen abgebildet, mit Traube und Streitbeil. Und angeeckt darüber ein Wappenschild mit dem Dachsteiger, der auf dem First sitzend dem Betrachter mit einem Römerglas und einer Flasche Wein zuprostet.

Apropos Streitbeil. Es stammt aus dem Wappen eines Ritteradels, der Herren von Gabelstein (siehe Hintergrund).