Warum sich Arbeit auszahlt

Öhringen - Verdi-Landesbezirksleiterin Leni Breymaier spricht bei der ASF-Hohenloher Frauen

Von Regina Koppenhöfer

Warum sich Arbeit auszahlt
Verdi-Landesbezirksleiterin Leni Breymaier eröffnete den Vortragsreigen bei der neu gegründeten ASF-Hohenloher Frauen.Fotos: Regina Koppenhöfer

Öhringen - Mit einem beeindruckenden Vortrag nahm die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) − Hohenloher Frauen am Donnerstag ihre Arbeit auf. Die stellvertretende Vorsitzende der SPD Baden-Württemberg, Leni Breymaier, spürte in Öhringen der Frage "Frauen leben länger, aber wovon?" nach.

Die durchschnittliche Rente von Männern liegt in Westdeutschland bei monatlich 856 Euro, die von Frauen bei nur 449 Euro. Darauf machte die Verdi-Landesbezirksleiterin Baden-Württemberg kopfschüttelnd aufmerksam.

Um im Alter ausreichend Rente zu beziehen, müssen Frauen heute gut vorsorgen, betonte Leni Breymaier. Diese geschehe, indem man sein Leben lang Rentenpunkte sammle, aus denen sich dann die spätere Rente berechne.

Rentenpunkte als Maßstab

Deshalb sei es wichtig, dass Frauen bezahlter Arbeit nachgehen und zwar nicht nur geringfügig beschäftigt oder in Teilzeit, was häufig in Zeiten der Kindererziehung der Fall sei. "Unser Erwerbsleben spiegelt sich in Rentenpunkten wieder", betonte Breymaier.

In ihren leidenschaftlichen Ausführungen machte die Verdi-Landesbezirksleiterin auf verschiedene Problematiken aufmerksam, mit denen Frauen zu kämpfen hätten. Die Referentin kritisierte die mangelnde Kinderbetreuung. Sie forderte: "Vollzeitkinderbetreuung muss selbstverständlich sein."

Zwar gebe es für die Erziehungszeiten auch Rentenpunkte, aber, so die Referentin: "Es rentiert sich immer zu arbeiten". Die Verdi-Landesbezirksleiterin prangerte aber auch die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern an, ebenso wie sie gegen das "unsägliche Ehegattensplitting" wetterte.

Auch auf private und gesetzliche Rentenversicherungen richtete sie ihr Augenmerk. Breymaier äußerte ihren Eindruck, dass man die gesetzliche Vorsorge derzeit "kaputt reden" wolle. "Mir hat noch niemand erklären können, warum die private Vorsorge Demografie-fester ist als die gesetzliche", sagte sie.Leidenschaftlich setzte sie sich denn auch für die gesetzliche Vorsorge ein, die mehr zu bieten habe als nur die Absicherung im Alter.

Reich gegen Arm

Zum Thema Demografie meinte sie: "Wir haben keinen Konflikt von Jung gegen Alt. Unser Konflikt ist ein Konflikt Reich gegen Arm." Auch zur Rente mit 67 bezog Leni Breymaier Stellung. Sie sprach von einer "Rentenkürzung" und forderte "altersgerechte Arbeitsbedingungen".

Nicht zuletzt machte sie auch auf jene Frauen aufmerksam, die in Teilzeit arbeiten und sich um die Familie kümmern. Die Statistik zeige, dass diese Frauen zwei Drittel der unbezahlten Arbeit leisteten. Hier forderte Breymaier eine neue Definition der Vollzeitarbeit.

Die Referentin verlangte darüber hinaus den Abbau von Entgeltunterschieden, einen gesetzlichen Mindestlohn und die Erhöhung der Lohnquote.


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