Öhringer wollen's genau wissen

Eine halbe Stunde löchern Besucher OB-Kandidaten mit ihren Fragen

Von Bettina Henke

Öhringen - „Wir können das Licht ausmachen und die Rollos runterlassen“, meinte-Redakteur Peter Hohl zu Beginn der 30 Minuten, in denen die Öhringer Fragen an die drei OB-Kandidaten stellen konnten. Doch dieser Aufforderung, damit sich der Erste ans Mikrofon traut, hätte es nicht bedurft. Die Bürger machten rege Gebrauch von diesem Angebot. Die Antworten wurden zum Teil mit kräftigem Applaus bedacht.

Visionen

„Wie stehen Sie zu alternativen Energien?“, wollte Katharina Kern wissen und erfuhr, dass alle drei diesen positiv gegenüberstehen. Visionen brachte Harald Specht ins Spiel. Wie wird Öhringen nach zwei Amtsperioden der Kandidaten aussehen? Das lässt sich nicht genau vorhersagen, zeigte sich Karin Miller realistisch, hofft aber, „dass Öhringen genauso gut dasteht wie jetzt als größte Stadt im Hohenlohekreis und erfolgreiches Gemeinwesen, in dem alle zum Wohl der Stadt an einem Strang ziehen“. Andreas Weickhmann sieht die Bedeutung der Stadt wachsen, und Thilo Michler wurde geradezu pathetisch: „Ich sehe Öhringen in 16 Jahren als absolutes Glanzlicht über dem Hohenlohekreis leuchten.“

Heike Vogt holte die Diskussion wieder auf den Boden. Wie würde jeder Kandidat bei strittigen Fragen Mehrheiten gewinnen? Gerechte Lösungen will Weickhmann finden. Umfassend informieren und „offen, ehrlich und kompetent“ - drei Attribute, auf die er sich immer wieder beruft - will Michler zu Werke gehen. Ausloten, was strittig ist, Kompromisse suchen und überzeugen will Miller. „Es dürfen keine Verlierer zurückbleiben“, ist ihr „ganz, ganz wichtig“.

„Sind Sie ein kleiner Schwarzer oder werden Sie wie Herr Kübler über Nacht ganz schwarz?“, spielte Wolfgang Andermann auf die Kandidatur Michlers auf der CDU-Liste für den Heilbronner Kreistag an. „Überzeugt parteilos“, zog sich Michler aus der Affäre, sei er der Meinung, dass Bürgermeister und Oberbürgermeister in den Kreistag gehören. Auf welcher Liste werde man in viereinhalb Jahren sehen.

Jugend

Wie man Bienen schützen, die Schulden der Stadt senken, der von der EU ins Auge gefassten Privatisierung kommunaler Wasserversorgung begegnen und die Integration der Migranten fördern kann, waren weitere Themen, auf die die Öhringer Antworten wollten. Dass den Kandidaten auch die Jugend wichtig ist, erfuhr Jochen Weissert. Alle drei halten das jetzige Angebot für die Jugend für ausbaufähig und wollen den Dialog mit den jungen Bürgern suchen.