Lift war nur drei Tage in Betrieb

Seit November kein Wintersport mehr auf dem Stocksberg – Hoffnung auf Schnee schrumpft

Von Sabine Friedrich

Vor zwei Jahren sah es für Wolfgang Assenheimer besser aus.Foto: Archiv/Kuhnle  

Löwensteiner - Berge Voll belegt sind die Parkplätze am Feldberg. Aber die Löwensteiner Berge sind nicht der Hoch-Schwarzwald, hier sind die Wiesen grün. Keine Schneeflocke in Sicht. Der Lift am Stocksberg – dem einzigen Skihügel im Unterland, wenn denn ausreichend Schnee liegt – steht seit Mitte November 2007 still. „Der Lift ist aufgebaut“, versichert Betreiber Wolfgang Assenheimer. Ganz hat er die Hoffnung auf die weiße Pracht nicht aufgegeben. „Aber mit jedem Tag schrumpfen meine Hoffnungen.“

Dabei hat der Winter 2007/08 so vielversprechend begonnen, mit einem Frühstart Mitte November. Zuletzt 1985 war der erste Schnee ähnlich früh gefallen, schlug Assenheimer damals in seinen Aufzeichnungen nach. Drei Tage hat bisher die Saison gedauert. „Das ist mehr oder weniger eine Katastrophe“, sagt der 38-Jährige.

Hobby-Nebenerwerb Natürlich will die Familie – Frau Helga sowie Schwester Margarethe und Schwager Andreas Aponte – durch die Skifahrer mit Liftkarten und die Einnahmen des Imbisses nicht reich werden. „Das ist mehr Idealismus und Tradition“, sagt der Stocksberger zu dem Hobby-Nebenerwerb. Aber die Fixkosten sollten schon rausspringen. Und da seit 2008 die Tüv-Prüfung nun jährlich anfällt statt alle 24 Monate, steigen diese. Hinzu kommt als größter Brocken die Versicherung. Die Beiträge zur Berufsgenossenschaft richten sich nach den Lauftagen. „Der Lift sollte sich selbst tragen“, sagt Assenheimer, dessen Vater Gerhard 1971 den 120 Meter langen Umlauflift auf der „dürren Wiese“ installiert hatte. 2003 wurde in eine neue Einrichtung mit 30 Bügeln investiert.

Einbruch Erst mit mindestens zwei guten Wochen geht die Kalkulation des Betreibers auf. Nun hat er nach dem Winter 2006/07 wohl den zweiten Einbruch in Folge zu verkraften. Da kommt er ins Grübeln. „Wenn der nächste Winter auch nichts wird, muss ich überlegen, was ich mache.“ Dabei hat er noch die Jahre zwischen 2000 und 2005 gut in Erinnerung, als vier, fünf Wochen Wintersport auf dem 539 Meter hohen Stocksberg möglich waren. „Die vergangenen zehn Jahre waren okay, wenn ich den Schnitt nehme“, will Assenheimer nicht groß klagen. Vor allem nicht, wenn er an Kollegen im Schwarzwald denkt, die weitaus abhängiger von diesem Geschäft seien als er.

Wenn sich auf dem Stocksberg am Wochenende Skifahrer und Rodler in Massen vergnügen, dann freut das auch die Gastronomie. Martin Geist, Wirt vom Spatzennest im benachbarten Wüstenrot-Neulautern, profitiert zum Beispiel von den Wintersportlern. „Dann boomt es hier“, sagt auch Bernd Russ, Küchenchef im „Hirsch“ in Stangenbach.

Wolfgang Assenheimer hat seinen Optimismus noch nicht verloren. Aber auch der hat seine Grenzen. „Der Schnee muss in den nächsten acht Tagen kommen“, meint er. Sonst sieht er keine Chance mehr auf eine ordentliche Unterlage. „Die Sonne hat im Februar schon eine Kraft, so dass der Schnee tagsüber matschig wird.“