Liebesgeschichte mit Puszta-Flair

Neuenstadt - Freilichtspiele beginnen ab Mitte Februar mit den Proben für "Piroschka"

Von Angela Groß

Liebesgeschichte mit Puszta-Flair
Verschiedene Entwürfe des neuen Plakats, das Michael Koszt (rechts) gestaltet hat. Peter Zeh (von links), Hajo Baumgärtner und Jürgen Krämer zeigen sie. Foto: Groß

Neuenstadt - Ein junger deutscher Austauschstudent verliebt sich in Ungarn in zwei Frauen. Aber Greta, kühl, westlich orientiert, und ihr Gegenstück, die feurig-emotionale Piroschka, gefallen ihm beide. Er kann sich nicht entscheiden. Doch eines Tages treffen die Konkurrentinnen aufeinander. Der Stoff von "Piroschka" dem sich die Neuenstädter Freilichtspiele im Sommer 2010 widmen, bietet viele Facetten.

Bühnenfassung

Hajo Baumgärtner, Filmemacher aus Leingarten, wird den 1954 geschriebenen Roman "Ich denke oft an Piroschka" von Hugo Hartung "auffächern" und für die Freilichtbühne tauglich machen. Viele dürften den Heimatfilm mit Lieselotte Pulver kennen, was dort an "Ideologie" transportiert wird, gefällt ihm allerdings nicht. Baumgärtner will die unterschiedlichen Welten - hier die Stadt, dort das Land - sprechen lassen, die von den zwei Frauen symbolisiert werden und den Figuren "gesellschaftliche Tiefe" verleihen. Tanz und Musik spielen eine große Rolle, aber auch das von Brigitte Klein-Wallner gestaltete Bühnenbild. Eine Wagenladung voller Maiskolben trocknet bereits in einer Scheune, das Naturmaterial wird für Puszta-Flair auf der Bühne eingesetzt.

Um eine Woche vorverlegt haben die Freilichtspiele ihre Saison, und im Jahr der Weltmeisterschaft lässt man mit der Liebesgeschichte von Piroschka auch die "Zielgruppe der Frauen nicht unberücksichtigt", sagt der Regisseur augenzwinkernd. Die Saison beginnt am 4. Juni und endet mit der Vorstellung am 18. Juli 2010, präsentiert werden mit viel ehrenamtlichem Engagement in der 53. Spielzeit jeweils zum Wochenausklang drei Vorstellungen. Eine davon, am 6. Juni, ist am Nachmittag und für Familien reserviert. "Die Eintrittspreise bleiben gleich", kündigt Vorsitzender Jürgen Krämer an - auch die Zahl von 16 000 Zuschauer, die im Sommer den "Raub der Sabinerinnen" gesehen haben, soll erreicht, wenn nicht gar gesteigert werden. "Mit der Auslastung von 83 Prozent gehören wir zu den gut besuchten Amateurbühnen in Baden-Württemberg", sagt Krämer. Stolz ist man außerdem darauf, dass die Sabinerinnen-Fassung, die Hajo Baumgärtner für die Neuenstädter Uraufführung geschrieben hat, mittlerweile über einen Theaterverlag vertrieben wird. Drei Bühnen wollen das Stück aufführen.

Werbung

Um unter den vielen Veranstaltungen hervorzustechen, ist Werbung das A und O. Nach wie vor setzt man auf die klassischen Medien Handzettel und Plakate. Karten soll es künftig über das Internet zu bestellen geben, ein neues System wird etabliert. "Der Zuschauer ist für uns alles": Dafür steht auch das große Projekt Aufzuggebäude. 250 000 Euro investiert der Verein und bietet unter anderem einen barrierefreien Zugang zu den Toiletten.


Kommentar hinzufügen