Kinder dürfen mit dem Feuer spielen

Öhringen - Gespannt warten die Kinder auf die Ankunft der Feuerwehr. Kommandant Günther Uhlmann trifft als erster ein. Als er seinen roten Feuerwehr-Kombi auf dem Parkplatz der Schule abstellt, drücken sich die Kinder an den Scheiben die Nasen platt. Als dann sogar noch das große Löschfahrzeug vorfährt, kennen die Erstklässler kein Halten mehr.

Von Jochen Weissert

Kinder dürfen mit dem Feuer spielen
Michael pustet so viele Kerzen aus, wie er nur kann.

Öhringen - Gespannt warten die Kinder auf die Ankunft der Feuerwehr. Kommandant Günther Uhlmann trifft als erster ein. Als er seinen roten Feuerwehr-Kombi auf dem Parkplatz der Schule abstellt, drücken sich die Kinder an den Scheiben die Nasen platt. Als dann sogar noch das große Löschfahrzeug vorfährt, kennen die Erstklässler kein Halten mehr.

Aber nicht nur für die Kleinen steht an diesem Mittwoch der Brandschutztag auf dem Programm. Im Rahmen der jährlichen Brandfallübung haben sich die Lehrer der Albert-Schweitzer-Schule dieses Mal etwas Besonderes einfallen lassen: An zehn Stationen beschäftigen sich heute die Schüler der Klassen eins bis neun mit dem Thema Feuer und Brandschutz. "Das ist sagenhaft, dass sich die Feuerwehr so beteiligt", lobt Schulleiterin Marie-Luise Tschanadi das Engagement der Öhringer Truppe.

Staunen

Wolfgang Binder ist Gruppenführer und zeigt den Schülern am Fahrzeug die Atemschutzgeräte und Schläuche. "Ein Feuerwehrmann hat bis zu 25 Kilogramm Ausrüstung dabei", erklärt er und erntet ein Staunen. Natürlich dürfen die Schüler auch noch im Löschfahrzeug Platz nehmen. "Reinsetzen ist das Wichtigste", weiß Binder.

In den Klassenzimmern sind weitere Stationen aufgebaut. Betritt man das Schulhaus, riecht man schon den Rauch. Andreas Brosig steht mit neun Kerzen hinter einem Pult und lässt siee von den Schülern anzünden und wieder auspusten. Dass dies mit so vielen Kerzen gar nicht leicht ist, müssen die Schüler bald feststellen. Es entbrennt ein regelrechter Wettstreit darüber, wer mehr Kerzen auf einmal auspusten kann. Hinterher berichtet Jannick aus der vierten Klasse stolz: "Ich war der Einzige, der alle Kerzen auf einmal ausmachen konnte."

Geht man die Treppen nach oben, wird der Rauchgeruch stärker. Daniel Gebert demonstriert in einem Zimmer, wie ein Feuer entstehen kann. Dazu zeigt der 23-Jährige verschiedene Versuche. Er entzündet ein Feuer und stülpt ein großes Glasgefäß darüber − die Flamme erlischt. So macht er den Schülern klar, dass ein Feuer ohne Sauerstoff nicht brennen kann.

Streichhölzer

Nebenan riecht es ebenfalls verbrannt. Barbara Maier erklärt einer Klasse gerade, welche Materialien brennbar sind. Dazu sitzen die Kinder mit feuerfesten Unterlagen um einen Tisch und dürfen beispielsweise Streichhölzer anzünden. "Wer Angst hat, kann es auch ganz schnell wieder löschen", meint die Lehrerin, und die Kinder tauchen die Streichhölzer in die Wassergläser.

Im Keller basteln die Schüler. Zur Auswahl stehen eine Flammenkrone, eine Laterne oder ein Lagerfeuerbild. Auf dem Gang wird es plötzlich laut. Man hört Kinder rennen und Stimmen, die ein "Tatütata" imitieren. Sie sind gerade bei den sportlichen Übungen und durchlaufen einen kleinen Hindernisparcour.

Was hat den Schülern an diesem Tag besonders gut gefallen? Ein Highlight war für jeden dabei, doch die Meinungen gehen auseinander: Während für viele tatsächlich das Sitzen im Feuerwehrauto am schönsten war, gefiel den Erstklässern Lea und Angelina das Lied über den "Feuerzutz" besonders gut.

Kinder dürfen mit dem Feuer spielen
Gruppenführer Wolfgang Binder erklärt den Erstklässlern das Löschfahrzeug. Er zeigt, was die Feuerwehr dabei hat und beantwortet die Fragen der Kinder.Fotos: Jochen Weissert

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